Kurz gebloggt

Bitter für Finleap: Eigener China-Partner ließ Joonko scheitern

29. Oktober 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Das ist ein dickes Ding, das der Kollege Herbert Fromme vom „Versicherungsmonitor“ (Paywall) da ausgegraben hat: Seiner Darstellung zufolge handelt es sich bei dem Investor, der die Finanzierungsrunde von Joonko zum Platzen brachte, um niemand anderen als um Ping An – also um jenen chinesischen Großversicherer, der Joonko gemeinsam mit der Berliner Fintech-Schmiede Finleap überhaupt erst aufgesetzt hatte.

Ping An habe „zugesagt, mehr als 5 Mio. Euro beizusteuern. Doch wenige Tage vor dem Closing kam das Nein“, so Fromme. Und weiter: „Insider vermuten, dass größere interne Veränderungen bei Ping An den Rückzug erzwangen. Die chinesische Staatsführung legt gerade neue Prioritäten für Investitionen und Engagements im Ausland fest,
sehr wahrscheinlich wurden die Verantwortlichen deutschen Beteiligungen davon selbst überrascht.“ Einen Kenner der Vorgänge zitiert der „Versicherungsmonitor“ wie folgt: „Das war kein geplanter Affront von Ping An, das muss man einfach auf das Konto ,Shit happens‘ buchen.“

Das alles klingt ziemlich plausibel – und es könnte auch die Erklärung sein, warum Finleap die 5-Mio.-Euro-Lücke nicht selber geschlossen hat. Schließlich ist Ping An mit einem Anteil von fast 15% auch einer der größten Gesellschafter von Finleap selber.

Wie gesagt, ein dickes Ding.

Der Fintech-Schock: Warum gibt Joonko so schnell auf?

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