von Bernd Neubacher, 15. Juli 2026
Als die britische Großbank Standard Chartered vor drei Jahren den seinerzeit noch in Diensten der HSBC Deutschland befindlichen Nicolo Salsano als künftigen Chef ihrer Frankfurter EU-Einheit präsentierte – da tat sie das durchaus mit einem gewissen Aplomb. Der damals 53-Jährige sei „die perfekte Besetzung für diese Position“, flötete aus London der Aufsichtsratschef. Salsano selbst wiederum erklärte bald darauf in seinem Antritts-Interview, dass man „in Deutschland ganz klar das Mandat“ habe, „Geschäft aufzubauen“. Den gehobenen Mittelstand wolle man angehen, das Geschäft zum Beispiel mit Akquisitions-Finanzierungen ausweiten. Es klang sehr ambitioniert alles.
Gemessen an diesen hehren Anfängen endete die nur gut zweieinhalbjährige Amtszeit Salsanos dieser Tage dann allerdings eher schmucklos. Weit unten in einer Mitteilung zu „neuen Führungspositionen“ im „europäischen Managementteam“ hatte man seinen Namen eingepflegt. Nicht einmal mehr das Subjekt durfte Salsano in dem entsprechenden, acht Wörter langen Satz noch sein – nur noch das Objekt („Hessenmüller tritt damit die Nachfolge von Nicolo Salsano an“). Wobei man hinzufügen muss, dass mit dem Wechsel zugleich der Vorstand reduziert wird, zumindest bis zur Berufung eines neuen COO. Denn der frühere Commerzbank-Vorstand Jörg Hessenmüller ist ja nicht neu bei Standard Chartered. COO war er schon. Nun wird er CEO.
Was steckt hinter dem Revirement? Und was sagt es über das künftige Ambitionsniveau der Frankfurter Standard Chartered Bank, wenn sie statt vom Kundenbanker Salsano vom Operations-Banker Hessenmüller geführt wird?
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