Landesbanken markieren Reviere im digitalen Schuldschein-Markt

25. März 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Die Fintechisierung des Schuldschein-Markts ist ein Thema, das wir in den vergangenen Jahren dann doch arg vernachlässigt haben.

Ums mal kurz zusammenzufassen (alles ohne Gewähr): Es gibt einen LBBW-Player (Debtvision). Es gibt einen NordLB-Player (Finpair). Es gab mal einen HSBC-Deutschland-Player (Synd-X), den es seit einigen Monaten aber irgendwie nicht mehr gibt. Und es gibt oder gab zwei unabhängige Plattformen (Firstwire und VC Trade), von denen uns letztgenannte (also VC Trade) so was wie der Marktführer zu sein scheint – auch, weil das die Plattform ist, die seit längerem von BayernLB und Helaba genutzt wird.

Jedenfalls: Wie nun gestern vermeldet wurde, kaufen sich besagte BayernLB, besagte Helaba und die österreichische Raiffeisen Bank International über eine Kapitalerhöhung zu je gleichen Anteilen bei VC Trade ein. Die genaue Höhe der Anteile wurde nicht kommuniziert – es sind aber zusammen in jedem Fall unter 50%, die VC-Trade-Gründer bleiben also die Mehrheitseigner. Was wir nicht ganz verstanden haben: Warum ist die HSBC Deutschland eigentlich bei dem Deal nicht dabei? Immerhin hatte die neulich noch forscherweise kundgetan, sich nach der Einstellung von Synd-X nun “sehr aktiv in die Weiterentwicklung von VC Trade einbringen” zu wollen. Na, vielleicht kommt da ja noch was.

Was jedenfalls die Landesbanken angeht, scheinen die Claims im digitalen Schuldschein-Markt fürs erste abgesteckt. Die nächste Ausfahrt dann irgendwann, würden wir jedenfalls vermuten: Konsolidierung.

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