Minimum=Optimum? Commerzbank will weitere Filialen abbauen

2. Juni 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Es ist ja nicht nur eine romantische Vorstellung, dass irgendwann der Punkt erreicht sein könnte, an dem mal gut sein muss mit den ganzen Filialschließungen. Sondern: Vor nicht allzu langer Zeit wurde noch seriöses Research (etwa durch die UBS, siehe 2019 unser Stück -> Warum eine Radikalkur bei den Filialen wenig bringen würde, oder siehe aus 2020 der Partner-Blog von Hans Kraus -> Warum Filialabbau plausibel klingt – aber die Existenz kosten kann) veröffentlicht, das auf folgende These hinauslief: Was die betriebswirtschaftlich sinnigste Filialmenge angeht, ist das Optimum nicht gleich dem Minimum.

Nun sei mal dahingestellt, ob es Banken und Sparkassen bloß a) an Fantasie mangelt, ihre Standorte wirtschaftlich zu betreiben – oder ob b) die Empirie die Theorie inzwischen abgehängt hat. Fest jedenfalls steht: Von einer Verlangsamung oder gar einem Stopp des Filialabbaus ist nirgendwo was zu sehen. So äußerte sich Bettina Orlopp – wie zuerst Bloomberg berichtete – bereits am Dienstag auf einer Analystenkonferenz mit den Worten, man müsse “anerkennen, dass wahrscheinlich auch 450 nicht die finale Zahl ist und dass wohl noch mehr kommen wird”. Ein Statement, das man erst mal verdauen muss.

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