Sparkassen: Umbau der Instituts-Sicherung könnte 5 Mrd. € kosten

8. Juni 2021

Von Heinz-Roger Dohms

3,6 Mrd. Euro kostete die Rettung der NordLB – eine Stützungsmaßnahme, bei der der öffentliche Bankensektor vergleichsweis billig davonkam. Weil: Für den überwiegenden Teil der Rechnung wieder kam damals der Steuerzahler auf. Indes: Umso höher drohen nun allerdings die Folgekosten auszufallen.

Kurzer Rückblickg: Bekanntlich waren es ja die Umstände des NordLB-Bailouts, die bei der EZB-Bankenaufsicht zu der Überzeugung führten, dass das gemeinsame Sicherungssystem von Sparkassen, Landesbanken und Bausparkassen der Generalüberholung bedarf …

… Die ersten entsprechenden Signale sandte die EZB um den Jahreswechsel 2019/2020 aus (siehe hier), zwölf Monate später begannen sich dann die Details der Forderungen herauszuschälen (siehe hier). Im Kern: Neben das schon bestehende System (das bis 2024 mit 0,8% der gesetzlich abgesicherten Einlagen betankt werden muss, was im öffentlichen Bankensektor auf eine Gesamtsumme von rund 7 Mrd. Euro hinauslaufen dürfte) soll ein zweiter Sicherungstopf treten. Dieser wiederum müsste dann von 2025 an mit weiteren Mitteln befüllt werden, um auf diese Weise einen wirksamen Schutz gegen künftige Schieflagen à la NordLB zu erwirken …

… Wie nun das „Handelsblatt“ (Print, Seite 1, 4-6) heute Morgen berichtet, kursiert inzwischen eine Zahl, wie groß der zusätzliche Rettungstopf werden könnte. So hätten EZB und Bafin „deutlich gemacht“, dass sie von rund 0,5% der Risikopositionen ausgehen. Da sich die Risikoaktive der Sparkassen-Finanzgruppe zuletzt auf rund eine Billion Euro beliefen, ergibt sich somit grober Richtwert von rund 5 Mrd. Euro. Was dem aggregierten 2020er-Nachsteuergewinn sämtlicher deutscher Sparkassen (nur die Primärinstitute) multipliziert mit dem Faktor 2,8 entspricht. Mit anderen Worten: ein ganz schön dicker Brocken. Kein Wunder, dass laut „HB“ hinter den Kulissen bereits gerangelt wird, wer die Hauptlast tragen soll – die Sparkassen oder (wegen ihrer angeblich riskanteren Geschäfte) die Landesbanken.

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