Kurz gebloggt

Fusion geplatzt: Was wird aus der Dauerkrisen-Sparkasse?

27. September 2021

Von Heinz-Roger Dohms

Auf welchen Bewertungskriterien beruhen eigentlich diese ganzen Sparkassen- und Genobanken-Fusionen da draußen? Und inwiefern helfen die Verbände bzw. deren Prüfungs- und Sicherungseinrichtungen in solchen Fällen nach?

Um es kurz zu machen: Wir wissen es nicht. Würden es aber gerne wissen. Denn wie am Wochenende verlautete, ist der angestrebte Zusammenschluss der Vorzeige-Sparkasse aus Wermelskirchen mit der Problem-Sparkasse aus Radevormwald (siehe unser Stück –> Deutschlands schlechteste Sparkasse flieht in Fusion) gescheitert. Und die große Frage lautet: Warum?

Bezogen auf den Genosektor hatten wir neulich ja mal die minimal-empirisch gestützte Vermutung geäußert, dass Fusionspläne vor allem dann scheitern, wenn die beteiligten Banken hinsichtliche Größe und Potenz auf ähnlichem Level spielen (siehe der achte Punkt unseres „Deep Dives“ -> Wie viele Volksbanken fusionieren wirklich? Und welche?). Der Fall Wermelskirchen/Radevormwald deutet nun allerdings auf ein anderes Muster hin: Wenn ein kerngesundes Institut auf ein schwer krankes trifft, dann ist das mit dem Mergern womöglich auch nicht ganz leicht. Zumal im Sparkassen-Sektor, wo wirtschaftliche und politische Logik in einem schwierigen Spannungsverhältnis stehen.

Aus dem Umfeld der Sparkassen Wermelskirchen und Radevormwald drangen schon vor Wochen Zweifel an der Fusion. Die Rede war von einem Bewertungsgutachten, das von einer externen Beratungsfirma erstellt worden sei – und das bei den Trägerkommunen zumindest nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen sei. Sind die Entscheidungsträger in Wermelskirchen womöglich vom schlechten Zustand der Nachbar-Sparkasse in Radevormwald überrascht worden?  Oder weigerte man sich umgekehrt in Radevormwald, die klare wirtschaftliche Überlegenheit der Sparkasse Wermelskirchen anzuerkennen?

In einer Mitteilung, aus der die „Rheinische Post“ zitiert, ist die Rede davon, dass kein „gemeinsames strategisches Zielbild für die Zukunft“ gefunden worden sei. Weitere Erläuterungen habe es nicht gegeben. Mit anderen Worten: Die wahren Gründe für das Scheitern der Fusion sollen im Dunkeln bleiben. Wie es mit Krisen-Sparkasse aus Radevormwald nun weitergehen soll, ist unklar.

Deutschlands schlechteste Sparkasse flieht in Fusion

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