News des Tages

24/08/22: Konto-Kosten einer Neobank, Dt. Bank erhöht Einstiegsgehälter, Orderbird-Zahlen

Was so eine Challenger-Bank (nach eigenen Angaben) fürs Konto berappt: Dass Neobanken irgendwann ihr kostenloses Konto abschaffen (und zwar auch für Bestandskunden), ist man ja gewohnt – siehe hier das Beispiel Holvi, hier das Beispiel Penta und hier das Beispiel Bunq. Der entsprechende, gestern verkündete Schritt bei der Berliner Challenger-Bank Tomorrow (in a nutshell: Wer bislang nichts bezahlte, muss ab Oktober mindestens 2,70 Euro pro Monat berappen, ansonsten fliegt er raus) lässt allerdings aufhorchen.

Und zwar aus mindestens drei Gründen:

  1. Bei den AGB-Änderungen im Juli hatte sich das alles noch etwas anders angehört (“An deinem Kontomodell ändert sich mit der Zustimmung nichts.”)
  2. In der gestrigen Kundenkommunikation hat Tomorrow im Vorbeigehen einen ungewohnten Einblick in die eigenen Finanzparameter gegeben. So heißt es dort wörtlich: “Unsere Kosten für die aktuell für euch kostenlosen Konten betragen 5 bis 7 Euro je Konto und je Monat. Wir zahlen also drauf.”  Nach allem, was man aus dem Markt hört, dürfte die Solarisbank (die ja hinter Tomorrow und etlichen weiteren Neobanken steht) grob 3 Euro pro Konto und Monat nehmen. Wo die restlichen angeblich 2-4 Euro anfallen, ließ sich gestern Abend nicht mehr eruieren. Wir vermuten aber mal, dass eine wesentliche Rolle die Kartennutzung spielt.
  3. Als wir uns im Oktober 2020 den Kennzahlen von Tomorrow widmeten (siehe -> “90 Cent Ertrag – und demnächst dann ein Unicorn …), kamen wir zum Schluss, dass höchstens 10% der damals rund 40.000 Kunden für ihr Konto bezahlten. Nun sollte der prozentuale Anteil heute, da die Bank bei 128.000 Kunden steht, signifikant höher sein, weil Tomorrow ja schon vor einem Jahr (bei damals 85.000 Kunden) das kostenlose Konto für Neukunden abgeschafft hatte. Und doch: Von sehr grob geschätzt 50.000 bis 70.000 Kostenlos-Kunden darf man schon noch ausgehen. Hochspannend, wie viele von denen dabei bleiben.

Kurz-News

Die Deutsche Bank hebt einem Medienbericht zufolge die Einstiegsgehälter für einen Teil ihrer Investmentbanker an … +++ … Wie das Branchenportal “FN London” (Paywall) schreibt, sollen Analysten im Corporate-Finance-Bereich von Oktober an 110.000 Dollar (statt 100.000 Dollar) im ersten Berufsjahr und 125.000 Dollar (statt 105.000 Dollar) im zweiten erhalten +++ Der genossenschaftliche Bankenverband BVR stimmt seine Mitgliedsinstitute auf stagnierende oder gar sinkende Preise für Wohnimmobilien ein … +++ …  In der zweiten Jahreshälfte und auch 2023 sei “mit einer deutlichen Dämpfung der Preisentwicklung insbesondere in den teuren Ballungsräumen zu rechnen”, heißt in einer vom Verband selbst erstellen Studie (Mitteilung) +++ Als erstes hiesiges Fintech hat der Kassensystem-Spezialist Orderbird seinen 2021er-Geschäftsbericht offengelegt (wobei das Unternehmen per Q3 bilanziert). Dabei fielen die Zuwächse eher kommod aus: Rohergebnis plus 13% auf 12,5 Mio. Euro, wiederkehrende Umsätze plus 17% auf 11,7 Mio. Euro +++ Das Hamburger Immo-Finanzierungs-Fintech Exporo hat nach eigenen Angaben einen “Meilenstein” erreicht und seit Unternehmensgründung nunmehr 1 Mrd. Euro Anlegergelder vermittelt. Einen Geschäftsbericht für 2021 gibt es noch nicht

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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