Exklusiv

Die DKB malt grau für 2022 – und kassiert ihr Kundenziel

31. März 2022

Von Christian Kirchner

Die DKB rechnet für das laufende Jahr 2022 mit einem “signifikant niedrigeren” Ergebnis als noch im Vorjahr. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Genauere Angaben zum erwarteten Vorsteuergewinn machte die BayernLB zwar nicht, allerdings kündigt die mit inzwischen 5 Mio. Kunden zweitgrößte deutsche Direktbank eine Halbierung der Eigenkapitalrendite von zuletzt 9,9% auf nur noch 4% bis 6% an. Zur Einordnung: In den vergangenen Jahren hatte die Rendite stets zwischen gut 9% und gut 12% gependelt, lediglich im “Corona-Jahr” 2020 fiel der Wert mit 7,7% etwas niedriger aus.

Die DKB begründet ihren mauen Ausblick mit “Investitionen in Wachstum und Digitalisierung” sowie einer “wieder höhere Belastungen aus dem Risikoergebnis” (zur Erinnerung: 2021 hatte die DKB ja unter anderem wegen aufgelöster Risikovorsorge und eines Sondereffekts durch TLTRO einen Vorsteuergewinn von 363 Mio. Euro erwirtschaftet, siehe am Montag unser Stück –> Wieso das BayernLB-Ergebnis bei Lichte betrachtet eher mäßig ist).

Neben dem pessimistischen Ausblick birgt der Geschäftsbericht noch weitere spannende Erkenntnisse. So verschiebt die DKB ihr Ziel von 8 Mio. Kunden (was sich ja schon angedeutet hatte, siehe hier) nun um zwei Jahre auf 2026. Die Anpassung sei “aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds, der Unsicherheiten wegen des Pandemieverlaufs und wegen Kapazitätsengpässen” notwendig geworden, hieß es dazu.

Dass das Ziel bis 2024 rechnerisch nicht zu halten sein würde, hatte sich schon länger abgezeichnet: Aktuell hat die DKB 5,1 Mio. Kunden und gewinnt netto pro Jahr zwischen 250.000 und 420.000 Kunden hinzu. Für 2022 geht die Direktbank von einem Kundenwachstum auf dem letztjährigen Niveau aus – womit die DKB dann bei 5,5 Mio. Kunden stünde.

Ferner deutet die DKB in ihrem Geschäftsbericht eine Nuancierung ihrer Pricing-Strategie an – nämlich dergestalt, dass das Girokonto grundsätzlich zwar kostenlos bleibt, Zusatzleistungen allerdings zunehmend bepreist werden. Konkret ist von einem “modularen Produktangebot” im Kontobereich die Rede, “bestehend aus Basis- und Zusatzfunktionen”. Auch dieser Schritt hatte sich zuletzt bereits angedeutet. So stellt die DKB ihren Kunden seit einiger Zeit grundsätzlich nur noch eine Visa-Debitkarte kostenlos zur Verfügung. Die jahrelang kostenlose Charge-Kreditkarte sowie die Girocard kosten mittlerweile.

Kein Zweifel besteht mit Blick auf das detaillierte Zahlenwerk auch daran, dass die DKB sich vor allem vom Privatkundengeschäft künftig Zuwächse bei den Erträgen verspricht. So stiegen die Kosten 2021 insgesamt um 7% bzw. 44 Mio. Euro zum Vorjahr – rund 82% dieses Mehraufwands fielen im Retaik-Segment an (in Abgrenzung zu den Firmenkunden, Infrastruktur und anderen). Begründung? In erster Linie Personalaufbau. Tatsächlich stieg die Anzahl der Vollzeitstellen gegen den Markttrend um 9% auf 4.556 an. Wann sich die stattlichen Investitionen auszahlen, bleibt unklar.

Die Prognosen der wichtigsten Leistungskennziffern im Detail:

DKB-Konzern Ist 2021 Prognose 2022
Zinsüberschuss 1.019 Mio. Eur. “Auf dem Niveau von 2021”
Risikoergebnis +7,4 Mio. Eur. “Signifikant höhere Belastung als 2021”
Ergebnis vor Steuern 363 Mio. Eur. “Signifikant unter 2021”
RoE 9,9 % “Zwischen 4% und 6%”
Cost-Income-Ratio 59,9 % “Erhöhung um bis zu 5 Prozentpunkte”

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing