05/05/20: Commerzbank, Wirecard, N26, Depfa, Robinhood, Revolut

5. Mai 2020

Commerzbank dürfte laut Analysten in die tiefroten Zahlen rutschen. 1,3 Mrd. Euro Gewinn vor Steuern, 400 Mio. Euro Gewinn nach Steuern – so lautete bislang die offizielle (freilich noch von Ende Februar stammende) Konsensschätzung für 2020. Rechtzeitig vor Veröffentlichung der Q1-Zahlen nächste Woche hat die Coba von den Analysten nun aber neuen Prognosen eingeholt. Und die reichen (jedenfalls was das Nachsteuer-Ergebnis betrifft) plötzlich von „gerade noch schwarz“ bis tiefrot. Sehen Sie hier auf einen Blick die kompletten Schätzungen sowohl für Q1 als auch fürs Gesamtjahr – und wie die Analysten den Bedarf an zusätzlicher Risikovorsorge einschätzen: Finanz-Szene.de

Eigentlich ist zu Wirecard ja erst einmal alles gesagt (Long story short: Ein zwischenzeitlich bis zu 40 Köpfe umfassendes Big-Four-WP-Team kommt nach monatelanger forensischer Sonderprüfung zu dem Schluss, dass man dem geprüften Unternehmen – einem Dax-Konzern – nicht bescheinigen kann/will, dass wesentliche Teile von dessen Umsätzen „existent“ sind). Was aber nicht heißt, dass sich die Geschichte nicht weiterdreht. Drum in aller Kürze die neuesten Snippets: Wirecard hat eigene Interpretation des KPMG-Berichts veröffentlicht (hier das PDF) +++ Frankfurter Wertpapierbörse erwägt, Strafzahlung gegen Wirecard zu verhängen (Reuters), weil: …  +++ … E&Y-Testat soll (erst) am 4. Juni kommen (DGAP). +++ Aktie 2,3% runter auf 88,33 Euro +++ Laut Finanzen.net (und weil einige Analysten ihr Urteil ausgesetzt haben) empfiehlt Mehrheit der Analysten Wirecard-Aktie nicht mehr zum Kauf (Finanzen.net).

Am Wochenende wurde uns wieder mal vorgeworfen, wir würden zu kritisch über N26 berichten. Was wir einerseits zurückweisen. Andererseits: Im Kontext der Problemchen und Wehwehchen anderer europäischer Challenger-Banken relativieren sich die Probleme und Wehwehchen beim Berliner Milliarden-Fintech (langsameres Wachstum, Rückzug aus UK, der ein oder andere Manager-Abgang, Verzögerung beim Brasilien-Launch) dann tatsächlich ein Stück weit. So heißt es von der Londoner Neobank Monese, diese mache ihre – freilich nur mit wenigen Leutchen besetzte – Berliner Dependance dicht. Derweil beim ebenfalls Londoner N26-Antipoden Revolut die Manager gleich reihenweise ausscheiden. Und das von RBS/NatWest aufgesetzte Londoner Challenger-Bänkchen „Bo“? Hat übers Wochende die Pforten dichtgemacht. Da nimmt sich unsere kleine Wochenend-News, dass N26 einen weiteren hochrangigen Mitarbeiter verloren hat, i.d.T. undramatisch aus: Finanz-Szene.de

News

Die Deutsche Pfandbriefbank hat gestern Abend ihre Prognose für das laufende Jahr zurückgenommen (DGAP) +++ Der US-Neobroker Robinhood hat im Zuge eines Fundings 280 Mio. US-Dollar aufgenommen und wird jetzt mit 8,3 Mrd. US-Dollar bewertet (Techcrunch) +++ Das „TLTRO III“-Programm wird dahingehend ausgeweitet, dass sich die Banken bei der EZB bei Beibehaltung ihres Kreditvolumens nicht mehr nur zu -0,75%, sondern zu -1,0% Geld leihen können. Anders gesagt (siehe auch unsere große Analyse von letzter Woche): Die Notenbank lädt Banken und Sparkassen nachgerade zur Negativzins-Arbitrage ein (FAZ) +++ M.M. Warburg hat 2019 satte 24,6 Mio. Euro Verlust gemacht, führt dies allerdings auf Einmaleffekte zurück (Mitteilung) +++ Cum-Ex: Der frühere Chef der Maple Bank ist gegen eine Millionen-Kaution vorerst auf freiem Fuß (Süddeutsche) +++ Die sog. Stimmrechtsberater von Glass Lewis empfehlen den Deutsche-Bank-Aktionären, Aufsichtsrat Paul Achleitner nicht zu entlasten (HB/Paywall) +++ Alexander von zur Mühlen wird neuer Asien-Chef der Deutschen Bank (Manager Magazin) +++ Revolut möchte nun doch bzw. nun endlich eine britische Banklizenz beantragen … (AltFi) +++ … hat aber zugleich damit angefangen, seine litauischen Nutzer auf die litauische Banklizenz zu übertragen (Finextra)

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