Exklusiv

Italiens Finanzaufsicht verhängt Neukunden-Verbot gegen N26

29. März 2022

Von Caspar Schlenk und Heinz-Roger Dohms

N26 muss auf seinem Wachstumskurs den nächsten heftigen Rückschlag hinnehmen. Laut exklusiven Informationen von “Finance Forward” und “Finanz-Szene” verbietet die italienische Finanzaufsicht der Berliner Neobank die Annahme weiterer Neukunden. Auf einer Support-Seite, auf der sich überprüfen lässt, in welchen Ländern man N26-Kunde werden kann, wird Italien seit Montag unter “Markets closed” geführt. Wer als in Italien ansässiger Kunde ein Konto eröffnen wollte, landete (das ergab jedenfalls unser Test) auf einer Warteliste und der Auskunft: “Thanks for your interest and trust in N26. We’re currently improving our experience and need to ask for a bit of patience. Please join our waiting list, and we’ll reach out to you soon to welcome you.”

N26 bestätigte am späten Montagabend auf Nachfrage die entsprechende Anordnung der italienischen Notenbank. Diese fordere “Verbesserungen bei der Geldwäschebekämpfung für den italienischen Markt. Die Anordnung beinhaltet einen vorübergehenden Stopp für die Aufnahme neuer Kund:innen”, so eine Sprecherin. Die Beanstandungen würden bereits größtenteils im Rahmen des globalen Maßnahmenplans zur Bekämpfung der gestiegenen Finanzkriminalität adressiert”. N26 arbeite “eng mit der italienischen Regulierungsbehörde zusammen” und konzentriere sich “vollumfänglich darauf, die Verbesserungen umfassend und fristgerecht umzusetzen”.

Die Neobank hatte zuletzt immer wieder Probleme mit der Finanzaufsicht, auch und gerade in Deutschland, wo die Bafin im vergangenen Herbst ein europaweit gültiges Neukunden-Limit über das Fintech verhängte. Seitdem darf das mit Abstand größte und wertvollste deutsche Finanz-Startup netto nur noch 50.000 neue Kunden pro Monat aufnehmen – eine schwere Bürde bei dem Versuch, die Stellung als führende Neobank in Kerneuropa zu verteidigen und die Angriffe beispielsweise von Revolut (hierzulande neuerdings mit Banklizenz und Deutschland-Chef unterwegs), Vivid Money oder Bunq abzuwehren.

Bestehende Kundenverbindungen sind von der Maßnahme der italienischen Finanzaufsicht ausgenommen. Auf wie viele Kunden N26 in dem südeuropäischen Land genau kommt, wurde nie kommuniziert. Allerdings hieß es zuletzt in Finanzkreisen, dass die Berliner in Italien – ebenso wie in Deutschland, Frankreich und Österreich – der Marktführer unter den Challenger-Bank seien.

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