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Wie Banken den Compliance-Fachkräftemangel in den Griff bekommen

Wie lange haben Sie zuletzt gebraucht, um vakante Stellen in der Compliance nachzubesetzen? Und wie leicht (oder schwer) fällt es Ihnen, Bewerberinnen und Bewerber aus der Generation Z oder Alpha von Ihrem Institut zu überzeugen? Wenn Ihnen diese Fragen in den vergangenen Monaten zu denken gegeben haben, wissen Sie: Der Fachkräftemangel ist nicht nur ein Buzzword der öffentlichen Diskussion, sondern für viele Verantwortliche in Banken längst spürbar.

Der Fachkräftemangel in der Compliance hat mehrere Gründe – etwa den demografischen Wandel: Viele erfahrene Mitarbeitende in der Bankenbranche gehen in den Ruhestand, und vielerorts können Neuzugänge die Abgänge nicht kompensieren. Führungskräfte erwarten daher zunehmend, dass ein Teil ihrer Stellen dauerhaft unbesetzt bleiben wird. Das hat absehbare Folgen für das Wachstum oder für Timings von Veränderungsprojekten.

Der Fachkräftemangel schwächt die Compliance

Vor allem aber hat diese Entwicklung direkte Auswirkungen auf den laufenden Betrieb, insbesondere in der Compliance-Funktion. Banken sind stark reguliert, und die Umsetzung der Vorgaben erfordert personelle Ressourcen und Investitionen. Studien wie der jüngste „Cost of Compliance Report“ zeigen: 6 von 10 Senior-Verantwortlichen in Banken erwarten, dass die Compliance-Kosten weiter steigen werden. Drei Viertel der Unternehmen benötigen zudem länger als ein Jahr, um neue regulatorische Vorgaben vollständig umzusetzen. Bei unvollständiger Umsetzung oder zeitlichen Versäumnissen drohen Bußgelder und Reputationsschäden.

Ein Bereich der Compliance steht dabei aktuell besonders im Fokus: Laut KPMG-Befragungen sehen fast drei Viertel der Banken (72%) Know-Your-Customer-Prozesse (KYC) als einen der Top-3-Kostentreiber in der Compliance, und mehr als die Hälfte hat in den vergangenen drei Jahren einen Kostenanstieg für KYC-Prozesse verzeichnet.

Zudem erhöhen sich die Aufwände für Banken noch einmal weiter. Strengere KYC-Standards durch die neuen AML-Vorgaben der EU sorgen ab 2027 für kürzere Aktualisierungsfristen und erweiterte Prüfpflichten: Zum Beispiel müssen persönliche Kundendaten künftig spätestens alle fünf Jahre aktualisiert werden. Je nach Ausgangslage kann dies für manche Institute einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Das bringt viele Banken in Deutschland an Grenzen.

Managed Services als verlässlicher Partner für die KYC-Compliance

Kunden wiederum fragen nicht nach internen Blockaden. Sie gehen dorthin, wo sie schnelle, reibungslose Abläufe bekommen. Wie lösen Banken diesen Widerspruch auf, mit welchen Rezepten?

Eine mögliche Lösung ist der Einsatz hochspezialisierter externer Partner, die Entlastung für interne Teams in der Bank bringen. Diese „Managed Services“ sichern die regulatorische Compliance und beschleunigen Abläufe für die Bank und ihre Kundinnen und Kunden. Sie springen temporär bei Engpässen ein (etwa bei Krankheit oder Auslastungsspitzen), oder sie übernehmen Aufgaben und Prozesse ganzheitlich und ermöglichen es Unternehmen, schnell auf immer wieder neue Anforderungen zu reagieren.

Entlastung für interne Teams – Stärkung der Compliance und der Resilienz

Typische Anwendungsfelder in der Finanzindustrie sind zum Beispiel KYC, die Trefferbearbeitung im Sanktions- und Transaktionsmonitoring, das regulatorische Meldewesen sowie weitere operative Compliance-Themen. „Managed Services“ wie die KYC-Services von KPMG** können einzelne Aufgaben übernehmen (zum Beispiel Kundenidentifikation und Verifikation, Datenprüfung) oder den ganzen KYC-Prozess.

Konkret bedeutet das, dass Fälle risikobasiert priorisiert werden. Relevante Unterlagen, etwa Handelsregisterauszüge oder Nachweise zu wirtschaftlich Berechtigten, werden beschafft und geprüft, Stammdaten werden aktualisiert und Entscheidungen qualitätsgesichert dokumentiert.

Die abschließende Freigabe von Vorgängen obliegt unverändert der Bank. Grundsätzlich bleibt die Verantwortung beim Institut, auch wenn externe Teams nach vereinbarten Qualitätsstandards arbeiten. Das Ergebnis ist ein schlanker und transparenter Prozess, der regulatorischen Anforderungen gerecht wird und gleichzeitig Effizienzgewinne ermöglicht. Interne Teams gewinnen dadurch Zeit für das Wesentliche: ihre Kundinnen und Kunden.

Der Einsatz von Managed Services bietet Banken mehrere Vorteile. Dazu zählen:

  • der Zugriff auf hochspezialisierte Expertinnen und Experten,
  • ein stabiler Betrieb bei planbaren Kosten,
  • ein flexibler Einsatz mit schneller Reaktion auf neue regulatorische Entwicklungen,
  • die Reduktion operativer Risiken,
  • die gezielte Unterstützung regulatorischer Anforderungen und
  • die Stärkung des Vertrauens von Markt, Aufsicht und Kundinnen und Kunden.

Managed Services können damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Compliance in Zeiten des demografischen Wandels leisten. Gleichzeitig unterstützen sie Banken dabei, ihre Resilienz und Zukunftsfähigkeit zu erhöhen.

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*Victoria Wildhirt ist Partnerin bei KPMG im Geschäftsbereich Financial Services. Sie verfügt über langjährige Erfahrung als Beraterin nationaler und internationaler Banken und Versicherungen in regulatorischen und Compliance-Fragen und verantwortet den Bereich Managed Services für Finanzinstitute. Neben ihrer Tätigkeit bei KPMG ist sie unter anderem Mitglied des Compliance Risk Roundtable (CRRT) des Frankfurter Instituts für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) und Dozentin für Compliance & Governance an der Frankfurt School of Finance and Management.

**Hier mehr über die Lösung von KPMG erfahren -> KYC neu gedacht: Compliance sichern, Effizienz steigern, Zukunftsfähigkeit schaffen 

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