Kurz gebloggt

Job für N26 gefällig? Es locken: Sommer, Sonne, Party. Und 1.200 € brutto

31. Mai 2021

Von Christian Kirchner

Wie organisiert N26 eigentlich seinen Kundenservice? Was wird inhouse gemacht, was ausgelagert, was von Berlin aus erledigt, was andernorts? So richtig klar war das (jedenfalls uns hier) bislang nicht. Einen zumindest groben Einblick liefern nun aber diverse Stellenanzeigen, die in den vergangenen Tagen auf internationalen Jobportalen erschienen sind.

„German-speaking customer support to N26“ lautet etwa der Titel eines Gesuchs, „N26- Customer Care Advisor“ ein anderer, auch ein „French Customer Support Specialist at N26″ wird gesucht. Allem Anschein nach sind zahlreiche Agenturen in die Rekrutierung eingebunden, jedenfalls tauchen in der Fülle von Anzeigen viele unterschiedliche immer wieder andere Namen auf.

In den Jobbeschreibungen geht es etwa um den Kundenkontakt via „Email, Telefon und Live Chats“, zur Tätigkeit gehört aber interessanterweise auch die Betrugsprävention. „Du bist nicht nur erster Ansprechpartner, sonder verhinderst Fraud Fälle und schützt die Kunden bestmöglich“, heißt es in einer Anzeige (den Rechtschreibfehler haben wir übernommen). Die am 17. Mai ausgeschriebene Anzeige für den deutschsprachigen Support nennt auch das Monatssalär: 1.200 Euro für 40 Stunden pro Woche brutto. Rechnerisch entspricht das rund zwei Dritteln des deutschen, aber rund dem Doppelten des griechischen Mindestlohns von 3,76 Euro pro Stunde.

Denn die Gemeinsamkeit der ausgeschriebenen Stellen: Arbeitsort ist Griechenland. Oder genauer: „Sunny Athens, Greece“, wie es in sämtlichen von Finanz-Szene.de entdeckten Anzeigen heißt. Auf dem offiziellen Jobportal von N26 selbst sucht man die Ausschreibungen übrigens vergebens. Was daran liegt, dass die Stellen nicht direkt bei N26 aufgehängt sind, sondern offenbar bei einem Unternehmen namens „Teleperformance Greece“, das sich selbst als Marktführer für Kontaktcenter-Outsourcing bezeichnet. Dass Banken immer mehr administrative Tätigkeiten ins europäische Ausland hieven, um Kosten zu sparen, ist übrigens ein übliches Vorgehen und mitnichten spezifisch für N26. Vor allem in Ost- und Südosteuropa sind so in den vergangenen Jahren zahlreiche Servicecenter entstanden.

Auch der eigene Customer Service werde ausgebaut, teilt N26 mit

Ungewöhnlich an den Ausschreibungen für den N26-Support ist allerdings, dass sich mehrere Anzeigen dezidiert auch an deutschsprachige Interessenten richten – versehen mit der expliziten Anregung, den Wohn- und Arbeitsort nach Athen verlagern könnten. Als Benefit werden „Flugticket nach Athen, 2 Wochen freie Unterkunft, Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Wohnung“ angegeben, dazu „Firmenfeste, Partys und Ausflüge während des ganzen Jahres“.

„Es geht bei den Stellen um zusätzliche Kapazitäten bei unseren externen Partnern, mit denen wir seit einigen Jahren zusammenarbeiten. Unsere internen Teams sind hiervon nicht betroffen“, teilt N26 auf Nachfrage mit. Man arbeite „seit einigen Jahren sowohl mit internen Experten, als auch mit externen Anbietern im Bereich Kundenservice zusammen. Damit stellen wir sicher, jederzeit flexibel auf steigendes Kundenwachstum reagieren zu können. Eine hohe Erreichbarkeit im Kundenservice spielt für uns eine wichtige Rolle, weshalb wir mit externen Serviceanbietern in Frankreich, Deutschland, den USA, und Griechenland zusammenarbeiten. Darunter sind auch deutschsprachige Spezialisten unserer externen Partner, die besonders bei erhöhten Nachfrage-Volumen unterstützen.“

Auch für das interne Customer-Service Team in Berlin seien derzeit zahlreiche Stellen ausgeschrieben.

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