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SKs & Genos zwischen Fusionen, Pensionen, Klagen und Kapital

Volksbank Stuttgart meldet Kapitalbedarf an

Den erstaunlichen Kapitalhunger in Teilen des genossenschaftlichen Bankensektors haben wir in der Vergangenheit ja schon verschiedentlich thematisiert, siehe etwa das Stück -> Wie sich Genobanken mit Kapital vollsaugen oder auch die Sebastian-Rode-Kampagne der Raiffeisenbank im Hochtaunus. Jedenfalls: Dass letzten Endes vor allem solche Institute um frisches Kapital buhlen, die dieses Kapital mehr oder weniger dringend auch tatsächlich brauchen – das liegt ja in der Natur der Sache. Offen kommuniziert allerdings wird dieser Zusammenhang nach allem, was wir so mitkriegen, eher selten. Insofern erfreut die Transparenz, mit der die Volksbank Stuttgart gegenüber ihren Mitgliedern die Kapitalfrage diese Tage kommuniziert hat, wie die “Börsen-Zeitung” (Paywall) berichtet: Man müsse “zusätzliches Eigenkapital bilden, um mit der anhaltend starken Kreditnachfrage der Bankkunden mithalten zu können”, wird Vorstandschef Stefan Zeidler zitiert. Darum dürfen Mitglieder ab Mitte Juni nicht mehr nur für maximal 250 Euro Anteile zeichnen dürfen – sondern für bis zu 5.000 Euro (was immer noch merklich weniger ist als etwa bei, siehe oben, der Raiba Hochtaunus, wo es um bis zu 50.000 Euro geht). Per Ende 2020 übrigens lag die harte Kernkapitalquote der Stuttgarter bei 14,7%, die Gesamtkapitalquote bei 17,5%. Keine Werte, bei denen man sich Sorgen machen muss.


Weitere Snippets aus dem Sparkassen- bzw. Genosektor

  • Der niedersächsische Sparkassenverband hat einen “Handelsblatt”-Bericht bestätigt, wonach er seinen Mitgliedsinstituten empfiehlt, die bislang üblichen Pensionszusagen für Vorstände und höhere Führungskräfte abzuschaffen. Stattdessen sollen die Sparkassen-Manager und Managerinnen ihre Altersvorsorge künftig selbst finanzieren. Laut “HB” waren die Sparkassen-Verbände in Baden-Württemberg, Bayern, NRW, Schleswig-Holstein sowie Hessen/Thüringen diesen Schritt in den vergangenen Jahren auch schon gegangen. HAZ/Paywall
  • Nach unserer gestrigen Übersicht zu den 56 Volksbanken vor der Fusionsentscheidung (siehe hier), haben unsere Leser uns dankenswerterweise noch auf drei weitere Fusionsbestrebungen im Genossenschaftssektor aufmerksam gemacht: erstens die VR Bank Hohenneuffen-Teck (1 Mrd. Euro Bilanzsumme) und die Volksbank Mittlerer Neckar (4,8 Mrd. Euro Bilanzsumme) im Kreis Esslingen und zweitens die Zevener Volksbank (695 Mio. Euro Bilanzsumme) mit der Volksbank Bremerhaven-Cuxland (1, 4 Mrd. Euro Bilanzsumme).  Und zum Dritten haben in der vergangenen Woche die beiden Volksbanken Essen-Cappeln (529 Mio. Euro Bilanzsumme) und Emstek (303 Mio. Euro Bilanzsumme) mitgeteilt, ihre Institute 2024 verschmelzen zu wollen. 
  • Die 2021 fusionierte Sparkasse Schwelm-Sprockhövel hat Ärger mit ihrem ehemaligen Vorstandschef Michael Lindermann. Den hatte das Institut im Februar dieses Jahres plötzlich rausgeworfen, nachdem man sich – wie dann herauskam – in Trennungsverhandlungen offenbar nicht einig geworden war. Lindermann hat nur vor dem Landgericht Hagen Klage gegen die fristlose Kündigung eingereicht, wie die Westfalenpost berichtet.
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