ING Diba bildet kaum Risikovorsorge und scheffelt 367 Mio. Euro Gewinn

6. Mai 2021

Vom Christian Kirchner

Die ING Deutschland (früher: ING Diba) hat im ersten Quartal einen Gewinn vor Steuern von 367 Mio. Euro erzielt – eine Steigerung von 13% zum Vorjahresquartal. Das geht aus dem am Donnerstag Morgen veröffentlichten Q1-Report des niederländischen Mutterkonzerns hervor (in dem Bericht finden sich auch detaillierte Zahlen zum deutschen Geschäft). Auffällig am Zahlenwerk: Bei einem Kreditportfolio von gut 120 Mrd. Euro über alle Kreditarten hinweg beträgt die zusätzliche Risikovorsorge trotz Corona-Pandemie lediglich 13 Mio. Euro. Die gesamten Risikokosten des Kreditbuchs betragen lediglich 4 Basispunkte des durchschnittlichen Kreditvolumens.

Dass der Provisionsüberschuss aufgrund des Trading- und Anlagebooms deutlich steigen würde, war abzusehen. Hier betrug das Plus zum Vorjahresquartal 36% auf 150 Mio. Euro. Überraschender ist, dass die ING trotz steigender Einlagen – diese kletterten binnen eines Jahres um weitere rund 10 Mrd. auf 148 Mrd. Euro – ihr Zinsergebnis annähernd verteidigen kann. Es lag mit 522 Mio. Euro nur minimal (1%) unter dem Vorjahresquartal und sogar leicht über dem des Q4.

Hier die wesentlichen Kennziffern in der Übersicht:

Veränderung…
in Mio. Euro Q1/2020 Q4/2020 Q1/2021 vs. Vorquartal vs. Vorjahresquartal
Zinsüberschuss 525 512 522 + 2% – 1%
Provisionsüberschuss 110 136 150 + 10% + 36%
Erträge gesamt 676 666 711 + 7% + 5%
Kosten gesamt 339 310 330 + 6% – 3%
Gewinn vor Steuern 324 350 367 + 5% + 13%
RoTE 14,2% 16,4% 17,1% + 0,7 Ppte. + 2,9 Ppte.
Cost-Income-Ratio 50,1% 46,5% 46,4% – 0,1 Ppte. – 3,5 Ppte.
Mitarbeiter 5.677 6.183 6.359 + 3% + 12%

Quelle: ING Divisional Database Q1

Die Übersicht zeigt: Auch der Mitarbeiteraufbau geht bei der ING in Deutschland – gegen den Branchentrend – weiter. Im Q1 kamen in Deutschland weitere 176 Stellen dazu, insgesamt kommt die ING Deutschland in der Zählung der niederländischen Mutter und inklusive diverser Töchter (wie etwa der Interhyp) auf 6.359 Mitarbeiter.

Ein Blick in die Detailzahlen der Sparten zeigt, warum der ING womöglich gelungen ist, das Zinsergebnis zu verteidigen: Im Geschäft mit Firmenkrediten – bei der ING „Wholesale Banking“ genannt – geht es nach zwei sehr vorsichtigen Jahren bei der Neukreditvergabe wieder vorwärts. Hier stieg das Kreditvolumen zum Vorquartal wieder um 2,8 auf 33,6 Mrd. Euro, zudem stieg auch der Gewinn vor Steuern der Sparte zum Vor- wie zum Vorjahresquartal leicht an.

Auch bei den privaten Immobilienkrediten – also im Kerngeschäft des Retailbereichs – geht das (gemessen am Deutschland-Trend) leicht überdurchschnittliche Wachstum weiter. Hier beträgt das Plus des Volumens rund 1 Mrd. Euro bzw. 1% zum Vorquartal und 6% zum Vorjahresquartal. Zusätzliche Risikovorsorge im Baufi-Geschäft bei 81 Mrd. Euro Volumen: lediglich 3 Mio. Euro.

Q1/2020 Q4/2020 Q1/2021 zum Vorquartal zum Vorjahresquartal
Gewinn Retail-Banking 232 239 255 + 7% + 10%
Gewinn Wholesale-Banking 92 110 112 + 2% + 22%
Einlagen (Mrd. €) 138,4 145,6 148 + 2% + 7%
Immo-Kredite (Mrd. €) 76,4 80,3 81,3 + 1% + 6%
andere Kredite (Mrd. €) 45,1 41,9 44,6 + 6% – 1%
davon Wholesale Bk. 34,2 30,8 33,6 + 9% – 2%

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