Kurz gebloggt

Comdirect legt die stärksten Monatszahlen aller Zeiten vor

10. Februar 2020

Von Christian Kirchner

Die Comdirect hat am Freitag ihre  „Monatszahlen“ für Januar veröffentlicht – und wir fragen uns allmählich: Ist das alles nur Zufall? Oder warum dreht der Quickborner ausgerechnet jetzt auf, wo die Verschmelzung auf die Commerzbank beschlossene Sache zu sein scheint. Zur Erinnerung: Die Q4-Zahlen waren ja schon ziemlich stark. Die aktuellen Monatszahlen allerdings – sie sind „eine Explosion“, wie die Analysten von Pareto Securities schreiben. Im Einzelnen:

  • Die Comdirect hat im Januar so viele Trades abgewickelt wie noch nie zuvor in einem Monat, und zwar knapp 2,9 Mio. Stück. Das entsprach einem Zuwachs von 54% zum Vorjahresmonat und von  43% zum Vormonat. Der bisherige Rekord stand bei 2,2 Mio. Transaktionen. Das wird über den Provisionsüberschuss das Ergebnis beflügeln.
  • Die Anzahl der Kunden wie auch die Anzahl der Depots stieg um je 24.000. Vergleich mit 19.000, die es vergangenes Jahr im monatlichen Durchschnitt waren.
  • Der Rückgang der Kundeneinlagen im Dezember (siehe Finanz-Szene.de Analyse) war kein Ausreißer. Auch im Januar sank das Einlagevolumen – offenkundig beabsichtigt – um eine Viertelmilliarde zum Vormonat nach bereits 90 Mio. Euro im Dezember. Offenbar fruchten die im November und Dezember eingeführten Maßnahmen, hohe Einlagen mit einer Verwahrgebühr zu versehen und keine Tages- und Festgeldkonten mehr für Neukunden anzubieten. In den zwei Jahren zuvor waren die Einlagen jeden Monat zum Vormonat gestiegen.

Passend zu diesen Zahlen notiert auch die Comdirect-Aktie inzwischen bei 14 Euro, dem höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Wie sich die Geschäfte der Comdirect entwickeln, dürfte auch für die Abfindung relevant sein, die die verbliebenen freien Comdirect-Aktionäre nach der Verschmelzung auf die Coba erhalten werden. Das Übernahmeangebot der Commerzbank betrug 11,44 Euro je Aktie. Damit kam die Frankfurter Großbank aber nicht auf die angestrebten 90%, die für eine förmlich leichte Verschmelzung nötig war.

Also kaufte sie dem aktivistischen Investor Petrus Advisers ein Paket für 15,15 Euro je Aktie ab. Die Höhe der Barabfindung orientiert sich aber an den wirtschaftlichen Verhältnissen des Unternehmens zum Zeitpunkt der Beschlussfassung durch die Hauptversammlung.

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