Studie von Finanz-Szene.de

Frankfurt ist vom Fintech-Boom weitgehend abgeschnitten

3. März 2020

Von Heinz-Roger Dohms

Die Bankenstadt Frankfurt ist vom Fintech-Boom inzwischen weitgehend abgeschnitten – das zumindest legt die „Fintech-Job-Studie“ von Finanz-Szene.de nahe (den ersten Artikel zur Studie hatten wir ja gestern schon veröffentlicht; hier geht es zum kostenlosen Download der kompletten Untersuchung). So hat unter den 20 Finanz-Startups hierzulande mit den aktuell meisten ausgeschriebenen Stellen kein einziges seinen Sitz in Frankfurt. Und selbst unter den Top-50 finden sich nur zwei aus Main-Metropole – wobei selbst dieses beiden einen Teil ihre künftigen Mitarbeiter nicht für ihre Frankfurter, sondern für ihr Berliner Büro suchen.

Bezeichnend für den dramatischen Abstieg: Nicht nur im Vergleich zu Berlin (784 offene Fintech-Stellen) liegt Frankfurt (87) längst uneinholbar zurück, selbst in München (248) suchen Finanz-Startups inzwischen fast dreimal so viele neue Mitarbeiter. Und das, obwohl sich unsere Studie auf nach 2010 gegründete Fintechs beschränkt, sodass in oder nahe München ansässige Ur-Fintechs wie Check24, Wirecard oder Interhyp nicht einmal in der Statistik auftauchen.

Angesichts des Ausmaßes dieser Entwicklung stellte sich allmählich die Frage: Was bedeutet das Fintech-Fiasko für die Zukunft des Finanzplatzes Frankfurt? In einem Expertenbeitrag für die Studie schreibt Dwight Cribb, dessen gleichnamige Personalberatung die aufwendige Untersuchung dankenswerterweise gesponsert hat:

„Die physische Nähe zu den Banken ist für Finanz-Startups weniger entscheidend als jener Faktor, den sie in Tech-Zentren wie Delhi, der Bay Area oder eben Berlin vorfinden: geeignetes Personal! […] Längst hat in Berlin ein „Virtuous circle“ eingesetzt. Die Stadt zieht die Fintechs an. Die Fintechs ziehen die Talente an. Und die wiederum machen die Stadt noch attraktiver – wodurch dann noch mehr Fintechs und noch mehr Talente angezogen werden.“

Zwar habe auch Frankfurt in den vergangenen Jahren „in mancherlei Hinsicht an Attraktivität gewonnen“, so Cribb weiter – etwa aus Sicht von Londoner Banken, die im Zuge des Brexits einen Zufluchtsort für ihr kontinentaleuropäisches Geschäft suchten. Die große Aufgabe der Main-Metropole indes werde es in den nächsten Jahren sein, „diese Attraktivität endlich auch in finanztechnologischer Hinsicht zu erlangen“.

Laden Sie jetzt die „Fintech-Job-Studie“ von Finanz-Szene.de kostenlos herunter

… und erfahren Sie u.a. Folgendes:

  • Welches deutsche Fintech sucht momentan wie viele Mitarbeiter und in welchen Bereichen?
  • Welche Fintechs treiben den Boom – und welche nicht?
  • In welchen Städten wird gesucht, in welchen nicht?
  • Auf welche Jobkategorien entfallen die 1700 offenen Stellen?
  • Handelt es sich um einen B2B-Boom oder um einen B2C-Boom?
Hier downloaden:
Der Fintech-Jobboom

Der Fintech-Jobboom

Eine Analyse der deutschen Fintech-Markts
anhand der ausgeschriebenen Stellen

1,6 MB

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