07/10/20: Commerzbank, Deutsche Bank, Oddo, Trade Republic, Taulia

7. Oktober 2020

Deutsche Banken mit dem stärksten Dreimonats-Ergebnis seit Jahren: Dass das Frühjahrsquartal deutlich besser gelaufen ist, als man das angesichts der äußeren Umstände (Pandemie, Risikovorsorge, geschlossene Filialen, Wirecard-Kredite) vermutet hätte – soviel ist bekannt. Die einen profitierten vom Handelsgeschäft im Großen (Deutsche Bank, Berenberg …), die anderen vom Handelsgeschäft im Kleinen (Comdirect …), und die Cobas und LBs und Sparkassen und Volksbanken nahmen im Kreditgeschäft zumindest ein bisschen Corona-Sonderkonjunktur mit – während die Corona-Einschläge ja erst noch kommen sollen … Also nochmal: Dass das Q2 kein Horror-Quartal war, so viel wusste man. Aber dass es ein sehr solides Quartal (gemessen am Nachsteuer-Ergebnis) bzw. sogar ein Sahne-Quartal (gemessen am Vorsteuer-Ergebnis) war, das erstaunt dann doch. Hier die gestern vorgelegten Daten der EZB-Bankenaufsicht im Detail und wie sich das Gewinnwunder der deutschen Banken erklären lässt: Finanz-Szene.de

News

Der US-Investor Capital Group hat seinen Anteil an der Commerzbank von 4,8% auf 5,3% aufgestockt (Reuters) +++ Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hält eine Fusion mit einem anderen Geldinstitut unter Umständen nun doch schon in 2021 für denkbar (Bloomberg) +++ Der Brokerage-Boom lässt die Mitarbeiterzahl des Berliner Fintechs Trade Republic explodieren: Binnen weniger Monate ist die Belegschaft von rund 30 auf rund 200 Mitarbeiter angestiegen (OMR-Podcast) +++ Die EZB will ihr neues Abwicklungs-System für Instant-Geldtransfers in einem Pilotprojekt mit der schwedischen Notenbank auf dessen Cross-Border-Fähigkeit testen (Finextra) +++ Die DZ Bank übernimmt von ihrer Tochter VR Smart Finanz deren Factoring-Gesellschaft VR Factorem (BÖZ/Paywall) +++ Und dann unzählige Personalien: Uwe Seeberger wechselt von der DZ Privatbank zu Oddo-BHF (PBM), die Deutsche Bank hat einen neuen Produktchef für die hiesige Corporate-Bank (Linkedin) und sie hat ihr Team für die internationale Privatkundenbank vorgestellt (PBM), die Commerzbank hat die Nachfolge der zur Apobank wechselnden Jenny Friese geregelt (PBM), Trade Republic wird auf der Suche nach einem General Counsel bei Exporo fündig (Juve), und der bisherige HSBC-Manager Alexander Mutter wird Deutschland-Manager beim hochgewetteten Supply-Chain-Finance-Fintech Taulia (Der Treasurer)

Wussten Sie schon?

… dass Paydirekt per Mitte Oktober auf einen Schlag rund zwei Drittel seiner bisherigen Händler verlieren dürfte? Dabei hatte sich der Online-Bezahldienst der deutschen Banken noch am Freitag mit einer (vermeintlichen) Erfolgsmeldung an die Öffentlichkeit gewandt: „Paydirekt begrüßt weitere Händler.“ Neben dem Sportartikel-Händler Decathlon habe man unter anderem den Werkstatt-Spezialisten Pitstop, den Agrarhändler Baywa sowie Hagebau als Kunden gewonnen. Klang gut. Vernebelt aber den Blick auf das Wesentliche. Denn von den 10.400 Paydirekt-Händlern, die es kürzlich noch waren, werden rund 7.000 dieser Tage (einigermaßen unerwartet) abgeklemmt. Was so kommt: Finanz-Szene.de

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