03/06/20: HVB Leasing, Apobank, Flatex, Hypoport, FM Insurtech

3. Juni 2020

Exklusiv: Hypo-Vereinsbank stellt ihre Leasing-Tochter in deren jetziger Form infrage. Über die Leasing-Branche, zugegeben, berichten wir eher selten. Was aber einen triftigen Grund hat: Leasing ist ein aus journalistischer (und vermutlich auch sonstiger) Perspektive eher langweiliges Geschäft! Spektakuläre Renditen? Sind im Leasing eher nicht zu erwarten. Spektakuläre Ausfälle? Auch nicht. (Es sei denn, man ist passionierter Genobanker und meint, über die sektoreigene VR Leasing abenteuerliches Auslandsgeschäft betreiben zu müssen, was dann natürlich schiefgeht und dazu führt, dass man die VR Leasing irgendwann in „VR Smart Finanz“ unbenennt …). Und sonst? Ist Leasing halt Leasing. Eher was für die Grenkes als für die Goldmans … Indes: Dieser Tage tut sich endlich mal was in der Branche. Und damit meinen wir nicht den dieser Tage vollzogenen Verkauf der Sixt Leasing. Sondern: Wir meinen das, was die Hypo-Vereinsbank mit ihrer Hamburger Tochter „Unicredit Leasing GmbH“ vorhat und was in der ziemlich leisen Leasing-Szene wie ein veritabler Paukenschlag wahrgenommen wird. Voilà: Finanz-Szene.de

Na, liebe Leser*innen mit der E-Mail-Endung „@fiduciagad.de„, da haben Sie sich gestern Vormittag aber freudig die Hände gerieben, oder? Schließlich hat die über Pfingsten vollzogene IT-Migration der Apobank (die sich bei der Wahl ihres neuen Kernbanksystem-Anbieters für die Schweizer Avaloq statt für die genossenschaftliche Fiducia & GAD entschied…) dann doch deutlich mehr Probleme bereitet, als es sich die Düsseldorfer Weißkittel-Banker im Vorfeld ausgemalt hatten. Das Online-Banking? Nicht erreichbar. Das Geldabheben? Problematisch. Die Website? Immer mal wieder down. Schon früh am Tage funkten die Apobanker (die mit der Situation wohltuend transparent umgingen) SOS: „Aktuell kommt es beim Online-Banking zu Störungen. Wir erwarten, dass unsere Spezialisten diese Einschränkung in den nächsten Stunden beheben werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“ Richtung Abend, immerhin, waren die meisten Probleme dann nur noch Problemchen. Und wie sieht es heute Früh aus? Hier die Infoseite: apobank.de

News

Die Citigroup will allein in diesem Jahr ein Geschäftsvolumen von rund 45 Mrd. Euro auf die im Zuge des Brexits in Frankfurt errichtete Citigroup Global Markets Europe AG übertragen (BÖZ) +++ Moody’s droht Wirecard mit einer Abwertung auf Ramschniveau. Bislang wird die Bonität des Zahlungsdienstleisters mit „Baa3″ bewertet – die letzte Notenstufe im Investmentbereich. (Manager Magazin) +++ Der ehemalige „UBS Europe SE“-Chef Thomas Rodermann hat zum 1. Juni den Chefjob bei Merck Finck angetreten (Wiwo/Bloomberg) +++ Die Sparkasse Hannover schließt in zwei Dritteln ihrer Filialen den Kassenschalter (HAZ/Paywall) +++ Der börsennotierte Online-Broker Flatex strebt bis Ende 2020 den Wechsel in den Prime-Standard an – was indes auch schon mal für 2018 angekündigt war (DGAP) +++ Laut Bafin gibt es bislang eine „einstellige“ Zahl an Anträgen auf Zulassung als Verwahrstelle für Krypto-Assets; darüber hinaus habe habe die Finanzaufsicht eine „mittlere zweistellige Zahl von Absichtsanzeigen“  erreicht. (BÖZ/Paywall) +++ Die DWS ist bei Wirecard am 22. Mai unter die (letzte) meldepflichtige Schwelle von 3% gerutscht (DGAP)

Wussten Sie schon …

… dass die Sparkassen und Hypoport schon wieder miteinander rummachen? Wenn wir kurz den Dr. Sommer geben dürfen: Wie Sie als aufgeklärte Leserinnen und Leser vermutlich wissen, kopulieren die öffentlich-rechtlichen Banken und das milliardenschwere Berliner Ur-Fintech erstens schon seit Jahren und in zunehmender Heftigkeit beim B2B-Baufi-Vermittler Finmas. Zweitens hatten die Sittenpolizisten von Finanz-Szene.de die rheinischen Sparkassen im Januar dabei erwischt, wie diese plötzlich auch in puncto Bankassurance mit den Hypoport-Leuten in die Kiste steigen (obwohl der Bettgenosse eigentlich ein anderer seit sollte). Und nun: Hat unser Recherchepartner Startupdetector“ drittens im Handelsregister entdeckt, dass Ende Mai eine neue Unternehmung namens „FM Insurtech GmbH“ gegründet wurde, deren Geschäftszweck „die Vermittlung sowie die Mitwirkung an der Vermittlung von Versicherungen sowohl an Mitglieder der Sparkassen-Finanzgruppe als auch von Sparkassen und Mitgliedern der Sparkassen-Finanzgruppe an dritte Produktanbieter (…)“  ist. Und jetzt raten Sie mal, wer 100%iger Gesellschafter der „FM Insurtech GmbH“ ist? Eine Firma namens „Kartenhaus Software GmbH“. Und wie bezeichnet die sich auf ihrer Website? Als „stolzes Mitglied der Hypoport-Familie“. Tssssss.

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