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Was diese Woche (sonst noch) im Sparkassen- bzw. Genosektor los war

6. Mai 2021

30. April – 5. Mai: Wider das Regionalprinzip, Fusionen, Private Banking bei den Sparkassen, Vorstands-Knatsch

Endlich schaffen wir es einmal, unsere beiden Lieblinge unter den Geno-Banken in einer Meldung unterzubringen: Der Volksbank BraWo (Braunschweig Wolfsburg) gehören nicht nur überraschend viele Immobilien (siehe hier), sondern auch die Braunschweiger Privatbank. Die soll ihr Private Banking nun künftig auch an Rhein und Ruhr anbieten, und zwar von Köln aus. Dort hat sie eine Dependance eröffnet, bestückt mit drei Bankern, die – tataaaa, jetzt kommt’s – vorher bei der Apobank tätig waren: Ralf Habeth, Heike Hübler und Michael Schülke. Wenn wir es richtig sehen, ist dies das erste Mal, dass die 2013 gegründete Braunschweiger Privatbank außerhalb ihres Stammreviers tätig wird.

Und dann haben wir in den vergangenen Tagen drei weitere (geplante) Geno-Fusionen für Sie aufgegabelt. Als da wären: 1) die VR Bank Bamberg-Forchheim (Bilanzsumme: 2.393 Mio. Euro) und die – echt jetzt??? – Vereinigten Raiffeisenbanken Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg (Bilanzsumme: 989 Mio. Euro). 2) die Raiffeisenbank Eifeltor (Bilanzsumme: 297 Mio. Euro) und die Raiffeisenbank Kehrig (Bilanzsumme: 95 Mio. Euro). 3.) die Raiffeisenbank Roth-Schwabach (Bilanzsumme: 1.211 Mio. Euro) und die VR Bank Mittelfranken West (Bilanzsumme: 2.115 Mio. Euro).

Wie läuft das eigentlich, wenn Sparkassen mit der Frankfurter Bankgesellschaft zusammenarbeiten, der Spezialistin für Private Banking im Sparkassensektor? Hier mal ein simples Beispiel aus der Praxis: Seit März 2018 können Kunden der  Taunus Sparkasse für Summen von mehr als 250.000 Euro ein Modell wählen, bei dem das Geld im Depot der Sparkasse bleibt, aber von den Frankfurter Spezialisten verwaltet wird. Nach einem ersten Zwischenfazit dieser Tage, lassen Kunden über diese Schiene bereits mehr als 100 Mio. Euro von der Frankfurter Bankgesellschaft managen. Ob das viel oder wenig ist, liebe Leserinnen und Leser, sei ganz Ihnen überlassen!

So einen Fall hat man auch nicht allzu oft… Noch Ende 2020 hatte es geheißen, Frank Arens stoße zum Vorstand der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach (Bilanzsumme: 1.960 Mio. Euro) und solle dort Ende 2021 zum Vorstandschef aufsteigen. Und nun, keine fünf Monate später, heißt es mit einem Mal, dass besagter Herr Arens das Institut schon wieder verlässt. Die Begründung: „divergierende Ansichten zur künftigen strategischen Ausrichtung“… Hm, vielleicht sind wir ja naiv, aber: Klärt man so etwas nicht üblicherweise, bevor jemand kommt?



Und hier die älteren Snippets aus dem Sparkassen- und Genosektor:

Ein „mittlerer dreistelliger Millionenbetrag“. So beziffert Apobank-Chef Ulrich Sommer die Kosten für die große, chaotisch verlaufene IT-Migration des größten genossenschaftlichen Einzelinstituts hierzulande. Konkreter wird Sommer nicht. Auch nicht auf explizite Nachfrage, jüngst, bei der Bilanz-Pressekonferenz. Also, wie viel war es? Vorweg: Beantworten können wir diese Frage nicht. Aber: Wir können uns der Zahl zumindest einmal ganz, ganz grob annähern.

Nämlich indem wir gucken, wie hoch die Sachkosten der Apobank waren, bevor das Langzeitprojekt 2016 begann (in den Jahren davor waren das immer etwa 230-235 Mio. Euro). Und wie sich die Sachkosten seitdem entwickelt haben. Was hierbei zu berücksichtigen ist: Eigentlich müssten die Aufwendungen nun, da die Kernbank-Migration offiziell als abgeschlossen gilt, doch wieder sinken – oder? Tun sie aber nicht. Stattdessen sollen sie ausweislich der Prognose im 2020er-Abschluss im laufenden Geschäftsjahr auf „stabilem“ Niveau verharren. Womit wir unsere Rechnung also nicht nur für die Jahre 2016-2020, sondern (natürlich mit reichlich Unsicherheit nach vorne raus behaftet …) für die Jahre 2016-2021 aufmachen können …

Sachaufwendungen in Mio. Euro Abweichung von den in den Jahren vor 2016 „üblichen“ Sachkosten
2016 244 11
2017 264 31
2018 325 92
2019 424 191
2020 474 241
2021 *474 *241
Aggregierter Wert   807
*Schätzwerte

… Fairerweise: 1.) Wie sich die Sachkosten ohne Kernbanken-Umzug entwickelt hätten, wissen wir nicht. 2.) Inwieweit sich die Kosten überhaupt abgrenzen lassen, wissen wir ebenfalls nicht. Die Apobank sagt, bezogen auf die gesamten Verwaltungskosten hätten die Kosten für die IT-Migration 2020 rund ein Fünftel ausgemacht – das wären 140 Mio. bis 150 Mio. Euro gewesen. Und 3.) Insbesondere mit Blick auf die 2021er-Prognose sollten man davon ausgehen, dass die Kostendifferenz überwiegend nicht mehr aus anderen Projekten herrührt (im Geschäftsbericht werden die hohen Aufwendungen etwas diffus mit den „Investitionskosten für das Strategieprogramm“ in Verbindung gebracht …). Doch was von der errechneten Abweichung auch immer auf die IT-Migration entfallen oder auch nicht entfallen mag – unterm Strich bleibt die Abweichung als solche. Aggregiert horrende rund 800 Mio. Euro, jedenfalls voraussichtlich. Wow.

Eine (gemietete) Filiale zu schließen – das mag ja ein überschaubares Unterfangen sein. Was aber macht so eine Sparkasse (oder Volksbank …) mit ihrer Zentrale, wenn sich irgendwann herausstellt, dass ebendiese Zentrale fürs digitale Zeitalter dann doch ein bisschen überdimensioniert ist? Beispiel Sparkasse Bodensee: Die hat jetzt (die ganze Geschichte ist nachzulesen im „Südkurier“), wenn wir es richtig verstehen, 20 Mio. Euro in den Rückbau die Renovierung ihrer Hauptstelle Konstanz gepumpt. Aber nicht, um die eigenen Kunden jetzt noch großflächiger zu bedienen. Sondern: zum Zwecke der Vermietung. Immerhin, zumindest ein prominenter Mieter ist gefunden, nämlich (welch‘ Ironie …) der Internethändler Zalando, der hier jetzt ein „Open Outlet“ betreibt. Weniger Glück hat die Sparkasse bislang in der 15.000 Quadratmeter (!!!) großen Hauptstelle Friedrichshafen. Mangels Interesses potenzieller Mieter wurden die Umbau- und Vermietungspläne erst mal auf Eis gelegt, so der „Südkurier“. Dafür hätten die Mitarbeiter jetzt aber immerhin Einzelbüros.

Und wo bleibt das Positive? Hier kommt’s: Die Volksbank Mittelhessen hat diese Woche angekündigt, ihre Mitgliedern eine Dividende von 5,5% ausschütten zu wollen. Man glaubt, es sich leisten zu können. Das Betriebsergebnis nach Bewertung? 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 23% rauf auf 58 Mio. Euro. Na dann!

Im (bayerischen) Schwaben bahnt sich eine – wir zitieren die zurecht euphorisierte Augsburger Allgemeine –  „Megafusion der Sparkassen“ an. In der Tat: Sollten die Kreissparkasse Augsburg und die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim tatsächlich zusammengehen, entstünde ein properer Player mit einer Bilanzsumme von zuletzt rund 8,5 Mrd. Euro – was in der Rangliste der größten deutschen Sparkassen einem Platz irgendwo um die 30 entspräche. Noch kurz (wobei wir hier den Angaben des „Bayerischen Rundfunks“ vertrauen) die beiden Institute in der Kurzübersicht: Die Kreissparkasse Augsburg kam zuletzt auf eine Bilanzsumme von 3,9 Mrd. Euro,  hat 489 Beschäftigte, 18 Geschäfts- und 26 SB-Stellen; die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim hat 4,5 Mrd Euro „Bilanz“, 679 Mitarbeiter, 44 Geschäfts- und 25 SB-Stellen. Die Fusion soll im Verlauf des kommenden Jahres technisch vollzogen und dann zum 1. Januar 2022 rückwirkend eingetragen werden. Fusionsbedingten Kündigungen werde es keine geben, hieß es.

Der Meister der „Megafusionen“ ist und bleibt derweil die Frankfurter Volksbank, die diese Woche ihre schon längere Zeit vereinbarten Zusammenschluss der mit der VR-Bank Alzenau perfekt gemacht hat. Wir haben dies zum Anlass genommen, unseren Überblick über sämtliche Fusionen der Frankfurter Voba seit 1990 zu recyceln (wir hatten die Daten einst gesammelt für unsere Analyse „Ist Hessen das Versuchsfeld für die Zukunft der deutschen Kleinbanken?“ aus dem April 2018). Fairerweise: In unserer eigenen Datensammlung fehlt zwei der insgesamt 20 Fusionen. Die haben wir darum einer Aufstellung von „Bloomberg“ entnommen …

1990 Volksbank Vortaunus
1994 Königsteiner Volksbank
1998 Raiffeisenbank Maintal
1999 BVB Volksbank (Bad Vilbel)
  Raiffeisenbank Bad Homburg
  Volksbank Heldenbergen
2000 Volksbank Raiffeisenbank Hanau
  Volksbank Usinger Land
2002 Volksbank Mörfelden-Walldorf
  Volksbank Kelsterbach
2003 Offenbacher Volksbank
  Volks- und Raiffeisenbank Weilmünster
2004 Raiffeisenbank Bruchköbel
2006 Volksbank Egelsbach
2009 Volksbank Main-Taunus
2012 Vereinigte Volksbank Griesheim-Weiterstadt
2016 Volksbank Höchst am Main
2018 Volksbank Griesheim
  Vereinigte Volksbank Maingau
2021 VR-Bank Alzenau

Ein weiteres Genoinstitut will die Zins-Malaise durch Immobilien-Investments kompensieren – nämlich die Volksbank Nienburg, mit einer Bilanzsumme von 1,365 Mrd. Euro momentan die Nr. 225 unter den Genossenschaftsbanken hierzulande. Zu diesem Zweck hat das niedersächsische Institut schon Ende 2019 eine Sparte namens „Geno-Invest“ ins Leben gerufen und dieser Tage nun gegenüber Lokalmedien erste Zahlen genannt: Seit der Gründung habe man „etwa 20 Mio. Euro für Immobilien ausgegeben“, so Vorstandschef Markus Strahler. Nun sollen weitere 10 Mio. bis 15 Mio. Euro jährlich folgen. Dabei investiert die Volksbank Nienburg sowohl in Wohnanlagen als auch in Gewerbeobjekte, um sie dann zu vermieten.

Die Aachener Bank (Bilanzsumme: 1,36 Mrd. Euro) und die Volksbank Heinsberg (1,65 Mrd. Euro) haben ihr Fusionsvorhaben abgeblasen. Die Begründung, so hat es der Heinsberger Vorstand Dirk Cormann allen Ernstes gegenüber der „Aachener Zeitung“ ausgedrückt: „Die gemeinsamen Gespräche haben uns gezeigt, dass beide Institute schon heute gut aufgestellt sind.“ Potzblitz aber auch, dass man darauf nicht schon vorher gekommen war.

Und noch eine geplatzte Fusion: Die VR Bank Mittelhaardt (Bilanzsumme: 0,64 Mrd. Euro) lässt sich jetzt doch nicht von der sehr viel größeren VR Bank Kur- und Rheinpfalz (5,60 Mrd. Euro) schlucken. Begründung hier: irgendwas mit kulturellen und strategischen Unterschieden. Oder so ähnlich.

Unterdessen hat uns einer unserer Leser in einer langen und faktengesättigten E-Mail auseinandergesetzt, warum (seiner Einschätzung zufolge) die VerbundVolksbank OWL früher oder später mit der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten zusammengehen wird – wodurch ein hochpotenter Player mit aggregiert jetzt schon fast 9 Mrd. Euro Bilanzsumme entstünde. Indiz eins: Kooperiert werde jetzt schon, siehe diese Pressemitteilung hier. Indiz zwei, zusammengefasst: Die VV OWL (das „OWL“ steht für Ostwestfalen-Lippe) verfüge über den notwendigen Appetit. Indiz drei: Die Bande zwischen beiden Instituten seien eng, was sich z.B. daran zeige, dass einer der beiden Vorstände der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten, nämlich Herr Thorsten Wolff, bis 2015 Leiter Unternehmenskunden bei der damaligen Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold gewesen sei – die heute zur VerbundVolksbank OWL gehöre. Na denn.

Die Sparkasse Karlsruhe machte 2007 bundesweit Schlagzeilen, weil sie als erste deutsche Sparkasse ein bedingungslos kostenloses Girokonto anbot. Daran gilt es in dieser Woche noch einmal zu erinnern. Denn: So symbolträchtig der damalige Schritt, so symbolträchtig ist auch, was dieser Tage nun zu lesen ist. Denn: Von kommenden Jahr an soll es vorbei sein mit dem bedingungslosen Girokonto bei der Sparkasse Karlsruhe. So zumindest schreiben es die Badischen Neuesten Nachrichten (Paywall).

Einer unserer wunderbaren Leser-Reporter hat uns auf die nächste sich abzeichnende Fusion im genossenschaftlichen Bankenlager aufmerksam gemacht. Und zwar planen die VR-Bank Westmünsterland und die Volksbank Bocholt den Zusammenschluss, wie sich in der „Münsterland Zeitung“ (Paywall) nachlesen lässt. Addiert man die Bilanzsummen von 3,1 Mrd. Euro (Münsterland) und 1,5 Mrd. Euro (Bocholt), dann stellt man fest: Es wäre kein ganz kleiner Player, der da entsteht.

Weitere Snippets mit Bezug zu Sparkassen und/oder Genobanken gibt es dieser Woche auch in den „Personalien“ sowie in der „Rund um Produkt und Kunde“-Rubrik.

Letzte Woche (siehe weiter unten) waren wir ja der Frage nachgegangen, warum die Volks- und Raiffeisenbanken immer weniger neue Mitglieder gewinnen – und  im Corona-Jahr 2020 sogar netto welche verloren haben?  Lag’s, wie der BVR suggeriert, an den zuletzt geschlossenen Filialen und an der Dividendendebatte? Oder liegt’s, wie wir mutmaßten, an einer möglicherweise schwindenden Attraktivität des Vor-Ort-Bank-Modells?

Die Antwort von Leser S. lautet: „Mir würde noch ein vierter Grund einfallen.“ Nämlich: „Mitgliedereinlagen werden von den Genobanken zunehmend als (zu) teuer bewertet.“ Aus diesem Grund, so zumindest glaubt Herr S. es beobachtet zu haben, würden Mitgliedschaften „immer restriktiver gehandhabt und auf rentable Kundenverbindungen beschränkt“. Dabei komme auch die Ausschlussklausel in den Satzungen zur Anwendung, etwa bei Mitgliedern ohne aktive Geschäftsbeziehung. Überprüft haben wir die Angaben von Herrn S. zwar nicht – plausibel aber klingt allemal, was er schreibt. Danke für den Hinweis.

Bei den rheinland-pfälzischen Sparkassen war uns aufgefallen, dass der Unterschied zwischen dem Betriebsergebnis vor Bewertung (474,1 Mio. Euro = 0,69% der DBS) und dem nach Bewertung (240,5 Mio. Euro = 0,35% der DBS) dann doch eklatant ist. Wurde da einfach nur braver Risikovorsorge gebildet als anderswo – oder steckt mehr dahinter? Hat sich gestern (=Donnerstag) Nachmittag leider nicht mehr klären lassen, werden wir aber nachliefern.

Bei den bayerischen Sparkassen reicht derweil eine einzige Tabelle …

2016

2017

2018

2019

2020

Zinsüberschuss

(in Mio. Euro)

3.606,3

3.447,6

3.305,1

3.256,8

3.155,1

Veränd. ggü. Vj.

-3,8 %

-4,4 %

-4,1 %

-1,5%

-3,1 %

… um zu verstehen, was (trotz vieler anderer Probleme) weiterhin das größte Problem von allen ist. Hier die Zahlen im Überblick: Mitteilung

Und dann haben wir heute noch (wir geben nur wieder, was die bösen Lokalmedien da mal wieder schreiben …) die Geschichte der Sparkasse Hegau-Bodensee, die 20 Euro für einen Kontoauszug verlangte und trotz Niederlage vor Gericht auf die Rechtmäßigkeit dieser Gebühr pocht: Südkurier

Bei der Geno-Fondstochter Union Investment plant man sehr langfristig: Zum 1. März 2022 rücken die bisherige Sonja Albers (neu) und André Haagmann (als Nachfolger des in den Ruhestand wechselnden Alexander Schindler) in den Vorstand. Albers ist bislang Personalchefin, Haagmann Leiter des Geschäfts mit institutionellen Kunden. Mitteilung

Man sollte in eine einzelne Zahl nicht zu viel hineininterpretieren, zumal wenn es sich um eine im Kontext (scheinbar) kleine Zahl handelt, nämlich 123.736 … 123.736? Genau. So viele Mitglieder haben die genossenschaftlichen Primärbanken im vergangenen Jahr per saldo verloren, wie aus den diese Woche vorgestellten Jahreszahlen des BVR hervorgeht. Gemessen an den immer noch 18.421.127 Mitgliedern insgesamt ist das zunächst einmal nicht viel, der Rückgang liegt bei gerade mal 0,7%. Indes: Wenn es um Bestandsgrößen geht, dann kann auch „0,7%“ eine große Zahl sein. Zumal: Welchen Grund hat ein Volksbank-Mitglied, seine Volksbank-Mitgliedschaft aufzugeben? Es sei denn, es stirbt – und das mit dem Sterben haben die Genobanken in der Vergangenheit ja durch die entsprechende Gewinnung von neuen Mitgliedern meist mehr als kompensiert bekommen …

…. Indes, diesmal also nicht. Und zwar recht deutlich nicht. Glaubt man den Ausführungen der BVR-Großkopferten, dann ist der Rückgang auf zwei Gründe zurückzuführen: 1.) Die Pandemie – weil der Abschluss neuer Mitgliedschaften nämlich ein Filialthema sei, viele Filialen ja aber nun mal zeitweise geschlossen gewesen seien; und 2.) Die Dividendenverbots-Debatte, die für die Neuakquise naturgemöß nicht eben den förderliche gewesen sei

… Doch was, wenn es noch einen dritten Grund gibt? Was, wenn in Zeiten von Digitalisierung und N26 vielleicht nicht die genossenschaftliche Idee als solche, wohl aber die Volks- und Raiffeisenbanken an Attraktivität verlieren? Dann wäre die vermeintlich kleine Zahl ein großes Menetekel. Zumal sich der vermeintlich pandemie-bedingte Ausreißer leider nur allzu gut in die Entwicklung der vergangenen Jahre fügt…

Heute die vierte Folge („Der Einbruch“) unserer beliebten Reihe „Was gibt’s denn jetzt schon wieder Neues von der Volksbank BraWo“ (genau, das ist die mit den Immobilien …). Also, wir zitieren die Lokalpresse: „Am [Anm.: vorvergangenen] Montag in den frühen Morgenstunden sind Unbekannte in das Gebäude der Volksbank BraWo […] eingebrochen […] Hier zerstörten sie die Wandverkleidung […], gelangten in die Filiale und sabotierten die Alarmanlage. Anschließend entwendeten sie einen Tresor, verluden ihn in ein Fahrzeug und flüchteten.“ Für die ganze Geschichte verweisen wir Sie an die Kollegen der „Wolfsburger Nachrichten“

Stimmt eigentlich, was wir und andere Medien im vergangenen Jahr wieder und wieder behauptet haben, nämlich dass sich der Filialabbau im Zuge der Corona-Pandemie (und des damit mutmaßlich einhergehenden Digitalisierungsschubs) noch einmal beschleunigen wird? Nein, dass stimme so nicht, sagte DSGV-Präsident Helmut Schleweis bei der Bilanz-PK diese Woche, es sei sogar eher so, dass die Dynamik sich verlangsame …

… Wir haben diesen Widerspruch zum Anlass genommen, uns die Zahlen (die uns der DSGV transparenterweise zur Verfügung gestellt hat) mal ein wenig näher anzuschauen. Also, nehmen wir sämtliche Filialen, also auch die „unbemannten“ reinen SB-Standorte, dann würden wir Herrn Schleweis zumindest insofern Recht geben, als sich keine markante Beschleunigung zeigt und die prozentuale Veränderung 2016 sogar höher war als 2020 …

Zahl der Sparkassen-Filialen inkl. SB-Standorte Veränderung zum Vorjahr Veränderung in %
2014 14.874
2015 14.451 -423 -2,8
2016 13.820 -631 -4,4
2017 13.305 -515 -3,7
2018 13.019 -286 -2,1
2019 12.657 -362 -2,8
2020 12.187 -470 -3,7

… beschränkt man die Betrachtung dagegen auf die mit Mitarbeitern besetzten Filialen, so würden wir doch behaupten, dass sich der Abbau 2020 (zumindest wieder) beschleunigt hat. Voilà:

Zahl der Sparkassen-Filialen ohne SB-Standorte Veränderung zum Vorjahr Veränderung in %
2014 11.982
2015 11.419 -563 -4,7
2016 10.568 -851 -7,5
2017 9.801 -767 -7,3
2018 9.330 -471 -4,8
2019 8.862 -468 -5,0
2020 8.174 -688 -7,8

Wieder mal Schande über unser Haupt –  wir haben diese Woche vor lauter Aufregung verabsäumt, die Zahlen der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken zu vermelden. Was hiermit nachgeholt sei: Gesamtbetriebsergebnis vor Bewertung: 1,482 Mrd. Euro. Macht casio-errechnete rund 0,78% der Bilanzsumme. Ob die bajuwarischen Genossen damit wirklich zu den „profitabelsten Bankengruppen Europas“ gehören, wie in der Pressemitteilung behauptet, sei mal dahingestellt. Aber: Dass sie zu den profitabelsten Bankengruppen Bayerns gehören, dem würden wohl nicht einmal die dortigen Sparkassen widersprechen

Liebe Lesermail-Schreiber aus dem Sparkassen-Sektor, Schande über unser Haupt! In all unserer Unwissenheit haben wir in der vergangenen Woche an dieser Stelle doch tatsächlich geschrieben, es handele sich beim geplanten Zusammenschluss der Städtischen Sparkasse zu Schwelm mit der Sparkasse Sprockhövel um „die ersten Sparkassen-Fusionspläne des neuen Jahres“… Welch Fehler! So haben die Stadtsparkasse Magdeburg und die Sparkasse Jerichower Land – wie Anfang Februar publik  wurde – bereits Nägel mit Köpfen gemacht und zum 1. März die neue Sparkasse MagdeBurg gebildet (kein Witz, die schreiben das so).

Und der Vollständigkeit halber: Leser M. schickte uns eine Reihe bereits bekannter Fusionsvorhaben, die zum 1. Januar 2021 vollzogen worden (und damit also nun offiziell sind). Als da wären: die Fusion der Sparkasse Südliche Weinstraße (in Landau) und der Sparkasse Germersheim-Kandel zur Sparkasse Südpfalz, der Zusammenschluss der Stadtsparkasse Kaiserslautern und der Kreissparkasse Kaiserslautern zur Sparkasse Kaiserslautern (die nahe Kreissparkasse Kusel habe zum wiederholten Mal nicht mitfusionieren wollen, schreibt Herr M., dem wir einfach mal vertrauen, dass es wirkloch so war), die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin nimmt die Sparkasse Parchim-Lübz auf – und die Sparkasse Haslach-Zell und die Sparkasse Gengenbach firmieren inzwischen als Sparkasse Kinzigtal.

Die Sparkasse Rhein-Nahe hat sich im Februar an der WIR WohnImmobilienRente GmbH mit Sitz in Hamburg beteiligt. Dabei handelt es sich um ein Startup, das sich auf Immobilien-Verrentung für Privatpersonen spezialisiert hat. Dahinter verbirgt sich die (nicht wirklich neue) Idee, im Alter aus der Immobilie Geld zu machen. Dies ist möglich im Wege einer Umkehrhypothek (bei der das Geld schrittweise entnommen wird und der Kredit sich über die Zeit aufbaut), einer Leibrente (wobei die Immobilie verkauft wird, aber ein lebenslanges Wohnrecht bleibt) oder eines Teilverkaufs.

Dass die Volksbank BraWo (das Kürzel steht für Braunschweig-Wolfsburg) als Immobilien-Investor ein verwunderlich großes Rad dreht, hatten wir Ihnen neulich ja lang und breit aufgedröselt. Wenn wir diese bezahlpflichtige Meldung hier in die Wolfburger Allgemeinen richtig deuten (als Nicht-Wolfsburger und damit Nicht-Abonnenten haben wir leider nur den Vorspann lesen können), dann gibt es jetzt bei zwei großen Projekten zumindest mal ein paar kleinere Schwierigkeiten. Denn einmal ist von „Anpassungen“ die Rede, in dem anderen Fall von weiteren „Verzögerungen“.

Was die Kreissparkasse Köln angeht (siehe unsere Zahlen-News vom Donnerstag), haben die Kollegen der „Börsen-Zeitung“ einen spannenden Aspekt herausgearbeitet, den wir übersehen hatten. Nämlich: Mit ihrer binnen Jahresfrist um 1,8 (!) Mrd. Euro auf 28,6 Mrd. Euro gestiegenen Bilanzsumme nährt sich die drittgrößte deutsche Sparkasse in atemberaubendem Tempo jener 30-Mrd.-Euro-Marke, ab der Banken langsam, aber sicher ein Fall für die EZB-Aufsicht werden. Lieber Herr Vorstandsvorsitzener Wüerst, wollen Sie das wirklich? BÖZ (Paywall)

Exklusiv: Wie wir aus Leserkreisen erfahren haben, geht nun auch die größte genossenschaftliche Ortsbank, nämlich die Volksbank Berlin, im Einlagengeschäft neue Wege. Konkret: Die Hauptstadt-Genossen testen  die B2B-Plattform des Hamburger Einlagenbrokers Deposit Solutions – und tun’s damit der größten deutschen Sparkasse, nämlich der Haspa, gleich.

Wenn wir uns nicht täuschen, dann sind das hier die ersten Sparkassen-Fusionspläne des neuen Jahres – und zwar: Die Städtische Sparkasse zu Schwelm und die Sparkasse Sprockhövel haben Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss aufgenommen. Zusammen kommen die beiden NRW-Institute auf eine Bilanzsumme von 1,4 Mrd. Euro kämen. Eine Verhandlungs-Kommission soll das Vorhaben nun prüfen. Ausgang: offen.

Und noch eine Zahl, die uns im allgemeinen Bilanz-PK-Wust aufgefallen war: Bei der Sparkasse Paderborn-Detmold ist das Neugeschäft im privaten Wohnungsbau im vergangenen Jahr um 9,9% gewachsen. Ist das viel? Ist das normal? Keine Ahnung. Wir hatten jedenfalls den Eindruck, es ist bemerkenswert.

Exklusiv: Sparkasse Wuppertal startet Bancassurance-Lösung. Erinnern Sie sich noch an unser Stück „Bancassurance: Sparkasse Duisburg schert aus eigenem Lager aus“? Hintergrund: Die Duisburger hatten sich damals der offiziellen Linie der S-Finanzgruppe (also dem „S-Versicherungsmanager“ des Versorgungskasse Bayern) entzogen und stattdessen mithilfe des Kölner B2B-Fintechs Moneymeets einen eigene Lösung aufgesetzt. Jedenfalls, und jetzt die News: Wenn uns nicht alles täuscht, dann kommt die Moneymeets-Variante seit neuestem auch bei der Sparkasse Wuppertal zum Einsatz, schauen Sie mal hier

…, wobei, nachdem wir das mit Duisburg entdeckt hatten, interessierte uns auch, was der eigentliche „S-Versicherungsmanager“ denn macht, also jener der VKB. Und siehe da: Der scheint momentan in pilotierter Form unter anderem bei der Sparkasse Ansbach zum Einsatz zu kommen, siehe hier

… bleibt noch die Sparkasse Bremen. Denn die wollte ja ursprünglich gemeinsam mit dem Fintech Clark einen digitalen Versicherungsordner bauen, schwenkte dann aber auf die JDC Group um. Und siehe da: Auch in Bremen scheint sich (wenn wir die Dinge richtig deuten) was zu tun.

Mehrere Großstadt-Volksbanken haben dieser Tage ihre 2020er-Zahlen präsentiert, was wir zum Anlass genommen haben, mal die vielleicht wichtigste operative Kennziffer in Augenschein zu nehmen – nämlich das Betriebsergebnis vor Bewertung in % der durchschnittlichen Bilanzsumme. Und siehe da, die Unterschiede sind geradezu frappierend:

Betriebsergebnis vor Bewertung in % der DBS
Hamburger Volksbank 0,35
Hannoversche Volksbank 0,90
Volksbank Stuttgart 0,69

Die Taunus-Sparkasse (rot) und die Frankfurter Volksbank (blau) zeigen sich fest gewillt, aus ihren „Finanzpunkt“ (rot-blau) genannten gemeinsamen Zweigstellen einen Exportschlager zu machen. Nachdem letztes Jahr bereits die Sparkasse Oberpfalz Nord und die Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eine Niederlassung unter dem entsprechenden  Label eröffneten, wollen nun auch die Sparkasse Tauberfranken und die Volksbank Main-Tauber einen „Finanzpunkt“ starten. Womit das Modell dann in drei Ländern (Hessen, Bayern und Baden-Württemberg) etabliert wäre. Unter „finanzpunkt.de“ ist seit letzter Woche auch ein Werbevideo zu sehen, mit dem die Taunus-Sparkasse und die Frankfurter Volksbank um weitere Interessenten buhlen. Bereits binnen weniger Tage hätten sich acht Institute gemeldet, berichtet ein Sprecher.

„Finanzpunkte“ sind eine Alternative zur Filialschließung – eine andere sind: reduzierte Öffnungszeiten. Diesen Weg gehen neuerdings die Sparkassen Landsberg-Dießen (siehe hier), die Sparkasse Bodensee (siehe hier), die Volksbank Hildesheimer Börde und seit einigen Wochen schon die Sparkasse  Radevormwald-Hückeswagen (wobei sich die Liste sicherlich noch deutlich verlängern ließe

Und sonst so diese Woche? Das Übliche. Nämlich 1.) Filialschließungen (z.B. gleich fünf Stück bei der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten). Sowie 2.) Negativzinsen für Privatkunden (u.a.bei der Dortmunder Volksbank und bei der Volksbank Emmerich-Rees, bei letzterer gar schon ab 25.000 Euro, siehe hier …). Und 3.) allerorten (wenn wir die diese Woche vorgestellten 2020er-Kennzahlen mal auf diese Weise zusammenfassen dürfen) wachsende Einlagenbestände und Bilanzsummen.

Wenn wir richtig gezählt haben, müsste dies die dritte oder vierte Geno-Fusion sein, die dieses Jahr angekündigt wird: Die Volksbank Raiffeisenbank Rhön-Grabfeld und ihre Kollegen von der VR-Bank Schweinfurt wollen 2021 zusammengehen. Im Sommer soll das Formale über die Bühne gehen und rückwirkend zum 1. Januar beschlossen werden. Aggregiert kommen die Häuser (ausweislich der Zahlen für 2019) auf eine Bilanzsumme von gut 2,2 Mrd. Euro und mehr als 400 Mitarbeiter – gar nicht mal so wenig.

Die Sparkasse Kassel legt nicht nur ihre beiden Standorte zusammen – nein, sie baut sich (wow!!!) einen „Campus“. Siehe hier: Immobilien-Zeitung

Die Volksbank Brawo (deren Geschichte siehe hier) ist nicht allein im ihrem Immobilien-Spleen – auch wenn’s anderswo zwei Nummern kleiner geht. So baut die Volksbank im Bergischen Land jetzt Wohnhäuser und Kindergärten, wie wir der „Rheinischen Post“ entnehmen. RP (Paywall)

Bei der Sparda München sind unsere Nachfragen nach der TEO-Zwangseinführung zwar weiter unbeantwortet. Die (offenbar gestaffelten) Umstellungstermine gehen allerdings weiter raus an die Kunden mit hwewils einem Monat Vorlauf.

Die Sparkasse Köln-Bonn hat die Freibeträge, ab denen sie Strafzinsen von Privatkunden erhebt, deutlich gesenkt. Die neuen Freibeträge liegen jetzt bei 100.000 Euro für Bestandskunden und bei „bis zu“ 50.000 Euro für Neukunden. Laut Preis- und Leistungsverzeichnis sind individuelle Vereinbarungen möglich. KStA (Paywall)

Und auch bei der Volksbank Mönchengladbach wird an der Preisschraube gedreht, wie einer unserer Leser entdeckt und wie wir in unserer Rubrik „Rund um Produkt und Kunde“ aufgedröselt haben …

Da in dieser Woche unzählige Sparkassen und VR-Banken ihre 2020er-Zahlen vorgestellt haben, haben wir einfach mal ein bisschen aufs Wording der entsprechenden Pressemitteilungen und lokalen Medienberichte geachtet: Beispiel 1.) „Die Kreissparkasse Mayen konnte ihre Bilanzsumme um 12 Prozent, also 243 Mio. Euro, auf mehr als 2,26 Mrd. Euro steigern“ … Beispiel 2.) „Corona-Krise? Bei der Kreissparkasse in Ludwigsburg kann davon keine Rede sein. […]. Bilanzsumme (11,45 Milliarden Euro), Kreditvolumen (6,39 Milliarden) und Kundeneinlagen (8,02 Milliarden) ­– überall steht ein Plus davor“ … Beispiel 3.) „Aber auch ohne die ‚Corona-Kredite‘ entwickelte sich das Kreditgeschäft [der Sparkasse Neuwied] im vergangenen Jahr sehr dynamisch: Dies zeigt die Steigerung von 41 Millionen Euro (+ 2,8 Prozent) auf 1,51 Milliarden Euro – allein das Neugeschäft von Immobilienfinanzierungen steigerte sich um 43 Prozent auf 137 Millionen Euro.“ … Beispiel 4.) „Bilanzsumme der Volksbank Mittelhessen wächst um fast 1 Mrd. Euro. Rekordwert bei den Neukrediten: 1,65 Mrd. Euro – Kundeneinlagen steigen auf 7,3 Mrd. Euro“ … Man könnte die Liste fast ewig weiterführen – aber Sie merken ja auch so, worauf wir hinauswollen: Im Fokus stehen Volumen, Volumen und Volumen. Doch was ist mit den Ergebniszahlen? Und zwar nicht nur mit den absoluten, sondern auch mit den relativen? Dafür muss man oft sehr weit runterscrollen. Wenn man denn überhaupt was findet.

Auch die Sparda Nürnberg hat diese Woche Zahlen vorgestellt, und auch hier förderte der flüchtige Blick auf die entsprechende Pressemitteilung nichts Ungewöhnliches zutage. Wer sich jedoch in die beigefügte Präsentation vertiefte, der las dort beispielsweise als Begründung für den erfreulicherweise gestiegenen Zinsüberschuss: „Sondereffekte durch vorzeitige Ablösung und Neuordnung großer Engagements“. Und:“Erträge aus Absicherungsgeschäften“? Ob hieraus am Ende die Dividende bezahlt wird? Eine solche kündigte die Sparda Nürnberg nämlich auch gleich mal an.

Als wir dieser Tage den jüngst veröffentlichten 2019er-Geschäftsbericht der Erfurter Bank eG aus der oberen Nachttisch-Schublade hervorholten, da fiel uns ein für das Vorjahr ausgewiesenes Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von minus 560.000 Euro auf. Huch! Wir griffen also in die untere Nachttisch-Schublade (dort lagern die 2018er-Abschüssen) und stellten fest: Nope, das „Minus“ war kein Versehen, das steht da wirklich. Auf tiefere Ursachenforschung haben wir aus Müdigkeitsgründen verzichtet. Dennoch fanden wir zumindest folgenden, eilig aufgespürten Satz ganz interessant: „Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2018 erreichte insbesondere aufgrund nicht getätigter Ausschüttungen aus dem Spezialfonds kein zufriedenstellendes Niveau.“

Die ebenfalls in Erfurt beheimatete Sparkasse Mittelthüringen hat 2020 ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 38,4 Mio. Euro erwirtschaftet – was gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme einem sehr ordentlichen Wert von rund 0,8% entspricht. Interessant (fanden wir jedenfalls): Die Zahl der Mitarbeiter sank um 40 auf 744, das ist ein Minus von 5%. Mitteilung, BÖZ (Paywall)

Unsere Geschichte „Warum vielen N26-Kunden diese Woche irrtümlich 24,37 € abgebucht wurde“ (es ging dort um eine niedrige vierstellige Zahl von Betroffenen) konnte die Sparkasse Trier natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Also hat sie dieser Tage 60.000 Privatkunden irrtümlich eine Kartengebühr von 6,90 Euro vom Konto abgebucht. swr.de

Die Freiburger Sparkasse ist lokalen Medien zufolge wegen einer von ihr initiierten Spendenaktion in die Kritik geraten. Zu den Empfängern gehört ein Verein, der einer (offen sehr) rechten Burschenschaft nahesteht. Tweetstorm zum Vorgang, Badische Nachrichten (Paywall)

Als mutmaßlich erstes größeres Kommunalinstitut hierzulande hat die Stadtsparkasse Wuppertal vorläufige Zahlen für 2020 vorgestellt. Kurz zusammengefasst: Zins- und Provisionsüberschuss (hat man so was früher nicht mal getrennt ausgewiesen???) minus 3% auf 154,8 Mio. Euro; Betriebsergebnis vor Bewertung minus 6% auf 43,4 Mio. Euro; Betriebsergebnis vor Bewertung in Relation zu (Endjahres-)Bilanzsumme: 0,54. Es wird halt alles nicht leichter …

Auch die Wiesbadener Volksbank, seit jeher eines der besser aufgestellten Verbundinstitute da draußen (freilich auch mit guter Klientel), hat schon mal 2020er-Zahlen gezeigt – wobei wir kritischerweise anmerken wollen, dass sich im Bundesanzeiger vor einigen Tagen noch nicht einmal ein testierter Abschluss für 2019 fand, gute Sitten sind das eigentlich nicht … Aber sei’s drum. Wenn man jedenfalls das untestierte Vor-Bewertungs-Betriebsergebnis der Voba Wiesbaden durch die Bilanzsumme teilt, dann landet man bei 0,85. Das ist dann doch mal ein Unterschied zu den Kollegen in Wuppertal.

[Anmerkung vom 1. Februar: Aus dem Geno-Umfeld erhielten wir den freundlichen Hinweis, dass es den Kommentar mit den „guten Sitten“ nicht gebraucht hätte. Die Verzögerungen bei der Veröffentlichung seien nämlich in erster Linie eine Folge der Pandemie gewesen. Kann man dem Umfeld schwerlich widersprechen …]

Haben Sie mal in den 2018er- (einen aktuelleren gibt‘s im Bundesanzeiger noch nicht …) Abschluss der Volksbank Düren geguckt? Wir haben’s getan. Und siehe ebenda: ein „Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit“ in Höhe von minus 1,75 Mio. Euro. Sollte bei dieser Kennziffer nicht eher ein Plus stehen? Wir sind nicht sicher, was des Rätsels Lösung ist. Vielleicht dieser Satz hier: „Geprägt wurde der Geschäftsverlauf durch den hohen Bewertungsaufwand im Eigenanlagengeschäft der Bank.“

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