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Die Berliner Krypto-Bank Nuri ist insolvent – und jetzt?

Der Ernstfall hatte sich bereits angedeutet, jetzt ist es passiert: Die Berliner Krypto-Neobank Nuri (früher Bitwala) hat am Dienstag Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen habe beim Amtsgericht Berlin einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, hieß es in einer am Nachmittag versandten Mitteilung. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde laut der Bekanntmachung im Insolvenzregister Jesko Stark berufen.

Die prekäre finanzielle Situation infolge des Krypto-Crashs und der Insolvenz des mit Nuri verpartnerten US-Kryptoverleihers Celsius hatte sich in den vergangenen Tagen bereits angedeutet, wie Finance Forward und Finanz-Szene am Montagnachmittag berichtet hatten. Seit Monaten war es CEO Kristina Walcker-Mayer und dem Führungsteam nicht gelungen, neue Geldgeber oder einen Käufer zu finden. Zuletzt hatte es laut dem Online-Magazin “t3n” Gespräche mit dem US-Investor Pavilion Capital gegeben – offenbar jedoch ergebnislos.

Die Guthaben der rund 500.000 Kunden, die Nuri nach eigenen Angaben zählt, sind von der Insolvenz nicht betroffen, wie das Unternehmen betonte. In der Tat verfügt Nuri über keine Vollbanklizenz und verwaltet somit seine Kundeneinlagen nicht selbst – die liegen bei dem Berliner “Banking-as-as-Service”-Fintech Solaris. “Euro-Einlagen und Krypto-Vermögen in Custodial Wallets sind über die Solarisbank AG bzw. die Solaris Digital Assets GmbH geschützt”, heißt es in der Mitteilung von Nuri.

Nach eigenen Angaben strebt Nuri den Weiterbetrieb seiner Banking-App an – also eben jenes Frontends, über das die Kunden auf ihre Einlagen zugreifen können. Da jetzt erstmal ein Sanierungskonzept erarbeitet werden soll und die Produkte und Dienstleistung von Nuri “bis auf Weiteres unverändert fortgeführt werden”, gibt es für die Kunden unmittelbar erst einmal keine spürbare Konsequenz.

Bleibt die (vorerst hypothetische) Frage, was passiert, wenn Nuri im Rahmen des Verfahrens doch noch verkauft wird oder die Geschäftstätigkeit irgendwann doch komplett eingestellt wird. In beiden Fällen wäre weiterhin die Solarisbank für die Einlagen verantwortlich, die selbst aber kein Endkunden-Geschäft betreibt. Diese müsste die Einlagen vermutlich dann migrieren, entweder zu einem etwaigen Nuri-Käufer (sofern der eine Banklizenz hat) oder an eine vom Kunden gewählte Bank.

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