Exklusiv

Union Investment lud Sparda-Chefs jahrelang zu Luxusreisen ein

16. Juni 2020

Von Christian Kirchner

Die Union Investment, man kann es nicht anders sagen, ist eine ziemliche Erfolgsgeschichte. 8,1 Mrd. Euro netto flossen dem genossenschaftlichen Fondsanbieter vergangenes Jahr im Publikumsgeschäft zu. Das ist fast genau so viel, wie sämtliche übrigen deutschen Fondsgesellschaften im Publikumsfonds-Geschäft zusammen eingesammelt haben. Das operative Ergebnis betrug stolze 650 Mio. Euro. Ein Plus von 30%. Und ein Rekordwert.

Das Erfolgsgeheimnis? Ist gar keins. Denn längst weiß die ganze Branche, worauf der Absatzerfolg der Union Investment (siehe auch unsere große Analyse aus dem Februar) vor allem beruht – nämlich auf einer konsequenten Umsetzung des sogenannten „Verbundprinzips“: Die Union legt die Fonds auf. Die Genobanken vor Ort vertreiben sie. Und zwar weitgehend exklusiv. Union-Fonds für Privatanleger gibt es im klassischen Vertrieb nur bei Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und sonstigen Geno-Instituten. Dafür vermitteln diese ihren Kunden bei Fonds aber auch kaum etwas anderes als Union-Produkte. Es ist ein Verhältnis, wie es enger kaum sein könnte.

Indes: Wie Recherchen von Finanz-Szene.de zeigen, ist die Beziehung zwischen der Union Investment und den Genobanken auch in anderer Hinsicht sehr eng. Zumindest gilt dieser Befund für die Sparda-Banken. Beziehungsweise: Er galt. Bis 2016. Jahrelang gingen etliche Vorstände deutscher Sparda-Banken bis dahin nämlich auf Einladung der Union Investment auf mehrtägige Reisen in diverse europäische Metropolen.

Für den Trip in das kroatische Dubrovnik im Jahr 2015 liegt Finanz-Szene.de das Programm inklusive einer Teilnehmerliste vor. Andere Reisen sind durch zahlreiche – uns ebenfalls vorliegende – Bilder, Teilnehmerlisten sowie Aussagen dokumentiert. Nimmt man das Programm der Dubrovnik-Reise zum Maßstab, dann handelte es sich um Reisen, bei denen Kost, Logis und Freizeit auf höchstem Niveau geboten wurde, aber in drei Tagen kein einziger fachlicher Punkt auf dem Programm stand. Mit dabei in Dubrovnik laut Teilnehmerliste:

  • Zehn Sparda-Chefs oder -vorstände der Sparda-Bank Baden-Württemberg, Sparda West, Sparda Nürnberg, Sparda Münster, Sparda Berlin, Sparda Augsburg, bis auf eine Ausnahme jeweils mit Ehepartner;
  • der Bereichsleiter Marketing des Sparda-Verbands;
  • dazu vier Vertreter der Union Investment, darunter Vorstandschef Hans-Joachim Reinke

Dass die Reisen stattgefunden haben, dass die Union bezahlt hat – das wird auf Anfrage von Finanz-Szene.de weder von der Union Investment noch von den Sparda-Banken bestritten. Die Frage indes lautet: Was waren das für Reisen? Welchem Zweck dienten sie? Und wie sind sie einzuordnen – kulturell, compliance-technisch und überhaupt?

Blicken wir ins Programm für den Dubrovnik-Trip im Sommer 2015: Laut Ablaufplan trafen sich die Teilnehmer am Donnerstag, den 25. Juni, um 9.30 Uhr im „Bistro Käfer’s“ am Frankfurter Flughafen. Von dort ging es für die insgesamt rund 30 Teilnehmer nach Dubrovnik. Dem Programm zufolge aber nicht etwa per Linienmaschine – obwohl es damals, wie wir recherchiert haben, umstiegsfreie Lufthansa-Flüge zwischen Frankfurt und Dubrovnik gab. Sondern: Der Plan sah für 11:30 Uhr den Abflug mit einer eigens gemieteten Maschine der Kölner Charterflug-Gesellschaft WDL Aviation (Flugnummer: 410) vor.

Bilder zeigen entspannte Urlauber, die winkend in die Maschine einsteigen und einen Vorstandschef Hans-Joachim Reinke, der im „Hoodie“ Zeitungen an die Reisenden verteilt. An Bord herrschte den uns vorliegenden Fotos zufolge reichlich Platz: Nicht einmal jeder zweite Sitz der vierstrahligen BAE 146 war besetzt.

Vor Ort dann (wir zitieren weiter das offizielle Programm): „Spaziergang an der Promenade mit Imbiss“ (14.30 Uhr). Anschließend Check-in im Fünf-Sterne-Hotel „Valamar Dubrovnik President“, gelegen direkt an der Adria, Preis pro Zimmer anno 2020 (laut Hotel-Website) übrigens 330 Euro pro Nacht.

Nach einer „Stadtbesichtigung“ (19 Uhr) ging es dem Programm zufolge zu einem „Sundowner auf den Klippen“ im „Cafe Buza“, anschließend dann weiter zum Dinner ins Restaurant „Nautika“. Dieses bezeichnet sich heute als „Dubrovniks bestes Restaurant“, der Reiseführer Condé Nast sieht im „Nautika“ eines der „romantischsten Restaurants der Welt“. Preis im Jahr 2020: Umgerechnet 110 Euro für das günstigste Menü ohne Getränke.

Der Freitag: „Treffen in der Hotellobby zur Cabrio-Tour“ (9.30 Uhr). Bilder zeigen Reisende, die lachend aus Oldtimern winken. Weiter ging es am Nachmittag laut Programm mit einem Lunch im Restaurant „Bota Sare“, bevor noch ein Bootsausflug zu den Dubrovnik vorgelagerten Inseln auf der Agenda stand. Auf den Fotos ist zu erkennen: Es handelte sich um Sportboote des Typs „Leader 805“, auf einem weiteren Bild ist eine prall gefüllte Austernplatte zu sehen. Ab 16.30 Uhr dann (wir zitieren weiterhin aus dem Programm) „Zeit zur freien Verfügung, bevor die Reisegruppe den Tag mit einer „exklusiven Fahrt zum Altstadthafen“ (19.45 Uhr) beschloss und mit einem Abendessen im „360 Grad“ ausklingen ließ, Menüpreis auch hier im Jahr 2020: 120 Euro pro Person laut Karte.

Am Samstag um 11 Uhr ging es dem Ablaufplan zufolge wieder zurück zum Flughafen und von dort zurück nach Deutschland – diesmal mit einer eigens für die Teilnehmer gecharterten Maschine mit der Flugnummer WDL 411. In Frankfurt sollte sich die Reisegruppe schließlich auflösen, wobei laut Programm eine „individuelle Weiterreise“ organisiert war, die die Teilnehmer ihrem „persönlichen Reiseplan“ entnehmen konnten.

Finanz-Szene.de übersandte der Union Investment einen Fragenkatalog zu dieser Reise. Dieser umfasste unter anderem Fragen nach dem Zweck des Trips, wer ihn bezahlt hat, wie er steuerlich behandelt wurde, warum ausschließlich Freizeit- und Unterhaltungspunkte im Programm stehen, warum neben den Sparda-Vorständen auch die Ehepartner Teil der Reisegruppe waren und weshalb anstelle einer Linienflugs eine Chartermaschine genommen wurde.

Die Antwort lautete:

„(Die) Union Investment führte in der Vergangenheit einmal im Jahr eine Vorstandsreise für Vorstände der Sparda Banken und Vertreter des Verbandes der Spardabanken e.V. durch. (…) Die Reisen dienten dazu, Raum für Information und fachlichen Austausch außerhalb des Tagesgeschäfts zu bieten. (Die) Union Investment zahlte die Reisen und kam dabei natürlich auch den steuerlichen Pflichten nach.“

[…]

„Unabhängig davon können wir mitteilen, dass im Falle der von Ihnen angesprochenen Reise nach Dubrovnik ausnahmsweise ein Flugzeug angemietet wurde, weil dieses mit Blick auf die aus ganz Deutschland kommenden Vorstände und das Reiseziel Dubrovnik die logistisch bessere Variante war.“

Diverse unserer Fragen blieben im Detail unbeantwortet.

Wir fragten nicht nur bei der Union Investment nach, sondern auch bei den Sparda-Banken. Und beim Sparda-Verband, der die Institute in „rechtlichen, steuerlichen, betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und personellen“ Angelegenheiten berät. Und zu dessen Webpräsenz mittlerweile eine wuchtige „Compliance“-Seite gehört, laut der „Vertrauen, Integrität, Tatkraft und Optimismus“ das Leitbild des Verbandes sind und die wortreich die Bedeutung der „Vermeidung von Interessenskonflikten“ und möglichen Vorteilsnahmen erläutert.

Zur Erinnerung: In Dubrovnik war ja – siehe oben – der Verband in Person seines Bereichsleiters „Marketing und Vertrieb“ auch selber mit von der Partie gewesen. Im Jahr zuvor war die „Vorstandsreise“ nach Lissabon gegangen. Auch zu dieser Reise liegt Finanz-Szene.de umfangreiches Bildmaterial und die Teilnehmerliste vor. Mit dabei war in Lissabon allerdings gleich der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Sparda Banken. Der hieß zu jener Zeit: Joachim Wuermeling und ist seit 2016 Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und dort zuständig für die Bankenaufsicht (die Bundesbank wollte sich auf Anfrage von Finanz-Szene.de nicht äußern. Begründung: Die Bundesbank befasse sich „grundsätzlich nicht mit den früheren beruflichen Tätigkeiten ihrer amtierenden Vorstandsmitglieder“. Einzige Ausnahmen seien Straftatbestände.)

Finanz-Szene.de bat den Sparda-Verband um eine Stellungnahme, ob die Teilnahme an den Reisen mit den zum jeweiligen Reisezeitpunkt geltenden eigenen Compliance-Richtlinien vereinbar waren.

Antwort:

„Als Kooperationspartner der Sparda-Gruppe führte (die) Union Investment in der Vergangenheit einmal im Jahr und letztmalig im Jahr 2016 eine Auslandsveranstaltung für Mitglieder und Vertreter der Gruppe durch. Die Reisen dienten dazu, den Teilnehmern eine Gelegenheit zu geben, sich jenseits des Tagesgeschäfts fachlich auszutauschen und zu informieren. Seitens des Verbandes haben ebenfalls Führungskräfte hieran teilgenommen.

Das Format dieser Reisen sowie der Teilnehmerkreis wurden im Vorfeld durch die Abteilung Compliance von Union Investment auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben hin geprüft und freigegeben, durch Union Investment bezahlt und nach unserem Kenntnisstand entsprechend versteuert.“

Es ist eine Formulierung, die Finanz-Szene.de gleichlautend auch von diversen Sparda-Banken übermittelt wurde. Wir hatten gefragt: Inwiefern ist die Teilnahme angesichts des Geschäftsverhältnisses zwischen der jeweiligen Sparda-Bank und der Union mit den Compliance-Regelungen und den Pflichten eines Bankvorstands vereinbar – und ist dies dokumentiert worden?

Die Antworteten lauteten unisono:

„Das Format dieser Reisen sowie der Teilnehmerkreis wurden im Vorfeld durch die Abteilung Compliance von Union Investment auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben hin geprüft und freigegeben, durch Union Investment bezahlt und nach unserem Kenntnisstand entsprechend versteuert.“

Allein: Eigentlich hatten wir bei den Sparda-Banken ja nicht nach der Prüfung der Compliance-Regelungen durch die Union Investment gefragt. Sondern, inwiefern die Teilnahme an den Reisen mit den Compliance-Bestimmungen der Bank vereinbar war. Hierauf gehen die Antworten aus dem Sparda-Lager allerdings überhaupt nicht ein. Dabei setzt das Wertpapierhandelsgesetz der Annahme von Zuwendungen bei Kreditinstituten enge Grenzen. Und für den „fachlichen Austausch“, auf den alle Akteure verweisen, liefert ja – wie erwähnt – zumindest das Dubrovnik-Programm keinen Hinweis.

„Es liegt auf der Hand, dass es die Pflicht der eingeladenen Bankvorstände ist, eine solche Reise auf Konformität mit den hauseigenen Compliance-Regelungen zu überprüfen und man dies nicht einfach an den Einladenden delegieren kann“, sagt etwa Jan Tibor Lelley, Fachanwalt für Arbeitsrecht der Kanzlei Buse Heberer Fromm und Experte für Compliance-Recht. „Im konkreten Fall kommt aufgrund der Schilderung hinzu, dass man schlicht den gesunden Menschenverstand einschalten muss, ob eine solche Reise angemessen ist oder nicht. Business-Ethik ist eben mehr als reine rechtliche Zulässigkeit.“

Lelley spricht die kulturelle Dimension der Reisen an. Zumal auch die Union Investment auf unsere Fragen antwortet, das Format sei „nicht mehr zeitgemäß“ gewesen, deshalb habe die letzte Reise 2016 stattgefunden. Aber waren sie das vorher? Wie ist es zu beurteilen, wenn eine Fondsgesellschaft Vorstände einlädt, deren von ihnen geführte Häuser sich seit Jahren dazu bekennen, fast nur Fonds ebenjener Gesellschaft zu vertreiben?

Zur Einordnung: Die Union Investment ist ein Geldverwalter, der sich selbst seit Jahren zugute hält, den Aspekten „Corporate Governance“ und „Nachhaltigkeit“ enorm großen Wert beizumessen – während man den Sparda-Banken allein schon aufgrund ihrer genossenschaftlichen Struktur eine gewisse Bodenständigkeit und Kundennähe attestiert, die sich mit Luxusreisen wie dem beschriebenen Drei-Tages-Trip nach Dubrovnik nicht ohne Weiteres in Einklang bringen lassen.

Jedenfalls: Finanz-Szene.de legte den Fall in anonymisierter Form leitenden Mitarbeitern mehrerer namhafter deutscher Asset Manager vor, um zu erfahren: Waren solche Reisen bis weit in die 2010er-Jahre hinein in der Branche noch üblich – oder ist der Fall außergewöhnlich? Die Befragten zeigten sich erstaunt bis entsetzt. So meinte einer: „Das klingt nach einer Geschichte, wie es sie seit Mitte der Nullerjahre im Bankenumfeld eigentlich nicht mehr gibt und auch nicht mehr geben sollte.“ Schließlich habe die ganze Branche spätestens nach der Finanzkrise und diversen Skandalen Besserung und kulturellen Wandel gelobt.

Der Fall hat allerdings wohl nicht nur eine kulturelle, sondern auch eine rechtliche Seite. Denn: Asset Manager wie die Union Investment haben besondere treuhänderische Pflichten. Festgehalten sind sie in den Paragrafen 26 und 27 des Kapitalanlage-Gesetzbuchs. Diese sehen unter anderem vor, dass eine Kapitalanlage-Gesellschaft verpflichtet ist …

  • ihrer Tätigkeit „ehrlich, mit der gebotenen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit und redlich nachzugehen“
  • „im besten Interesse der von ihr verwalteten Investmentvermögen (…) und der Integrität des Marktes zu handeln“ und
  • „alle angemessenen Maßnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten und, wo diese nicht vermieden werden können, zur Ermittlung, Beilegung, Beobachtung und gegebenenfalls Offenlegung dieser Interessenkonflikte zu treffen“

Wie passen die jährlichen „Vorstandsreisen“ mit engsten Vertriebspartnern, letztlich aus Gebühren der Anleger finanziert, zu solchen Maßgaben? Die Finanzaufsicht Bafin teilte dazu auf Nachfrage mit, dass man stets „Hinweisen nachgehe“ aber „aufgrund der Verschwiegenheitspflicht dazu keine weiteren Angaben“ machen könne.

Finanz-Szene.de richtete diesbezügliche Fragen zur Vereinbarkeit der Reisen mit den Pflichten einer Kapitalanlage-Gesellschaft auch an die Union selbst. Diese teilte summarisch mit:

„Das Format dieser Vorstandsreisen sowie der Teilnehmerkreis, zu dem auch Partnerinnen und Partner gehörten, wurde im Vorfeld von Compliance auf die Einhaltung der internen sowie der gesetzlichen Vorgaben hin geprüft und freigegeben.“

Ferner müsse die Union  „davon absehen, die von Ihnen gestellten Fragen im Detail zu beantworten“.

Finanz-Szene.de erkundigte sich auch beim Haupt-Eigentümer der Union, also bei der DZ Bank, die als Spitzeninstitut der genossenschaftlichen Banken den Aufsichtsratschef der Union stellt:

  • Waren der DZ Bank – und hier insbesondere Ex-Vorstandschef Wolfgang Kirsch als damaligem Aufsichtsratschef der Union– die „Vorstandsreisen“ bekannt?
  • Gab es eine Prüfung, ob diese Reisen mit geltenden Compliance-Regelungen und den Werten des genossenschaftlichen Verbunds vereinbar waren?

Dazu teilte die DZ Bank mit: „Wir möchten an unsere Tochtergesellschaft Union Investment verweisen, die Ihre Fragen in der Sache beantworten kann und dies auch bereits getan hat.“ Weitere Antworten auf unsere konkreten Fragen gab es nicht.

Dabei ist der Blick auf die Besetzung des Union-Aufsichtsrats auch aus einem anderen Grund interessant. Denn in dem Gremium sitzt seit Mai 2015 auch der damalige und heutige Vorstandsvorsitzende der Sparda Nürnberg, Stefan Schindler. Und der gehörte laut Teilnehmerliste ebenfalls jener Reisegruppe an, die im Juni 2015 (also nach Schindlers Amtsantritt als Union-Aufseher) im gecharterten Jet an die Adria aufbrach.

Finanz-Szene.de erkundigte sich bei der Sparda Nürnberg, inwiefern ihr Vorstandsvorsitzender Schindler die Reise mit den Pflichten einer KAG laut Kapitalanlagegesetzbuch im Sinne der Paragrafen 26 und 27 vereinbar hält – und wie mit der Rolle eines Aufsichtsrats.

Dazu teilt die Sparda Nürnberg mit:

„Der Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Nürnberg, Stefan Schindler, hat an der Reise nach Dubrovnik teilgenommen. Die Reise diente dazu, den Teilnehmern eine Gelegenheit zu geben, sich jenseits des Tagesgeschäfts fachlich auszutauschen und zu informieren. Nach unserem Kenntnisstand wurde das Format dieser Reise sowie der Teilnehmerkreis im Vorfeld durch die Abteilung Compliance von Union Investment auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben hin geprüft und freigegeben, durch Union Investment bezahlt und entsprechend versteuert.“

Nun noch mal zur Einordnung: Die Öffentlichkeit wusste von den Luxusreisen, zu denen die Sparda-Vorstände jahrelang von Union Investment eingeladen wurde, bis zum heutigen Tage rein gar nichts.

Was aber nicht bedeutet, dass die Causa hinter den Kulissen nicht seit längerem für Wirbel sorgt. Nach Finanz-Szene.de-Informationen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt unter dem Aktenzeichen 7590 Js 257595/19 Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue aufgenommen. Gegen wen er sich richtet, ist nicht bekannt.

 

 

 


Der Autor dieses Artikels hat 2015 und 2017 an Union-Investment-Veranstaltungen (Ergebnis-Präsentation plus Gespräche mit Vorständen) teilgenommen, die in Hotels stattfanden. 2015 handelte es sich um das Schloss Löwenstein bei Miltenberg, 2017 um das Hotel im Wasserturm in Köln. In beiden Fällen erfolgte die An- und Abreise auf Kosten des damaligen Arbeitgebers des Autors. Die Verköstigung vor Ort wurde von der Union übernommen. 

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