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06/08/21: Targobank kickt aus Paydirekt raus, Abgesang auf NordLB, Ipex wird „Privatbank“

6. August 2021

Von Christian Kirchner

Das hier ist ein herber Rückschlag für Giropay: Als Anfang 2019 diverse Privatbanken (wie die HVB, die ING Diba oder die Santander) ihre Anteile am bankeneigenen Bezahldienst Paydirekt kündigten – da befand sich unter den Abtrünnigen auch eine gewisse Targobank. Wobei, abtrünnig? Nein, nein!, hieß es damals. Den eigenen Kunden werde Paydirekt natürlich weiterhin angeboten! Nun, zweieinhalb Jahre später, ist’s auch damit vorbei. Zumindest im Falle der Targobank. Die nämlich hat ihren Kunden dieser Tage mitgeteilt, für Paydirekt (bzw. „Giropay“, wie das Online-Bezahlverfahren nach dem kürzlich vollzogenen Neustart heißt) keine Registrierungen mehr zuzulassen. Lapidarer Hinweis: Zum Einkaufen im Internet könne ja „alternativ die Kreditkarte benutzt werden“. Eingedenk der Tatsache, dass die im Besitz der Crédit Mutuel befindliche Targobank (Kunden: immerhin 3,7 Mio. Kunden) zuletzt ja auch schon der Girocard partiell abgeschworen hatte, darf man durchaus fragen: Was verbindet so ein Institut (abgesehen von der Einlagensicherung) eigentlich noch mit der deutschen Kreditwirtschaft?

Stichwort Einlagensicherung … Was sich zuletzt bereits abgezeichnet hatte, ist nun offiziell: Die BayernLB (die selbst dem Sicherungssystem der Sparkassen angehört) schickt ihre Tochter DKB ins Einlagensicherungs-System der privaten Banken, wie gestern als erstes die Börsen-Zeitung (Paywall) berichtete. Ein Hinweis auf eine mögliche Veräußerung der Direktbank-Tochter sei das zwar nicht, betonen die Beteiligten. Indes: Falls die BayernLB (oder eine bis dahin entstandene „SüdLB“) eines fernen Tages womöglich doch auf die Idee kommen sollte, die DKB zu versilbern – dann wäre eine wesentliche Voraussetzung schon mal geschaffen.

News

Apropos (I): Was die BayernLB-Tochter DKB kann, dass kann die KfW-Tochter Ipex schon lange. Diese wechselt nämlich (Hintergrund: die „EdÖ“ genannte gesetzliche Einlagensicherung der öffentlichen Banken wird aufgelöst …) ins private Sicherungssystem (BÖZ/Paywall) +++ Apropos (II): Die BayernLB hat im ersten Halbjahr – sieh an! – ein Vorsteuerergebnis von „mehr als 400 Mio. Euro“ erzielt und damit den internen Planwert fürs Gesamtjahr bereits übertroffen (BÖZ/Paywall) +++ Etliche an der NordLB beteiligte Sparkassen haben ihre 2019 zur Rettung in die Landesbank injizierten Gelder zumindest teilweise bereits abgeschrieben, berichtet die „Wirtschaftswoche“  (Paywall) … +++ … So stehe die Beteiligung etwa bei der Landessparkasse zu Oldenburg nur noch zu einem Drittel des ursprünglichen Werts in der Bilanz +++ Die auf freie Vermögensverwalter ausgerichtete V-Bank hat eine Lizenz als Kryptoverwahrer beantragt (BÖZ/Paywall) +++ Die russische VTB Bank hat im Zuge des Brexits nach eigenen Angaben rund 100 Jobs von London nach Frankfurt verlagert (HB/Paywall)

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