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Wieso bei der Rentenreform tektonische Verschiebungen für die Finanzindustrie drohen

Es ist kein Gesetz, kein Gesetzesentwurf, nicht einmal der Referentenentwurf eines Ministeriums – sondern lediglich der Abschlussbericht einer Expertengruppe. Und doch deuten die ersten Reaktionen darauf hin, dass die große Koalition tatsächlich gewillt sein könnte, die am Dienstag vorgestellten „33 Empfehlungen“ der „Rentenkommission“ politische Wirklichkeit werden zu lassen. Die Vorschläge bildeten „ein Gesamtkonzept, das nur in seiner Gesamtheit funktioniert“, erklärte Kanzler Friedrich Merz (CDU); Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sprach gar von einem „Gesamtkunstwerk“. Und darum, das sagten sinngemäß beide, werde man sich jetzt an die Umsetzung machen.

Nun bedarf es selbstverständlich keiner prophetischen Begabung, um zu ahnen, dass die Widerstände immens sein werden. Schon unmittelbar, nachdem die Vorschläge publik geworden waren, kam vonseiten der Gewerkschaften, der Sozialverbände, der Linken und teilweise auch aus der SPD bereits Kritik hoch – insbesondere an dem geplanten höheren Renteneintrittsalter und an der ebenfalls vorgesehenen Abschaffung der Rente mit 63. Zugleich sind allerdings beileibe nicht alle Vorschläge derart umstritten. Auf vergleichsweise breite Zustimmung scheint unter anderem die Idee einer Kapitalrente nach schwedischem Vorbild zu stoßen. Was auf den ersten Blick, sollte man jedenfalls meinen, eine gute Nachricht für die Finanzindustrie ist. In Wirklichkeit allerdings – könnte das glatte Gegenteil der Fall sein.

Eine erste Bestandsaufnahme:

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