Exklusiv

Consorsbank streicht Vermögensberatung aus dem Angebot

24. August 2020

Von Christian Kirchner

Die Consorsbank stellt nach Finanz-Szene.de-Informationen die Beratung von Kunden zum Jahresende vollständig ein. Das geht aus einem Schreiben hervor, das Nutzern der beiden Modelle „Vermögensberatung“ und „Vermögensberatung extra“ dieser Tage zugegangen ist. Consors wolle sich in Zukunft ganz auf die Selbstentscheider konzentrieren, heißt es im Umfeld der Nürnberger Direktbank, die zur französischen BNP Paribas gehört. Betroffen ist nach offiziellen Angaben eine niedrige fünfstellige Anzahl von Kunden. Consorsbank-Kunden, die mindestens 250.000 Euro  mitbringt, wird das Angebot gemacht, in Zukunft die Private-Banking-Dienstleistungen der BNP Paribas in Anspruch nehmen.

Mit der Abschaffung der Vermögensberatung geht die Consorsbank den umgekehrten Weg des Rivalen ING Deutschland, der im Februar den Einstieg in die Beratung von Retail-Kunden angekündigt hatte. Der Schritt dürfte in Zusammenhang mit dem angekündigten Komplettumbau von Consors stehen. Seit Jahren kann das Institut – anders als die ING, die Comdirect, die DKB oder Flatex – kaum vom Wachstum der Direktbanken und -broker profitieren. Die Kundenzahl stagniert bei (inklusive alter DAB-Bank-Kunden) 1,6 Millionen, von denen nur rund 300.000 ein Girokonto bei dem Institut führen. Im April hatte Finanz-Szene.de exklusiv vermeldet, dass die Consorsbank das kostenlose Girokonto abschafft und durch ein abgestuftes Gebührenmodell ersetzen will.

Die beiden Angebote „Vermögensberatung“ und „Vermögensberatung extra“ richten sich bislang an Kunden, die nicht eigenverantwortlich Anlageentscheidungen treffen wollen. Die „Vermögensberatung“ sah eine einmalige Beratung vor. Dagegen glich die „Vermögensberatung extra“ dem klassischen Filialbank-Ansatz, bei dem sich die Gebühren des Kunden am Depotvolumen bemessen. Wer maximal 250.000 Euro anlegt, dessen Beratervertrag endet laut Anschreiben an die Kunden zum 30. September. Bei höheren Anlagesummen ist am 31. Dezember Schluss.

Der Schritt der Consorsbank ist auch insofern interessant, als das Thema „Beratung“ bei den Direktbanken ganz unterschiedlich gehandhabt wird: Akteure wie die DKB oder Flatex konzentrieren sich auf den „Execution only“-Ansatz. Die Comdirect bot zeitweise ein Hybridmodell aus Online-Brokerage sowie Beratung unter dem Namen „Anlageberatung Plus“ an. Die ING wiederum war bislang komplett auf die Ausführung konzentriert, will aber künftig auch Anlageberatung anbieten (siehe auch hier).

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