08/01/20: UBS, Comdirect, Gastrofix, DWP, Bitwala, Finoa, Qonto

8. Januar 2020

DKB-Probleme: Der diese Woche ziemlich umtriebige „Handelsblatt“-Kollege Felix Holtermann ist gestern dankenswerterweise auch der Frage nachgegangen, was denn mit den anderen Banken ist, die ihr Wertpapiergeschäft über die „dwp Bank“ abwickeln (zur Erinnerung: dem Ausfall des DKB-Brokerage am Montag lag ja ein Fehler bei der „dwp Bank“ zugrunde). Ergebnis der Recherche: Insgesamt seien exakt 1288 Banken betroffen gewesen, nämlich alle Volksbanken, die Mehrzahl der Sparkassen und neben der DKB auch noch die Postbank. Dass der große Aufschrei in den sozialen Medien trotzdem ausblieb, lässt zwei mögliche Schlussfolgerungen zu, eine tröstliche und eine erschreckende. Die tröstliche: Der normale Volksbank-, Sparkassen- oder Postbank-Kunde ist dann doch eher ein analoger Zürner, kein digitaler Polterer. Die erschreckende: Eine IT-Panne legt bei fast 1300 deutschen Banken den Wertpapier-Handel lahm – und keiner merkt’s. Handelsblatt (Paywall)

Ist es eigentlich gerecht, dass der Spezialdeal, den die Commerzbank mit dem Comdirect-Spezialaktionär Petrus Advisers geschlossen hat, ebendiesen Spezialaktionär mutmaßlich besser stellt als die normalen Comdirect-Aktionäre? Naja, zumindest gehen wir davon aus, dass der Deal, wenn schon nicht gerecht, dann doch wenigstens rechtens war. Wobei ganz interessant ist, welche Rechtsexperten die Einigung nach Information der Juristen-Bravo „Juve“ ausgehandelt haben. Die Coba ließ sich demnach von Hengeler Mueller vertreten. Und Petrus? Vom Hengeler-Mueller-Spin-Off Ego Humrich Wyen. Schön, wenn man sich kennt. Juve

Gehören (cloudbasierte) Kassensysteme eigentlich in das Segment „Fintech“ und damit in diesen Newsletter? Ach, sei’s drum. Der 2011 gestartete Berliner Anbieter Gastrofix hat gestern jedenfalls einen krachenden Exit hingelegt und geht für die (wenn wir’s richtig verstehen) um die 100 Mio. Euro an den kanadischen POS-Plattform-Betreiber Lightspeed. Wir haben unseren Gastautoren Marcus Mosen, der sich in der Payment-Branche auskennt wie kaum jemand sonst, nach einer Ad-hoc-Interpretation gefragt. Hier kommt sie: Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen

Nach Penta, Kontist, Holvi und dem Deutsche-Bank-Ableger Fyrst kommt ein weiterer KMU-Konto-App-Anbieter auf den deutschen Markt, nämlich das französische Fintech Qonto (Gründerszene) +++ Kurzer Blick über die Grenze: Die UBS hat gestern einen tiefgreifenden Umbau ihrer Wealth-Management-Sparte angekündigt (Handelszeitung) +++ Die Zahl der deutschen Banken, die laut ihren online einsehbaren Preisaushängen Negativzinsen verlangen, ist angeblich auf mittlerweile 35 gestiegen. (Welt/Bloomberg) +++ Die Berliner Krypto-Bank Bitwala erweitert ihr Portfolio und bietet nicht mehr nur den Handel mit Bitcoin, sondern auch den Handel mit Ethereum an (t3n) +++ Ein anderes Berliner Blockchain-Fintech, nämlich das auf Krypto-Verwahrung spezialisierte Startup Finoa, hat gestern eine Finanzierung im nicht näher spezifizierten – aber mutmaßlich niedrigen einstelligen – Millionenbereich verkündet. (FinanceFwd) +++ Wenn wir’s richtig verstehen, dann baut die Frankfurter Northern Bitcoin AG angeblich in Texas die weltweit größte Server-Farm für Bitcoin-Mining. Mmmhhh. (BÖZ/Paywall, Yahoo/Bloomberg)

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