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Deutsche Bank schlägt im Q2 mit 2,7 Mrd. Euro Gewinn die Erwartungen

Die Deutsche Bank hat mit starken Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen: Wie die Bank am Morgen mitteilte, fiel im zweiten Quartal ein Gewinn vor Steuern von 2,680 Mrd. Euro an – das waren rund 430 Mio. Euro bzw. ein Fünftel mehr, als Analysten erwartet hatten. Zu verdanken hat die Bank diese Gewinnüberraschung dem Investmentbanking; dort betrug der Quartalsgewinn 1,311 Mrd. Euro vor Steuern und somit gut 300 Mio. Euro mehr als erwartet worden war. Ursache waren hier sehr gut laufende Geschäfte mit Anleihen und Währungen (FIC) sowie im Bereich Investmentbanking & Kapitalmärkte (IBCM).

Dass letztlich die gut gelaufenen Geschäfte des Investmentbankings direkt auf den Gewinn durchschlugen, verdankt die Bank auch der Tatsache, dass zum einen die Kosten trotz deutlich höherer Erträge (auch sie lagen rund 400 Mio. Euro über dem Konsens) nicht über Gebühr anzogen; letztlich betrug das Kostenplus zwar 8% zum Vorjahr auf nunmehr 5,340 Mrd. Euro. Damit lag die Bank aber fast genau auf Höhe der Erwartungen. Und: Die Risikovorsorge blieb trotz der komplexen Lage im Nahen Osten auch im Rahmen der Erwartungen. Mit 460 Mio. Euro musste die Bank etwas weniger zusätzlich zurücklegen als erwartet worden war (480 Mio. Euro), nachdem die Bank Analysten hier in den vergangenen Monaten nach und nach auf etwas höhere Risikokosten vorbereitet hatte, als man noch zu Jahresbeginn kommuniziert hatte.

Rückenwind gab es auch auf der Zinsseite: Mit gut 4,5 Mrd. Euro lag der Zinsüberschuss 19% (!) über dem Niveau des Vorjahres; zum Vorquartal betrug das Plus 4%. Wie die Commerzbank nutzt auch die Deutsche Bank ein Replikationsportfolio, um Gewinne aus der vorteilhaften Zinslage über mehrere Jahre zu strecken

Die Kehrseite der Gewinnüberraschung: Mit den genannten 1,311 Mrd. Euro vor Steuern lieferte das Investmentbanking knapp die Hälfte des gesamten Vorsteuergewinns im Q2; auch auf Halbjahressicht beträgt der Gewinnanteil rund 48%. Zwar äußerte die Deutsche Bank erneut große Zuversicht, die bereits kommunizierten Jahreszahlen und auch die Finanzziele 2028 von über 13% Eigenkapitalrendite zu erreichen. Allerdings sind die Erträge und auch Gewinnbeiträge im Investmentbanking langfristig zyklischer als in den anderen Sparten – wo die Gewinne lediglich stagnierten:

  • In der Corporate Bank stand ein Gewinn vor Steuern von 691 Mio. Euro zu Buche – rund 30 Mio. Euro höher als der Konsens, aber ohne Veränderung zum Vorjahr
  • In der Private Bank betrug der Gewinn vor Steuern im Q2 605 Mio. Euro, das waren 11% weniger als im Startquartal und damit fast exakt so viel wie im Vorjahresquartal
  • Im Bereich Asset Management/DWS blieb die Sparte sogar mit 224 Mio. Euro vor Steuern leicht unter dem Konsens von 241 Mio. Euro. Die Ursachen dafür liegen laut DWS in dem sehr gut gelaufenen DWS-Aktienkurs, der die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen steigen ließ sowie ungleich verteilte Performance-Fees im Q1 und Q2. Zudem überraschte die Sparte mit 25 Mrd. Euro Nettozuflüssen im Q2 positiv.

Gleicht man nochmals die Ende 2025 ausgegebenen Ziele für die Eigenkapitalrenditen bis 2028 mit dem Ist-Stand im ersten Halbjahr 2026 ab…

RoTE in %Ziel 2028Ist H1/2026
Corporate Bank20%15,6%
Private Bank18%12,0%
Asset Management40%44,4%
Investment Bank14%14,5%

… wird rasch deutlich, dass Asset Management und Investmentbank ihr aktuellen Rentabilitätsniveau eigentlich nur verteidigen müssen, aber Corporate Bank wie Private Bank noch erhebliche Verbesserungen werden leisten müssen, um unter dem Strich auf klar über 13% Eigenkapitalrendite zu landen.

Bedingt Fortschritte machte die Bank hier im Q2 zudem bei dem mittelfristigen Plan, die besagte Eigenkapitalrendite vor allem über die Einlagenseite zu steigern. Zur Erinnerung: Die Ende 2025 verkündete Strategie sah bis 2028 den Anstieg der Einlagen um 95 Mrd. Euro bei einem Kreditwachstum von nur 35 Mrd. Euro vor. Mit 698 Mrd. Euro lagen die Einlagen zum Ende des Quartals indes nur 6 Mrd. Euro höher als zum Jahreswechsel, stiegen so aber immerhin im Q2 um 11 Mrd. Euro, getrieben vor allem von der Corporate Bank (plus 8 Mrd. Euro an Einlagen im Q2).

Den Ausblick mit 33 Mrd. Euro Erträgen und gut 21 Mrd. Euro an Kosten behielt die Bank trotz des stark gelaufenen Quartals bei – kündigte allerdings ein weiteres Aktienrückkaufprogramm für das zweite Halbjahr an, das mit 500 Mio. Euro ebenfalls im Rahmen der Erwartungen lag.

Aussagen in Zusammenhang mit der Razzia in Zusammenhang mit Cum-Cum-Geschäften der Postbank in den Jahren 2008 bis 2010 in der vergangenen Woche finden sich weder in Präsentation noch Halbjahresbericht. Der Vorgang wird gar nicht erwähnt, auch nicht unter den „Ereignissen nach dem Bilanzstichtag“, wo es heißt, es habe „keine Vorgänge von besonderer Bedeutung“ gegeben. Insgesamt betragen die Rückstellungen für Rechtsrisiken noch 2,2 Mrd. Euro, allerdings verwendet die Bank auch den klassischen „enthaftenden“ Satz, dass man für bestimmte wahrscheinliche Mittelabflüsse keine Rückstellung gebildet habe, wenn bzw. weil die Höhe „nicht zuverlässig eingeschätzt“ werden könne.

Die Zahlen in der Übersicht:

in Mio. EuroAnalysten-ErwartungIstQ2/2026zum Vorjahrzum Vorquartal vs. Analysten-Konsens
Erträge8.1108.479+ 9%– 2%+ 5%
Kosten5.3485.340+ 8%+ 4%0
Zinsüberschuss4.549+ 19%8%
Provisions-Überschuss2.861+ 7%+ 2%
Risikovorsorge480460+ 9%– 11%– 4%
Gewinn vor Steuern2.2502.680+ 11%– 12%+ 19%
Nettogewinn vor AT115661850+ 10%– 13%+ 18%
Cost-Income-Ratio66,2%63,0%– 0,6 Ppt.+ 4,0 Ppt.– 3,2 Ppt.
RoTE in %9,3%9,8%+ 0,8 Ppt.– 1,5 Ppt.+ 0,5 Ppt.
CET1 Ratio in %13,8%13,9%– 0,3 Ppt.+ 0,1 Ppt.+ 0,1 Ppt.

Die Spartenergebnisse:

in Mio. EuroAnalysten-ErwartungIst Q1 / 2025zum Vorjahrzum Vorquartal zum Analysten-Konsens
Private Bank5756050%– 11%+ 5%
Corporate Bank604691– 6%+ 11%+ 14%
Investmentbank10201311+ 59%– 9%+ 29%
Asset Management (DWS)2412240%-20%– 7%
Corporate & Other-137-151+ 10%

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