09/10/20: LBBW, HSBC Trinkaus, KfW, Danske, Wirecard, Finleap

9. Oktober 2020

Kann es sein, dass die LBBW im Frühjahr den schlechtest möglichen Zeitpunkt für den Verkauf ihres HSBC-Deutschland-Anteils an den britischen HSBC-Mutterkonzern erwischt hat? Zweifelsfrei belegen können wir die Richtigkeit dieser These nicht. Aber: Als gestern Abend eine Pflichtmitteilung kam, wonach besagte britische HSBC den verbliebenen Kleinaktionären besagter HSBC Deutschland einen Squeeze-out-Preis von exakt 67,93 Euro je Anteilsschein bietet, da kam uns das sehr, sehr üppig vor. Denn: Unserer Erinnerung nach notierte die HSBC-Deutschland-Aktie sehr, sehr viel niedriger, als im Mai der Deal zwischen Stuttgart und London verkündet wurde. Oder erinnern wir uns da falsch? Bitte sehr: Finanz-Szene.de

News

Die zugesagten KfW-Hilfskredite sind bei vielen Banken bis dato nicht einmal zur Hälfte abgerufen worden, so die „Wiwo“. Bei der LBBW liege die Quote bei 40%, bei der Dt. Bank bei unter 50%, bei der NordLB bei rund 50%. Bei der DZ Bank und der BayernLB seien es hingegen rund zwei Drittel.* Wirtschaftswoche (Paywall) +++ Die EU-Kommission schlägt vor, dass sich die Mitgliedstaaten beim Abbau fauler Bankkredite enger zusammenschließen (Süddeutsche) +++ Die Deutsche Bank will rund 200 Werke aus ihrer Kunstsammlung veräußern, darunter  Arbeiten von Kandinsky, Schiele und Beckmann. Mit dem erhofften Erlös in niedriger zweistelliger Millionenhöhe sollen zum Teil wiederum Werke junger, zeitgenössischer Künstler angekauft werden (FAZ) +++ Die Danske Bank – neuer Arbeitgeber des früheren Commerzbank-CFOs Stefan Engels – streicht 1600 Stellen (MM) +++ Der Skandalkonzern Wirecard stand seit 2010 deutlich häufiger im Fokus staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen als bislang bekannt (Capital) +++ Über die KMU-Lending-Plattform Creditshelf wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres Kredite im Umfang von 70,3 Mio. Euro arrangiert, ein Plus von 36% zum Vorjahreszeitraum (Mitteilung) +++ Korrektur: Wir hatten das Startup Finmatch gestern in Frankfurt verortet. Es sitzt aber (und wir haben uns versichern lassen, dass das tatsächlich einen Unterschied macht) in Stuttgart.

Wussten Sie schon?

… dass die Berliner Fintech-Schmiede Finleap ihre Position bei der B2B-Tochter Finleap Connect über die vergangenen Monate weiter ausgebaut hat? Wie aus Einträgen im Handelsregister hervorgeht, konnte Finleap den Anteil mittels Bar- und Sachkapitalerhöhungen auf aktuell 68,8% steigern. Weitere 10,1% liegen bei der RND Assets GmbH, hinter der Finleap-CEO Ramin Niroumand steht. Faktisch kontrolliert Finleap somit also mehr als drei Viertel der Anteile. Der ehemals zweitwichtigste Gesellschafter, nämlich die Deutsche Börse, die zu Jahresbeginn noch knapp 9% an Finleap Connect hielt, hat sich dagegen unbemerkt aus dem Cap-Table verabschiedet. De facto scheint es so zu sein, dass die Hessen ihre Anteile an der Connect gegen Anteile an Finleap selber eingetauscht haben (siehe auch diesen Artikel hier). Im Zuge dieser Transaktion soll dem Vernehmen zusätzlich auch Geld von der Börse in Richtung Finleap geflossen sein.


* In der ursprünglichen Version hatten wir den Anteil der abgerufenen Kredite bei DZ Bank und BayernLB fälschlicherweise mit rund 33% beziffert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen

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