Kurz gebloggt

Sattes Plus, wo immer ein Minus war: Das Provisionsergebnis der DKB

Die groben Parameter zum ernüchternden H1-Ergebnis der zweitgrößten deutschen Direktbank hatten wir Ihnen unter Verweis auf die Sechsmonats-Zahlen der Mutter BayernLB ja schon genannt (siehe unser Stück -> „Als wären Kostensteigerungen ein Naturgesetz …“): 1.) Zinsergebnis mangels TLTRO-Doping eingekracht; 2.) Verwaltungsaufwendungen binnen nur fünf Jahren um rund 60% gestiegen. Kurz vorm Wochenende hat die DKB via Pressemitteilung nun auch selbst über ihre Zahlenwerk informiert – und zwar in einer derart schöngefärbten Weise (der Zinsüberschuss wurde kurzerhand um die TLTRO-Effekte „bereinigt“, das Thema Verwaltungskosten im vierseitigen Lauftext komplett ausgespart), dass man fast meinen konnte, das kommunikative Erbe der einstigen DDR-Staatsbank schimmere durch …

… Gleichwohl: Die Fokussierung aufs Positive hat ja manchmal auch was Erhellendes. So ist mindestens mal bemerkenswert, dass die DKB ihr einstmals notorisch negatives Provisionsergebnis binnen drei Jahren auf H1-Basis von minus 12 Mio. Euro auf plus 51 Mio. Euro gedreht hat (auf wenn man knapp 19 Mio. Euro herausrechnen müsste, die aus dem übernommenen „Bayern Card-Services“-Anteil stammen). Wo dieser Turnaround herkommt, wird man gesichert erst nächste Woche wissen, wenn die DKB ihren vollständigen 6M-Bericht veröffentlicht.

Folgt man jedoch dem Trend der letzten Jahre, dann läuft es darauf hinaus, dass die Berliner ihre traditionell hohen Provisionsaufwendungen (durch die kostenlose Kreditkarte als Ankerprodukt) inzwischen durch höhere Gebühren (siehe etwa hier) und das nicht mehr ganz so anämische Wertpapiergeschäft (immerhin 13% der DKB-Retailkunden unterhalten inzwischen ein Depot) überzukompensieren wissen. Ein kleiner Lichtblick in einem ansonsten eher schattigen Zahlenwerk.

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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