Fidor vor der Zerschlagung. „Solutions“ geht an Sopra Steria

17. November 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Die Münchner Fidor-Gruppe steht vor der Zerschlagung. Wie am Morgen offiziell mitgeteilt wurde, soll die „Banking as a Service“-Tochter Fidor Solutions an den französischen Beratungs- und  IT-Dienstleister Sopra Steria* verkauft werden. Geht die Transaktion wie geplant über die Bühne, bleibt die Frage, was aus der eigentlichen Fidor Bank wird. Im August hatte die hinter Fidor stehende französische Großbank BPCE mitgeteilt, die Fidor Bank an den angelsächsischen Finanzinvestor Ripplewood verkaufen zu wollen. An diesen Plänen wird nach wie vor festgehalten.

Der geplante Verkauf der Fidor Solutions an Sopra Steria (auch hier ist in der offiziellen Mitteilung von heute Früh von „exklusiven Verhandlungen“ die Rede) ist insofern spannend, als die Franzosen im deutschen Markt in die Offensive gegangen sind. So hatte Spora Steria im vergangenen Jahr die Mehrheit an der „SDV IT“, also am IT-Dienstleister der Sparda-Banken, übernommen. Das Unternehmen tritt seitdem unter dem Namen „Sopra Financial Technology GmbH“ an und wird als 51-49-Joint-Venture gemeinsam mit sieben Sparda-Banken  betrieben – nämlich denen aus Augsburg, Baden-Württemberg, Hessen, München, Nürnberg, Ostbayern und West.

Mit dem Deal hat Sopra Steria de facto einen Keil in den deutschen Genossenschaftssektor getrieben. Denn während die genannten sieben Sparda-Banken sich IT-seitig nun von besagter „Sopra Financial Technology“ betreuen lassen, setzen die übrigen Sparda-Banken nun  auf die Dienste des zentralen genossenschaftlichen IT-Anbieter Fiducia & GAD. Erwartet wird, dass die „“Sopra Financial Technology“ nach der Entwicklung einer neuen Kern-IT für die sieben Sparda-Banken auch weitere hiesige Geldhäuser ins Visier nehmen wird. Dafür spricht auch die jüngst eingegangene Kooperation mit dem Aachener „Ur-Fintech“ Aixigo und dem Technologie-Startup Investify. Siehe hier …

Investify und Aixigo docken bei Sparda-Banken an


**Sopra Steria wird vom kommenden Jahr an zu den „Premium-Partnern“ von Finanz-Szene.de gehören. Auf unsere Berichterstattung hat das selbstverständlich keinen Einfluss.

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