03/03/22: “Fintech-Lady” wechselt, DZ Bank prüft Zukäufe, Bafin vs. Genos

2. März 2022

Von Heinz-Roger Dohms

Wussten Sie schon, dass es in der deutschen Fintech-Branche zu einem interessanten Wechsel gekommen ist: Caroline Jenke nämlich, bislang Chief Legal and Regulatory Officer beim Münchner API-Spezialisten FintecSystems (und Teil unserer großen Fintech-Frauen-Serie vor zwei Jahre, hier ihr Porträt), macht rüber zum aufstrebenden Berliner Kredikarten-Fintech Pliant. Dort verantwortet die Juristin nun neben dem Bereich „Legal und Compliance“ auch das Thema “Internationalisierung”. Zudem soll Jenke soll zum Aufbau eines Whitelabel-Angebots für Unternehmenskunden beitragen.

News

Dem Ausstieg der DZ Bank aus der European Payments Initiative hat offenbar u.a. ein handfester strategischer Konflikt zugrunde gelegen … – … So berichtete DZ-Bank-Co-Chef Fröhlich gestern (als er bei der Bilanz-PK auf die Situation angesprochen wurde), die Genossen hätte als Ankerprodukt des Projekts eine “EPI Wallet” präferiert – aber eben keine “EPI Card” … +++ …  Aus unserer Sicht spricht diese Darstellung für unsere Deutung (siehe hier und hier), dass der Genosektor sich schwergetan hat mit der Perspektive, zugunsten der European Payments Initiative die Girocard aufgeben zu müssen … +++ … Dieser unmittelbare Zusammenhang allerdings wurde von Fröhlich auf Nachfrage deutlich bestritten +++ Nochmal DZ Bank: Co-Chef Riese hat gestern konkretisiert, dass der Genosektor über seine Vorkaufsrechte bei der Schufa einen eigenen Anteil von >25% (=Sperrminorität) und gemeinsam mit den Sparkassen einen Anteil von >50% anstrebt +++  Zum Dritten: Die DZ Bank sieht sich nach dem Kauf von Fincompare (siehe hier) und der Übernahme des Fondshauses ZBI durch die Union Investment bereits nach weiteren Akquisitionszielen um, so Fröhlich +++ Und zum Vierten: In Russland, der Ukraine und Belarus ist die DZ Bank nach eigenen Angaben mit derzeit netto weniger als 300 Mio. Euro engagiert +++ Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg hat in ihrem Cum-Ex-Streit mit der Deutschen Bank die nächste juristische Niederlage hinnehmen müssen (Neue Juristische Wochenschrift) +++ Die Bundesbank wird aufgrund hoher Risikovorsorge (Staatsanleihen-Portfolio …) auch in diesem Jahr kein Geld an den Bund ausschütten … (Mitteilung) +++ Die Bafin hat in ihrem gestern erstmals veröffentlichten “Risiken im Fokus”-Bericht (im Grunde das, was bislang “Aufsichtsschwerpunkte” hieß) sechs aktuelle Hauptrisiken für Banken und Sparkassen definiert … +++ … nämlich: 1.) Niedrigzinsen; 2.) Immomarkt; 3.) Etwaiger Börsen-Crash; 4.) Unternehmenskredite; 5.) Cyber-Risiken; 6.) Mangelnde Geldwäsche-Prävention (Mitteilung) +++ Und nochmal Bafin: Wir hatten Ihnen ja gestern kurz von der Raiffeisenbank im Hochtaunus mit ihrem abnormen Betriebsergebnis von 2,17% der DBS erzählt … +++ … Jedenfalls: Wenige Stunden nach der Meldung hat die Finanzaufsicht öffentlich gemacht, dem Institut bereits Mitte Januar zusätzliche Kapitalanforderungen auferlegt zu haben. Begründung: Verstoß gegen die “ordnungsgemäße Geschäftsorganisation” … +++ … Wir hatten ja schon gestern angekündigt, Ihnen zum Geschäftsmodell der Hochtaunus-Raiba mal ein bisschen was zu erzählen. Vielleicht schaffen wir’s morgen

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