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Volksbank-Chef schießt gegen den BVR. Plus: Geno-Großfusion

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“Maverick-Volksbank” erhebt schwere Vorwürfe gegen den BVR

Nach dem förmlichen Vollzug der Fusion mit der Raiffeisenbank Borken Nordhessen und der Einstellung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Zahlung einer Geldauflage geht Stefan Siebert, Vorstandschef der “Maverick-Volksbank” aus Schmalkalden, in die Offensive. In einem streckenweise bizarr anmutenden Interview mit dem Blog “InSüdthüringen.de”  erhob Siebert dieser Tage schwere Vorwürfe gegen den genossenschaftlichen Bankenverband BVR und gegen die vom BVR mit einer Sonderprüfung beauftragte Prüfungsgesellschaft Deloitte. Es ist die neueste Wendung in der Saga um die, nun ja, eher unkonventionelle VR-Bank Bank Bad Salzungen Schmalkalden (siehe z.B. auch hier, hierhier und hier)

Ein Vorwurf: Der verantwortliche Prüfer von Deloitte habe im Zuge der Sonderprüfung wegen möglicher Kreditrisiken bereits sein Urteil gefällt, noch ehe ihm alle Unterlagen vorgelegen hätten, so Sieberts Darstellung. Der Prüfer habe am 11. Juni vor Gericht erklärt, dass der “vom BVR erteilte Prüfauftrag die befürchteten Ergebnisse erbracht habe, man also erhebliche Risiken in unseren Krediten sehe” – dabei seien dem Mann die vollständigen Unterlagen erst am 17. Juni zur Verfügung gestellt worden.

Dass die Bank laufend untersucht werde und Zweifeln an ihren Krediten bestehe, führt Siebert darauf zurück, dass sein Haus schlicht so erfolgreich arbeite. “Dieser Erfolg macht andere neidisch. Auch in unserem eigenen Verband. Denn dort gibt es ja viele Mitglieder, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht. Und da kommen Verbandsvorstände natürlich in Erklärungsnot”, folgert Siebert.

Nach seiner Darstellung verfolge der Verband eine eigene Agenda: So habe die stark im Fußball-Finanzierungsgeschäft engagierte VR Bank Bad Salzungen Schmalkalden einen Kredit im Spitzenfußball abgegeben, “um uns nicht länger angreifbar zu machen. Und nun raten Sie mal, wer diesen Kredit übernommen hat? (…) Eine andere VR-Bank, deren Vorstand im Bundesvorstand des BVR sitzt”, so Siebert in dem Interview [Anm. der Finanz-Szene-Redaktion: Im Vorstand des BVR sitzen überhaupt keine Vertreter von Banken]. Das zeige, dass es nicht um Geschäfte gehe, sondern “um Einfluss und Macht”. Mit seinem Geschäftsmodell gelte man im Verband als “Rebell”, in Wirklichkeit sei sein Haus aber ein “Vorreiter”, sagte Siebert weiter.

BVR und Deloitte wollen auf Anfrage von Finanz-Szene keine Stellung nehmen.

Weitere Snippets aus dem Sparkassen- und Genosektor

  • Die Volksbank Rhein-Lippe und ihr bisheriges Vorstandsmitglied Claus Overlöper gehen seit dem Jahreswechsel getrennte Wege. Nach Information der NRZ entschieden der Aufsichtsrat und Overlöper Ende 2021, das Arbeitsverhältnis zu beenden – dem Vernehmen nach wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Ausrichtung des Instituts mit Sitz in Wesel (und zuletzt gut 1,5 Mrd. Euro Bilanzsumme sowie 301 Mitarbeitern). Damit besteht der Vorstand derzeit nur noch aus zwei Mitgliedern.
  • Und hier noch die, wenn wir es richtig sehen, erste Fusions-Ankündigung des neuen Jahres: Die Groß-Volksbank aus der Ortenau (also die mit dem Payment-Fimmel, die sich nach der Fusion mit der auch nicht ganz kleinen Volksbank Schwarwald Baar Hegau fimmerligerweise “Die Gestalterbank” nennt) sondiert einen Zusammenschluss mit der Volksbank Rhein-Wehra. Zusammen entstünde ein Geno-Koloss mit 130.000 Mitgliedern, rund 1.100 Mitarbeitern und 12 Mrd. Euro Bilanzsumme.

*Unter Mithilfe weiterer Redaktionsmitglieder 

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