N26 bringt Tagesgeld – mit 0,17% Zins und nur einem Partner

3. Dezember 2020

Von Christian Kirchner

N26 hat das Geheimnis gelüftet, wer die Partnerbank hinter dem neuen Tagesgeld-Angebot (siehe auch unsere Berichterstattung von letzter Woche) namens „EasyFlex Savings“ ist – nämlich ein norwegisches Institut namens Komplett. Das hierzulande, nun ja, eher unbekannte Geldhaus führt die entsprechenden Konten (Vermittler ist bekanntlich der Berliner Einlagenbroker Raisin) in Euro und zahlt dafür quartalsweise aktuell 0,17% Zinsen. Vorerst erhalten nur die zahlenden Kunden von N26 Metal und N26 Business Metal das Angebot, alle anderen sollen ab Januar folgen. Der Zinssatz ist variabel.

Bei der Komplett Bank handelt es sich um eine 2014 gegründetes Institut mit Fokus auf Privat- und Konsumentenkredite sowie Sparkonten. 2019 wies das Institut eine Bilanzsumme von umgerechnet knapp 1 Mrd. Euro auf. Mehrheitseigentümer ist die Komplett Group, ein Online-Versandhändler für Elektronikprodukte. Mit einem Zinssatz von ebenfalls 0,17% ist die Komplett Bank auch auf Raisins eigenem B2C-Portal „Weltsparen“ vertreten. Das Angebot liegt nominal im oberen Drittel vergleichbarer Angebote für Euro-Tagesgeld. Der Spitzenwert liegt momentan bei 0,21% (jeweils ohne Aktions-Bonifikationen).

N26 hatte im Oktober eine Verwahrgebühr von 0,5% für Guthaben über 50.000 Euro auf ab dem 19. Oktober eröffneten Konten eingeführt. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass die Einlagen im Zuge der Corona-Krise stark gestiegen seien. Im Gegenzug für die Strafzinsen kündigte die Neobank seinerzeit bereits an, den Kunden bald alternative Modelle an die Hand zu geben, ihr Geld zinspositiv anzulegen.

Dass N26-Kunden sein Tagesgeldangebot auf eine einige Partnerbank beschränkt (anders als beim Festgeldprodukt „N26 Savings“), war im Markt mit Erstaunen aufgenommen worden. Nach Angaben von N26 sind alle Einlagen von N26 Kunden bis zu einem Betrag von 100.000 Euro inklusive Zinserträge zu 100 Prozent je Kunde gesetzlich durch den norwegischen Einlagensicherungsfonds abgesichert. Zudem fällt für deutsche Anleger in Norwegen keine Quellensteuer an.

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