News des Tages

09/11/21: DKB senkt Zins-Freibetrag, Verivox schiebt Outbank ab, BdB-Reform verzögert sich

9. November 2021

Von Heinz-Roger Dohms

DKB senkt Minuszins-Grenze für Neukunden auf 25.000 Euro: Als wir jüngst einen eher oberflächlichen Blick in die Q3-Zahlen der ING Deutschland warfen, da fielen uns drei Dinge auf: 1.) Das Provisionsergebnis hatte sich erstaunlich gut entwickelt (langweilig); 2.) Der Zinsüberschuss hatte sich zumindest mal stabilisiert (langweilig); und 3.) Irgendwie hatte die ING Diba es fertiggebracht, den Einlagenbestand binnen nur drei Monaten um 3,9 Mrd. Euro zu drücken (erstaunlich!!!). Nun ahnt man natürlich, wie es zu dem Depositen-Abfluss gekommen ist – schließlich hatte die Oranje-Bank Ende Juni angekündigt, von November an ein „Verwahrentgelt“ ab einer Einlagenhöhe von 50.000 Euro zu erheben, auch bei Bestandskunden. Weniger offensichtlich ist: Wo sind die 3,9 Mrd. Euro hingeflossen? Klar, am liebsten wäre es den Banken, die Kunden würden ihre Spareinlagen in Wertpapiere umschichten. Lebensnäher dürfte bei etlichen Kunden allerdings die Annahme sein, dass sie sich für einen Teil ihrer Ersparnisse einfach eine weitere Bank suchen … Dass nun also die DKB gestern Nachmittag mitgeteilt hat, den soeben erst auf 50.000 Euro gesenkten Freibetrag für minuszinsbefreite Einlagen von diesem Mittwoch an für Neukunden sogar auf 25.000 Euro zu drücken, deutet folglich auf zweierlei hin: 1.) Wir könnten es hier – auch – mit einer Abwehrmaßnahme gegen ING-Diba-Kunden zu tun haben; und 2.) Was die Freigrenzen beim „Verwahrentgelt“ angeht, ist das Race to the bottom noch lange nicht beendet.

News

Kürzlich hatten wir ja bereits vermeldet, dass Check24 seine Multibanking-App einstellt und die entsprechenden Funktionen nur noch den Kunden der hauseigenen C24-Bank anbietet. Dazu passt eine Meldung, die uns gestern erreichte … +++ … Rivale Verivox nämlich hat sein 2017 erworbenes Multibanking-Angebot Outbank samt 15 Mitarbeitern an die in Passau beheimatete „FP Finanzpartner AG“ (einen regionalen Finanzberater) weitergereicht. Ein Kaufpreis wurde nicht kommuniziert; womöglich ist ja auch gar keiner geflossen +++ Der Umbau der privaten Einlagensicherung zieht sich hin. Laut „HB“ (Paywall) wird der BdB-Vorstand die geplante Reform erst gegen Jahresende beschießen; bis die juristischen Details geprüft seien, „dürfte es 2022 werden“ +++ Die Sanierung des Bundesbank-Hauptsitzes in Frankfurt-Bockenheim soll „erheblich“ mehr kosten als jene 1,3 Mrd. Euro, die dermaleinst der EZB-Neubau verschlang, berichtet das „HB“ (Print) +++ Der im Payment-Bereich nicht frei von Rückschlägen agierende Autobauer Daimler setzt bei „In-Car-Payments“ – also etwa bei Zahlungen fürs Parken direkt aus dem Auto heraus – auf eine Partnerschaft mit Visa (Automobilwoche)

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags