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Hat die Krypto-Krise der Neobank Nuri das Funding verhagelt?

Vor wenigen Tagen erhielt Kristina Walcker-Mayer eine Nachricht: „Man kann nicht sagen, dass du nicht viele Möglichkeiten bekommst, 5 Jahre CEO Erfahrung in einem zu haben ;)“. Die Chefin der in Turbulenzen geratenen Berliner Smartphone-Bank Nuri teilte die Nachricht selbst bei Twitter, versehen mit dem Zusatz: „Man kann es nicht besser zusammenfassen.“

Tatsächlich ist die Lage für Walcker-Mayer und ihr Krypto-Startup ernst. Erst entließ Nuri rund ein Viertel der Mitarbeiter. Dann rutschte der US-Partner Celsius in die Krise – und fror Gelder ein, darunter auch Einlagen in Millionenhöhe von Nuri-Kunden. Noch ist ungewiss, wie es mit den Millionen weitergeht, eine Einlagensicherung gibt es nicht (siehe dazu auch -> “Nuri und das Krypto-Fiasko – ein Problem für die Solarisbank?!”)

Nuri war bereits mit Investoren im Gespräch

Unterdessen wird klar, dass es sich dabei nicht um die einzigen beiden Ereignisse handelt, die die Startup-Chefin zurzeit umtreiben. Das Unternehmen habe vor der Celsius-Krise mit Investoren über eine Finanzierungsrunde gesprochen, heißt von mit den Vorgängen betrauten Personen. Eine Größenordnung von grob 30 bis 40 Mio. Euro wird dabei genannt.  Ferner soll sich die Firma schon länger um eine eigene Banklizenz bemühen, sagen Insider. Bislang arbeitet Nuri hierfür mit der Solarisbank zusammen. Eine Sprecherin teilte mit, dass die Neobank „Marktgerüchte“ nicht kommentiere. Der aktuelle Status der beiden Großprojekte ist unklar.

Für Nuri kommt die Celsius-Krise somit zur Unzeit. Wie eine Auswertung des Analyse-Dienstes Airnow zeigt, waren ausgerechnet in der Woche vor dem Celsius-Crash die Download-Zahlen auf Rekordniveau. Offiziell zählt Nuri rund 500.000 Kunden, doch nur ein kleinerer Teil davon dürfte aktiv sein.

Erst vor einem Jahr änderte das Unternehmen seine Strategie. Es änderte seinen Namen von Bitwala zu Nuri – und entwarf eine neue App, die nicht nur Krypto-Begeisterte anziehen soll. Die Firma sammelte dafür im vergangenen Jahr in zwei Finanzierungen 24 Mio. Euro ein. Insgesamt sind laut Crunchbase schon mehr als 40 Mio. Euro in das Unternehmen geflossen, darunter von Geldgebern wie dem Maschmeyer-Fonds Alstin, dem N26-Investor Earlybird und dem staatlichen Wagniskapitalgeber Coparion.

Der Krypto-Winter dürfte das Fundraising nun zusätzlich erschweren. Und auch die Finanzaufsicht Bafin wird sich den Fall Nuri genau anschauen.

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