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Wealth-Management-Digitalisierer Elinvar verliert CTO und COO

Der hochgewettete Wealth-Management-Digitalisierer Elinvar verliert zwei seiner wichtigsten Manager. Wie das Unternehmen gegenüber Finanz-Szene bestätigte, handelt es sich zum einen um Chief Operating Officer Paul Walsh. Der Abgang der früheren Morgan-Stanley-Managers habe ausschließlich private Gründe; Walsh werde Deutschland verlassen und seine britische Heimat zurückkehren. Darüber hinaus erfuhr Finanz-Szene aus informierten Kreisen, dass auch der Mitgründer und Technologiechef Sebastian Böttner vor dem Abgang stehen soll. Zu dieser Personalie wollte das Fintech keine Stellung nehmen.

Die Entwicklung von Elinvar hatte zuletzt Fragen aufgeworfen. Der B2B-Spezialist, einst aufgesetzt vom Company-Builder Finleap in Kooperation mit der Talanx, galt lange Zeit als eines der aussichtsreichsten Berliner Fintechs überhaupt. So investierten Goldman Sachs und weitere Investoren 2019 zunächst 15 Mio. Euro und zwei Jahre später weitere 25 Mio. Euro in den Vermögensverwaltungs-Spezialisten.

Die bis dato öffentlich  gewordenen Geschäftszahlen bestätigen die in Elinvar gesetzten Erwartungen aber noch nicht. So erwirtschaftete das Fintech 2019 gerade mal Provisionserträge in Höhe von 1,02 Mio. Euro, ein Jahr später waren es dann 1,5 Mio. Euro (zuzüglich sonstiger betrieblicher Erträge im Umfang von 1,2 Mio. Euro). Das Fintech begründete die eher schleppende Entwicklung mit einer Neuausrichtung – siehe unser Stück -> “Das Elinvar-Paradoxon: Riesiges Funding – sinkender Umsatz”.

Probleme bei Donner & Reuschel, Probleme bei Castell

Bei frühen Referenzkunden von Elinvar zeigten sich zuletzt Probleme. So hinkt die Kooperation mit Donner & Reuschel dem Zeitplan weit hinterher, wie sich Hinweisen in Geschäftsberichten der Hamburger Privatbank entnehmen lässt (siehe  -> Was aus der Kooperation von Donner & Reuschel und Elinvar wurde). Auch die Zusammenarbeit mit der Fürstlich Castell’schen Bank war nicht von Erfolg gekrönt. So ergab eine Nachfrage von Finanz-Szene bei der Würzburger Privatbank, dass der gemeinsam mit Elinvar aufgesetzt Robo-Advisor “Castell Insight” mittlerweile eingestellt wurde. Weiterhin live ist dagegen der “Warburg Navigator” – also die digitale Vermögensverwaltung von M.M. Warburg und Elinvar.

Im Umfeld von Elinvar wird eingeräumt, dass sich in den vergangenen Jahren nicht alle Partnerschaften wie erhofft entwickelt hätten. Allerdings sieht sich das Unternehmen grundsätzlich weiterhin auf Kurs. Die Erträge zum Beispiel sollen im laufenden Geschäftsjahr signifikant über die des Vorjahres hinausgehen – was zum Beispiel daran liege, dass bei jüngeren Kooperationen der Fokus stärker auf der Digitalisierung des Bestandsgeschäfts liege. Einer der Partner von Elinvar ist die Volksbank Bielefeld-Gütersloh bzw. deren Vermögensverwaltungs-Spinoff “Klarwert” (siehe -> “Volksbank Bielefeld will ‘digitale Private Bank’ der Genos werden”). Hier dürften auch bestehende Kundengelder über die Elinvar-Plattform laufen.

Die Mitarbeiterzahl entwickelte sich zuletzt – was sich nicht von allen Berliner Fintechs sagen lässt – konstant. So weist Linkedin zurzeit 130 registrierte Elinvar-Beschäftigte aus. Das waren geringfügig mehr als vor sechs bzw. zwölf Monaten.

Was aus der Kooperation von Donner & Reuschel und Elinvar wurde

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