06/04/20: Felix Hufeld, KfW, BayernLB, Aareal, DZ, LBBW, Commerzbank

6. April 2020

„Ob solche Banken dann ausreichend stabil sein werden (…), ist im Moment nicht abzusehen“: Bafin-Chef Felix Hufeld hat in der „FAS“ zwei Gruppen von hiesigen Kreditinstituten benannt, die in der Corona-Krise „kritischen Belastungen ausgesetzt“ sein könnten. Zum einen seien das Banken, „um die wir uns schon vor Corona Sorgen gemacht haben und die wir daher einer intensivierten Aufsicht unterworfen haben“. Und zum zweiten Banken, „die möglicherweise durch ein Zusammentreffen verschiedener Faktoren – beispielsweise durch regionale Positionierung oder durch eine sehr starke Exponiertheit gegenüber besonders betroffenen Branchen – durch die Corona-Krise in ganz erheblichem Maße in Mitleidenschaft gezogen werden könnten“. Seit wann die Bafin die erste Gruppe beobachtet und welche Banken der zweiten Gruppe angehören könnten, haben wir ganz kurz für Sie aufgedröselt: Finanz-Szene.de

Werden KfW-Nothilfekredite für nicht ganz so große Mittelständler jetzt doch mit einer 100%igen Staatshaftung versehen? Sieht so aus, wenn man diversen Medienberichten vom Wochenende glaubt. Zitat aus einer Agenturmeldung bei „faz.net“: „Die Höchstgrenze könnte 500.000 Euro pro Unternehmen betragen, der deutsche Staat dafür Garantien in einem Gesamtvolumen von bis zu 300 Milliarden Euro übernehmen.“ Bliebe noch die Frage, ob die KfW – die nach bisheriger Regelung bei Krediten bis zu 3 Mio. Euro keine eigene Risikobewertung vornimmt – in diesen Fällen nicht doch die Bonität prüfen sollte, statt dies allein den Hausbanken zu überlassen. Weil: Hätten wir andernfalls nicht endgültig ein „Moral hazard“-Problem? Und dann noch eine News in dem Kontext: Die EU-Kommission hat am Freitag ihr Plazet gegeben, dass die Landesförderbanken ihre Hilfskredite nun genauso zinsgünstig ausreichen dürfen wie die KfW. Onvista

Dürfen wir Ihnen die (ernüchternden) 2019er-Zahlen der BayernLB im Telegramm-Stil übermitteln? Das Vorsteuer-Ergebnis ist um 25% auf 653 Mio. Euro gesunken, das Nachsteuer-Ergebnis sogar um 44% auf nur noch 463 Mio. Euro … (Chart, S. 8) +++ Ein flüchtiger Blick auf die am Freitag publizierten Zahlen legt dabei nahe: Für den Rückgang verantwortlich sind v.a. Restrukturierungs-Kosten (217 Mio. Euro) und der um 7% auf 1.446 Mio. Euro gestiegene Verwaltungsaufwand (Chart, S. 12/13) +++ Bemerkenswert: Das Ergebnis der Münchner Landesbank wäre vollends eingekracht, hätte nicht die Risikovorsorge durch Auflösungen und Hochschreibungen einen positiven Ergebnisbeitrag von 251 (!) Mio. Euro geliefert (Chart, S. 13) +++ Und die Tochter DKB? Mit einem Zinsüberschuss von 961 Mio. Euro (-2%) recht stabil … +++ … wobei der Verwaltungsaufwand um 14% auf 577 Mio. Euro in die Höhe schoss, sodass das Vorsteuerergebnis dann doch um 5% auf nur noch 301 Mio. Euro abschmolz (Chart, S. 18)

News

Mächtig Bewegung bei den Dividenden: Die Aareal-Bank gibt nun doch den Forderungen von EZB und Bafin gegenüber Banken nach und kündigte am späten Sonntag per ad hoc an, vorerst keine Dividende für 2019 zu zahlen und die Situation ab dem 1. Oktober neu zu bewerten (Mitteilung) +++ Die DZ Bank wiederum vertagt ihre Entscheidung über eine Ausschüttung; Helaba und BayernLB verzichten indes vorerst auf eine Zahlung; die LBBW prüft noch (Platow-Brief, HB/Paywall) +++ Sollte die LBBW keine Dividende ausschütten, droht den baden-württembergischen Sparkassen eine Sonderumlage, damit sie jene Zinsen und Tilgungen berappen können, die noch immer aus der LBBW-Rettung in 2009 herrühren (BÖZ/Paywall) +++ +++ Der Bund ersetzt bei der Commerzbank seine beiden Aufsichtsräte Anja Mikus und Markus Kerber durch Finanzagentur-Co-Chefin Jutta Dönges und KfW-Mann Frank Czichowski (Manager Magazin) +++ Bleiben wir bei der Gelbbank. Die fährt in der Corona-Krise nämlich das Neugeschäft im Firmenkundenbereich zurück. Man sei momentan „in der Tat zurückhaltender“, sagte Vorstand Boekhout in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ … +++ … Dagegen verzeichnen Coba und Comdirect im Privatkunden-Geschäft im ersten Quartal einen Zuwachs um 130.000 Neukunden netto. HB (Paywall)

Webinar

In der Corona-Krise steht ein Banken-Typus im Fokus, dem sonst eher weniger Aufmerksamkeit zuteil wird – die Förderbanken. Wie indes funktionieren die Nothilfekredite im Detail? Was sind die Unterschiede zur sonstigen Vergabepraxis? Und was bedeutet die jetzige Lage für die Zukunft der Förderinstitute? Mit diesen Themen beschäftigt sich das Finanz-Szene.de-Webinar „Kredite und Corona – Die Rolle der deutschen Förderbanken“ in Kooperation mit dem VÖB. Falls Sie im Vorfeld des Webinars Fragen an die VÖB-Expertin Beate Siewert haben, dann schicken Sie uns diese doch bitte bis Mittwoch an redaktion@finanz-szene.de, „Stichwort: Förderbanken“.

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