Podcast (#53)

Union-Chef Reinke – der Ergebnisbringer der DZ Bank

1. März 2022

Von Christian Kirchner

Wenn die DZ Bank heute den vermutlich höchsten Gewinn ihrer Geschichte präsentiert (bisheriger Rekord: 2,9 Mrd. Euro im Jahr 2014) – dann wird der Mann, der den größten Teil zu diesem Ergebnis beigetragen hat, nicht mit auf der Bühne stehen. Nun muss man betonen, dass dem Mann, von dem wir hier reden, mitnichten irgendein Unrecht geschieht. Er ist ja nicht der Chef der DZ Bank, sondern lediglich der Chef ihrer Fondstochter, der Union Investment. Und doch darf man mutmaßen: Der DZ Bank ist es vielleicht gar nicht so unlieb, dass ihr wichtigster Mann immer so ein bisschen im Schatten bleibt.

Weil: Hans-Joachim Reinke ist eher keiner dieser modernen Banker, die den Journalisten von den PR-Leuten für die schönen Porträts empfohlen werden. Wozu man wissen muss: Als Reinke, Sternzeichen: Vertrieb, 2010 auf den Chefposten der Union Investment rückte, steckte der Branche noch relativ frisch die Finanzkrise in den Knochen. Die Lehman-Oma. Die Sache mit den Zertifikaten. Sie wissen schon. Das Zeitalter des Vertriebs, so schien es, war vorbei. Fintechs gab es zwar noch keine. Wohl aber ETFs, Quirin, die ewige Forderung nach einem Provisionsverbot und einen auch damals schon sehr ausgeprägten Glauben an den Selbstentscheider. Die klassische, vertriebsgetriebene, bankeneigene Fondsgesellschaft? Ein Auslaufmodell, wie nicht nur die Commerzbank glaubte, die just ein Jahr zuvor, also 2009, die Cominvest verscherbelte. Reinke dagegen (Credo: “Keiner steht morgens auf und sagt, heute lege ich mein Geld an”)? Machte als Vorstandschef das, woran er glaubte und was er konnte: Vertrieb.

Mit erstaunlichen Folgen. Denn die Union Investment ist heutzutage eine so gut geölte Gewinnmaschine, dass man sich bisweilen fragt: Was geht da eigentlich ab? Fragen wir ihn doch selbst! “Finanz-Szene – Der Podcast”, heute mit Hans-Joachim Reinke. Auf geht’s:

[Hinweis der Redaktion: Das Gespräch mit Herrn Reinke wurde Anfang vergangener Woche – also vor der russischen Invasion in der Ukraine – aufgenommen]

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