Sparkassen-Ticker

Sämtliche Sparkassen-News von Dezember 2023 bis Januar 2024

In unserem Sparkassen-Ticker beleuchten wir nicht nur die großen Sparkassen wie die Haspa – sondern auch die (ganz) kleinen. Und natürlich haben wir auch ein Auge drauf, was sonst so los ist im Verbund. 

Hier der Ticker für Dezember 2023 und Januar 2024:

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Signatur statt Sicherheit: Haben sich die Sparkassen von Benko einseifen lassen?

Wenn mitten in Deutschland ein Immobilien-Imperium zusammenbricht (und zwar eines, das sich wesentlich über Schulden finanziert hat) – dann trifft’s natürlich auch die ein oder andere einheimische Bank. Dass unter den Signa-Gläubigern also eine Helaba, eine NordLB oder eine DZ Hyp ist: Wundert’s einen? Was da fast mehr erstaunt: Einige prominente Namen scheinen auf den kursierenden Gläubigerlisten ja explizit zu fehlen; jener der Deutschen Bank etwa. Und wenn man dann erzählt bekommt, in den Boom-Jahren habe manches größere Geldhaus regelrechte Trupps losgeschickt, um das Benko’sche Reich zu durchleuchten (anscheinend mit dem Ergebnis, von einer Kreditvergabe lieber abzusehen) – dann knüpft sich hieran die Frage: Was haben denn die erstaunlich vielen bei Signa engagierten kleinen Banken getan, um sich abzusichern? Und was, bitteschön, hatten diese überhaupt mit Benko zu schaffen? Denn, nur nochmal zur Erinnerung (#1): Auf der Mitte Januar publizierten Gläubigerliste der „Bild“ fanden sich nicht weniger als 12 hiesige Volks- und Raiffeisenbanken und sogar 19 hiesige Sparkassen. Und, nur nochmal zur Erinnerung (#2): Laut „Financial Times“ stehen den allein von der Signa Holding angehäuften Verbindlichkeiten in Höhe von 5,26 Mrd. Euro gerade mal dingliche Sicherheiten im Umfang von 250 Mio. Euro gegenüber. Frage: Ist insbesondere bei den Sparkassen möglicherweise auch das gelandet, was sich anderweitig nur schwerlich verticken ließ? Indizien, dass es so gewesen sein könnte, gibt es einige. Unsere Recherche: FS Premium

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Wenn die Sparkasse an der Ecke mal eben >200 Mio. Euro Gewinn scheffelt

Der Eindruck, dass die großen Regionalbanken in stark unterschiedlichem Umfang von der Zinswende profitieren, verstärkt sich. So berichtet die Sparkasse Aachen (Nr. 13 im DSGV-Ranking) gegenüber der „Aachener Zeitung“ (Paywall) von einem um 44% auf 311 Mio. Euro emporgeschnellten Zinsüberschuss – mit der Folge, dass das Betriebsergebnis vor Bewertung bei 224 Mio. Euro (!!!) gelegen habe, irrwitzige 1,53% der durchschnittlichen Bilanzsumme. Dagegen vermeldet die siebtgrößte deutsche Sparkasse, nämlich jene aus Pforzheim-Calw (in deren 22-seitiger Bilanz-PK-Mitteilung sich darüber hinaus keine einzige operative Kennzahl findet) ein „Betriebsergebnis vor Bewertung ohne Berücksichtigung von Sonderfaktoren“ in Höhe von 137 Mio. Euro.* Das sind dann deutlich lebensweltlichere 0,80% der DBS.

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Kurz getickert

  • Schlechte Nachrichten für die bei Benko investierten Banken und Sparkassen. Laut Auskunft des Insolvenzverwalters stehen den von der Signa Holding angehäuften Verbindlichkeiten in Höhe von 5,26 Mrd. Euro gerade mal dingliche Sicherheiten in Höhe von 250 Mio. Euro gegenüber. FT (Paywall)

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Das Sparkassen-Beben in NRW – und die vier Lehren, die sich daraus ziehen lassen

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Und gleich noch eine Großfusion im Sparkassen-Sektor?

Ist’s eine bloße Koinzidenz? Liegt’s daran, dass Zusammenschlüsse auf der Primärebene generell meist früh im Jahr annonciert werden? Oder zieht das Fusionstempo im Sparkassen-Sektor gerade tatsächlich wieder an? Fest jedenfalls steht: Neben dem gestern beleuchteten nordrhein-westfälischen Sparkassen-Beben bahnt sich auch in Bayern ein stattlicher Sparkassen-Merger an. So verkündete die Sparkassen Schwaben-Bodensee (mit einer Bilanzsumme von 9,5 Mrd. Euro zuletzt bereits die Nr. 30 in der DGSV-Rangliste), sich mit der Sparkasse Günzburg-Krumbach verbünden zu wollen, die ihrerseits per Ende 2022 immerhin 2,4 Mrd. Euro auf die Waage brachte. Sieht so aus, als gebe es neben dem Münsterland einen zweiten Konsolidierungs-Hotspot hierzulande, siehe im Herbst 2022 unsere Analyse –> Sparkassen-Fusionitis am Beispiel der Groß-Region Allgäu.

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Das Sparkassen-Beben in NRW – und die vier Lehren, die sich daraus ziehen lassen

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Vergütungs-Serie (#3): Auch die Sparkassen produzieren immer mehr Multi-Millionäre

Wenn stimmt, dass das Phänomen des Vergütungs-Millionärs bei Sparkassen und Volksbanken eine Funktion der Nullzins-Ära ist (niedrige Zinsen –> steigende Pensionszuschüsse –> explodierende Vergütungen) – dann müsste demnächst doch eigentlich der entgegengesetzte Effekt zu beobachten sein, oder? Sprich: Es gibt wieder Zinsen. Also brauchen die Institute auch weniger Geld für die Altersvorsorge ihrer Vorstände zurückzulegen. Und in der Konsequenz sinkt dann auch die Zahl der Vergütungs-Millionäre wieder … Doch wird’s wirklich so kommen? Warten wir’s mal ab! (Es gibt natürlich weitere zu berücksichtigende Effekte, wie zum Beispiel die Verknüpfung der Vorstandsgehälter mit den – auch fusionsbedingt – steigenden Bilanzsummen, aber das würde jetzt zu weit führen). Was jedenfalls feststeht: In den 2022er-Vergütungen zeigen sich etwaige dämpfende Effekte der Zinswende noch nicht wirklich. Im Gegenteil: Wie dieser Tage bereits am Beispiel der VR-Banken nachgewiesen, gesellt sich zum Phänomen des „Vergütungs-Millionärs“ nun auch noch das Phänomen des „Multi-Millionärs“. So zählen wir bei den Sparkassen acht Beschäftigte mit einer Vergütung von 2,0-2,5 Mio. Euro, sechs mit einer Vergütung von 2,5-3,0 Mio. Euro, einen mit einer Vergütung von 3,0-3,5 Mio. Euro und sogar einen mit einer Vergütung von 3,5-4,0 Mio. Euro. Satt, auch wenn in den meisten Fällen einmalige Effekte hineingespielt haben dürften. Hier die komplette Übersicht: FS Premium

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Die „Millionäre“ bei LBBW, DZ Bank, Helaba, Deka und sonstigen Verbund-Instituten

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Reuter sagt zur Begrüßung, was Schleweis zum Abschied sagte

Der neue Sparkassen-Präsident Ulrich Reuter hat bei seiner ersten großen Programm-Rede die defensive Zinspolitik seiner Organisation kritisiert. „Die ökonomisch begründete Zurückhaltung bei der Verzinsung von Einlagebeständen hat uns im Marktvertrauen belastet“, erklärte Reuter laut „Handelsblatt“ (Paywall) vor Sparkassen-Vorständen in Berlin – und schlug damit in die gleiche Kerbe wie sein Vorgänger Helmut Schleweis vor wenigen Wochen bei seiner Abschiedsrede („Wenn wir den Eindruck hinterlassen, Sparsamkeit nicht mehr zu belohnen, dann nagt das an unserer DNA“). Darüber hinaus plädierte Reuter für eine stärkere Fokussierung auf die Kundenzufriedenheit, warb für den Erhalt eines dichten Filialnetzes (auch das eine Anleihe bei Schleweis) und kündigte eine Erhöhung des Frauen-Anteils in den Sparkassen-Vorständen an. Binnenpolitisch umstrittene Themen wie Fusionen unter Landesbanken und sonstigen Verbund-Instituten haben es dagegen nicht auf die Agenda geschafft.

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Kurz getickert

  • Die Kreissparkasse Köln nimmt Einschnitte in ihrem Filialnetz vor. Zurzeit verfügt das mit einer Bilanzsumme von rund 30 Mrd. Euro größte deutsche Kommunalinstitut noch über 115 Zweigstellen. Davon werden nun 23 dichtgemacht – was die Rheinländer allerdings durch mehr SB-Stellen (plus 21 auf künftig 76) und mehr Haltepunkte für den Sparkassen-Bus (plus 9 auf künftig 65) zu kompensieren versuchen.
  • Die Sparkassen aus Ulm, Göppingen, Reutlingen und Biberach bündeln ihr internationales Firmenkundengeschäft in einer neuen Gesellschaft namens „S-International BWS“

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Linktipp

Von Naspa bis Cronbank: Die „Bild“ hat Mitte Januar eine umfangreiche Liste mit mutmaßlichen Signa-Gläubigern veröffentlicht. Viele Adressen waren schon bekannt, es finden sich aber auch ein paar Sparkassen und Volksbanken, deren Namen noch nicht kursierten. Disclaimer: Überprüft haben wir die Liste nicht: Bild (frei zugänglich)

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Nach Intervention des Sparkassen-Verbands …

Konto-Eröffnung via eID: Warum der „PIN-Rücksetzdienst“ vielleicht doch bleibt

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Banken und Sparkassen kommen wieder leichter an Einlagen

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Kurz getickert

  • Die Sparkassen kommen mit dem Umtausch ihrer 46 Mio. Euro Girocards voran. So seien inzwischen 12 Mio. Karten mit einer neuen Co-Badge-Funktion ausgestattet, berichtet das „HB“ (Paywall).
  • Nach der LBBW schreibt auch die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ihren Anteil am 100-Mio.-Euro-Konsortialkredit für „Signa Sports“ komplett ab, berichtet „Bloomberg“ (Paywall). Freilich: Die Esslinger dürfte der Schritt – bei ihnen geht es um einen sehr niedrigen zweistelligen Millionenbetrag – deutlich stärker schmerzen als die Stuttgarter.

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Diese fünf Fragen stellen sich 2024 für Sparkassen und Genobanken

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Exklusiv: Sparkassen erhöhen Investitions-Budget für „OS Plus“ im jährlich 50 Mio. Euro

Während der Genosektor über die geplante Erhöhung der IT-Umlage für die Atruvia streitet (siehe zuletzt hier), scheinen sich die Sparkassen mit entsprechenden Ausgaben für ihr Kernbanken-System „OS Plus“ derzeit leichter zu tun. Wie ein Sprecher des sektoreigenen IT-Dienstleisters Finanz Informatik Finanz-Szene bestätigt, wird das entsprechende Investitionsbudget von 2024 an um jährlich 50 Mio. Euro erhöht – ausgehend von einem Niveau von bislang 280 Mio. Euro pro Jahr. Zur Einordnung (direkt vergleichbar sind die Zahlen natürlich nicht): Die genossenschaftliche Atruvia will die überwiegend bei den Primärbanken erhobene IT-Umlage bis 2025 auf dann 120 Mio. Euro verdoppeln. Das Geld soll der Modernisierung der Geno-Kern-IT „Agree 21“ dienen.

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Exklusiv – Kreissparkasse Köln erleidet Fehlschlag mit Blanko-Kredit

Die Pleite eines gewichtigen Firmenkunden belastet Deutschlands größtes Kommunalinstitut. Wie die Kreissparkasse Köln gegenüber Finanz-Szene bestätigt, geht es um eine Wertberichtigung im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Der Insolvenzantrag war im ersten Quartal 2023 gestellt worden. Laut eines alten Geschäftsberichts hatte die Kreissparkasse den Kredit zumindest teilweise „blanko“ gewährt, also ohne materielle Sicherheiten. Genau dieser „Blanko“-Anteil des Darlehens dürfte die Wertberichtigung verursacht haben. Um welches Unternehmen es sich handelt, wollte die KSK Köln mit Verweis auf das Bankgeheimnis nicht preisgeben.

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Kurz getickert

  • Der deutsche Sparkassen-Verband gründet eine eigenständige Payment-Abteilung (bislang gehörte der Bereich zur Digital-Abteilung) und setzt dabei überwiegend auf externe Expertise. Leiten wird das neue Ressort vom 1. Februar an der bisherige EZB-Manager Christian Schäfer, der sich bei der Notenbank zuletzt um die Entwicklung eines Zahlungs-Schemes basierend auf dem digitalen Euro bemüht hatte (siehe –> EPI vs. EZB: Das stille Ringen um die europäische Payment-Herrschaft). Beim DSGV trifft Schäfer unter anderem auf den früheren Solarisbank-Manager Jörg Abrolat (leitet seit November die „Digital Payments“-Gruppe, siehe hier) sowie den ebenfalls kürzlich verpflichteten Payment-Nerd Maik Klotz (siehe hier).
  • Die 2023er-Zahlen der Stadtsparkasse Wuppertal liefern ein weiteres Indiz für signifikante Kostensteigerungen im Sparkassen-Sektor (ein anderes Indiz finden Sie hier). So erhöhte sich der Verwaltungsaufwand des NRW-Instituts im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 134 Mio. Euro – ein Plus von satten 15% (und das, nachdem die Sparkassen ihre Kosten in den Vorjahren so gut im Griff hatten wie keine andere Bankengruppe, siehe hier). Zugleich: Dank der Zinswende konnten die Wuppertaler ihren Zinsüberschuss (+63% auf 183 Mio. Euro) und in der Folge ihr Ergebnis vor Bewertung (verdoppelt auf 110 Mio. Euro = 1,35% der durchschnittlichen Bilanzsumme) spektakulär steigern – dem Kostenplus zum Trotz.
  • Die Hamburger Sparkasse stoppt ihr Jobabbau-Programm. Bis Ende 2024 sollten eigentlich 900 Arbeitsplätze wegfallen – stattdessen belasse man es bei 600 Stellen, sagte Vorstandschef Harald Vogelsang der „BÖZ“ (Paywall). Das Effizienz-Programm „Spring“, das per Ende 2023 abgeschlossen sein sollte, wird derweil bis 2025 verlängert. Begründung: IT-Projekte müssten „wegen regulatorischer Anforderungen“ verlängert werden.
  • Eine technische Störung beim Sparkassen-Zahlungsdienstleister Payone hat über die Weihnachtstage bei offenbar zahlreichen Bankkunden zu doppelten Abbuchungen geführt. Betroffen waren Medienberichten zufolge Kunden, die am 23. Dezember mit einer Visa-Karte eingekauft hatten. RP (Paywall)

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Der (geglückte!) Groß-Angriff der LBBW auf die Deka

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Kurz getickert

  • Bei der Sparkasse Bielefeld (mit einer Bilanzsumme von 7,8 Mrd. Euro die Nummer 46 im DSGV-Ranking) rückt per August 2024 erstmals eine Frau an die Spitze – nämlich Jennifer Erdmann, die dem Vorstand des Instituts seit 2017 angehört.
  • Die Hamburger Sparkasse beruft gut fünf Jahre, nachdem Finanz-Szene den vorzeitigen Abgang der damaligen Privatkunden-Chefin Bettina Poullain publik machte, erstmals wieder eine Frau in den Vorstand. Nämlich: Birte Quitt, die vergangenes Jahr von der Erste Group (also von der Ösi-Bank, bei der auch die Coba ihr Vorstandspersonal rekrutiert) zur Haspa gekommen war und künftig unter anderem „Teile des Privat- und Firmenkundengeschäfts“ verantworten soll, wie es in einer Mitteilung heißt …
  • … Ebenfalls interessant: En passant wird in dem Statement auch erwähnt, dass der vor drei Jahren in den Haspa-Vorstand aufgestiegene Olaf Oesterhelweg (siehe –> Haspa sucht Frau. Und findet Mann. Wie kann das sein?) vor einigen Wochen zum Vizechef ernannt worden ist. Darf man hierin schon ein Präjudiz sehen, wer die größte deutsche Sparkasse (Vorstandschef Harald Vogelsang, der im Januar 65 Jahre alt wird, will noch bis Ende 2026 durchziehen) künftig führen wird?

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Ja, wo bleiben sie denn, die so ersehnten Zuschreibungen? 

Als Sparkassen und Volksbanken in diesem Frühjahr horrende Wertverluste in ihren Eigenanlagen eingestehen mussten (zusammen ging es um rund 15 Mrd. Euro) – da wurde in der Packungsbeilage stets der eindringliche Hinweis mitgeliefert, dass die Verluste über die Zeit selbstverständlich wieder aufgeholt würden. So, als wären die Abschreibungen von heute natürlicherweise die Zuschreibungen von morgen. Nun wollen wir nicht in Abrede stellen, dass es in den allermeisten Fällen tatsächlich so kommen dürfte. Allerdings scheint es sich um einen dann doch bemerkenswert langwierigen Prozess zu handeln.

So wies die Bundesbank kürzlich darauf hin, dass laut ihrer Prognose selbst 2027 erst zwei Drittel der letztjährigen Wertverluste aufgeholt sein werden (was mit dem letzten Drittel ist, sagte die Buba übrigens nicht). Dazu passt eine aktuelle Indikation der baden-württembergischen Sparkassen: Schon im Sommer hatte es geheißen, nach den jüngsten Wertberichtigungen von fast 1 Mrd. Euro werde in diesem Jahr gerade mal mit Zuschreibungen von 50 Mio. Euro gerechnet. Gegenüber „Bloomberg“ (Paywall) haben die BaWü-Sparkassen die Summe nun sogar noch mal nach unten korrigiert – auf nur noch 30 Mio. Euro.

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Kurz getickert

  • Finaler Erfolg für die NRW-Sparkassen bei der Frage, wer für die auf rund 1 Mrd. Euro taxierten Cum-Ex-Altlasten der früheren WestLB aufkommen muss: Die eine Nachfolge-Gesellschaft (nämlich die komplett in Staatsbesitz befindliche Portigon) war zuletzt ja schon vor dem OLG Frankfurt mit dem Versuch gescheitert, die Kosten auf die andere Nachfolge-Gesellschaft (nämlich auf die zu 50% den Sparkassen gehörende „Erste Abwicklungsanstalt“) abzuwälzen – nun hat auch der BGH eine entsprechende Beschwerde von Portigon abgewiesen. Die nordrhein-westfälischen Sparkassen sind damit fein raus.
  • Die Hoffnungen von Banken und Sparkassen, ihre Gebühren künftig doch wieder nach eigenem Ermessen anzuheben zu können (siehe unseren Newsletter vom 20. November), haben einen Dämpfer erhalten. Man stehe den entsprechenden Plänen von Justizminister Marco Buschmann (FDP) „mindestens skeptisch bis ablehnend gegenüber“, sagte der Grünen-Finanzpolitiker Stefan Schmidt dem „Handelsblatt“ (Paywall). „Eine Rückkehr zur Möglichkeit umfassender Preissteigerungen per Zustimmungsfiktion ist für uns ausgeschlossen.“
  • Kein Tag ohne neue Benko-News. So enthüllte „Bloomberg“ (Paywall) gestern, dass sich auf der Gläubigerliste der Signa Holding auch die Namen von acht weitere deutschen Sparkassen befinden, nämlich die SSK Düsseldorf, die KSK Göppingen sowie die Sparkassen in Leipzig, Merzig-Wadern, Rhein-Nahe, Siegen, Südwestpfalz sowie die mittlerweile fusionierte Sparkasse Südliche Weinstraße (über die Höhe der Engagements wurde leider nichts bekannt).

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Sparkassen mit deutlich mehr als 2 Millionen neuen App-Nutzern

Die deutschen Sparkassen dürften in diesem Jahr so viele Mobil-Kunden hinzugewinnen wie nie zuvor. Nach Angaben von Andreas Schelling, dem Chef des verbundeigenen IT-Dienstleisters Finanz Informatik, kam die Sparkassen-App per Ende November auf 16,1 Mio. aktive Nutzer („aktiv“ definiert als „mindestens einmal monatlich in der App“) – verglichen mit 13,9 Mio. Nutzern per Ende letzten Jahres. Damit haben die Sparkassen nach dem etwas schwächeren Vorjahr („nur“ 1,6 Millionen neue App-Nutzer) in diesem Jahr wieder deutlich zugelegt und liegen auf Kurs, das vor einiger Zeit formulierte Langfrist-Ziel zu erreichen. Dieses lautet: 23 Mio. App-Nutzer bis Ende 2027.

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Sparkassen gründen neuen Dienstleister nur fürs „Auslagerungs-Management“

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Baufi-Neugeschäft erholt sich leicht – allerdings nicht bei den Sparkassen

In der privaten Baufinanzierung ist der Oktober besser gelaufen als der überaus schwache Vormonat. Laut Bundesbank-Daten belief sich das Neugeschäft auf 13,8 Mrd. Euro – verglichen mit 12,3 Mrd. Euro im September. Keinerlei Erholung in der privaten Wohnimmobilien-Finanzierung verspüren gleichwohl die baden-württembergischen Sparkassen: Nachdem die Kreditvergabe schon im ersten Halbjahr um 61% (!) auf durchschnittlich gut 600 Mio. Euro monatlich eingebrochen war, liege man inzwischen sogar nur noch bei 500-600 Mio. Euro pro Monat, sagte der regionale Sparkassen-Präsident Peter Schneider gegenüber „Bloomberg“ (Paywall).

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Kurz getickert

  • Die Sparkassen setzen sich ein gruppenweites Ziel für den Frauenanteil in Vorständen. Während die Quote aktuell laut dem Datenanbieter „Barkow“ bei rund 7% liegt, sollen es bis spätestens 2035 mindestens 30% sein. HB (Paywall)

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Sämtliche Sparkassen-News aus Oktober und November 2023

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