Exklusiv

Diese Investoren haben das Berliner Fintech Finiata gekapert

26. Oktober 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Beim Berliner Factoring-Fintech Finiata ist es zu einer erdrutschartigen Verschiebung in der Gesellschafterstruktur gekommen. Nach den jüngsten Kapitalmaßnahmen (siehe unserer Berichterstattung vom 21. September) halten der britische Risikokapitalgeber DN Capital und der tschechische VC-Investor Enern zusammengerechnet gut 52% der Anteile. Dagegen ist der einstige Fintech-Star und Finiata-Gründer Sebastian Diemer mit seiner Unicorn Asset Management aus dem Cap Table verschwunden. Bis Mitte dieses Jahres hatte Diemer noch knapp 14% an Finiata gehalten, obwohl er operativ schon im Herbst 2018 ausgeschieden war.

Finiata war 2016 mit großen Hoffnungen und als eines von damals gleich mehreren Factoring-Startups hierzulande an den Start gegangen. Binnen kürzester Zeit warb Diemer (zuvor Gründer des einst größten deutschen Fintechs Kreditech, das unter dem neuen Namen Monedo jüngst in die Insolvenz rutschte) bei Investoren mehr als 20 Mio. Euro Eigenkapital ein. Damit dürfte Finiata bis heute eines der in der Frühphase höchstgefundeten deutschen Finanz-Startups sein. Anfang 2019 allerdings reichte es schon nur noch zu einem sehr überschaubaren Funding in Form einer 2 Mio. Euro schweren Wandelanleihe – bevor in diesem Sommer dann besagte Kapitalmaßnahmen folgten, über die viele Altinvestoren endgültig nivelliert wurden. Wie berichtet, erhöhte sich dabei die Zahl der Geschäftsanteile von rund 90.000 Euro auf rund 276.000 Euro.

DN Capital ist hierzulande auch aus anderen Investments bekannt. So sind die Briten bei Auto 1, Mister Spex oder McMakler ebenso engagiert wie beim Berliner Einlagenbroker Raisin oder beim ebenfalls in Berlin ansässigen Rating-Fintech Bonify; über seinen „DN Capital –-Global Venture Capital Fund IV“ hält der Londoner VC dem Handelsregister zufolge nun 26,4% an Finiata. Für den laut seiner Website offenbar vor allem auf E-Commerce spezialisierten tschechische Risikokapital-Spezialisten Enern scheint Finiata hingegen das erste und einzige Fintech-Investment hierzulande zu sein.

Weitere große Finiata-Gesellschafter sind nun ein in Zypern gemeldeter Venture-Capital Investor namens „Manta Ray Ventures Limited“ (16,8%) sowie die bekannten VC-Player Redalpine (11,2%) und Point Niine (4,96%).

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