News des Tages

09/12/21: US-Behörden vs. Dt. Bank, Das Scheitern des BdB, OLB will 45% CIR

9. Dezember 2021

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Ein FAQ zur sehr massiven Reform der privaten Einlagensicherung: Ohne hier Geschichtsschreibung betreiben zu wollen – aber: Hat der private Bankenverband eigentlich jemals explizit (s)ein Versagen im “Fall Greensill” eingeräumt? Also in jener Causa, die seine Mitgliedsbanken mal eben rund 2 Mrd. Euro plus X gekostet haben dürfte? Denn, nur zur Erinnerung: Anfangs war in Berlin ja noch mit allen verfügbaren Fingern gen Bonn gezeigt worden (unser Archiv vergisst nichts, siehe unseren “Die Mündelbank des BdB”-Artikel vom 5. März, dritter bis sechster Absatz). Irgendwann hörte dieses Finger pointing dann zwar auf, die Hände verschwanden samt Fingern in den Hosentaschen. Aber dass der BdB irgendwann mal gesagt hätte, äh, sorry, auch wenn sich die Bafin nicht mit Ruhm bekleckert hat, die Hauptschuld lag dann doch bei uns selber – das ist zumindest uns hier nicht erinnerlich ….

…  Gleichwohl: Was der Bankenverband da gestern in Berlin zur Reform seiner Einlagensicherung kundgetan hat – das darf man immerhin als implizites Eingeständnis werten, dass der BdB-eigene Prüfungsverband im “Fall Greensill” seinen Aufgaben, gelinde gesagt, nicht nachgekommen ist. Zitat BdB-Präsident Sewing: Die Greensill-Pleite sei “eine Zäsur” gewesen, nach der „wir nicht einfach so weitermachen konnten.” Der Prüfungsverband? Soll nun “von Grund auf” umgebaut werden, so hieß es gestern. Und die Einlagensicherung? Wird an allen Ecken und Enden gekappt, damit, wenn das nächste Mal eine private No-Name-Bank umkippt, nicht schon wieder irgendwelche Rundfunkanstalten und sonstigen kruden Einleger ums Eck kommen und murmeln, äh, lieber BdB, von irgendwem da draußen kriege ich noch 75 Mio. Euro, ich glaube, von Dir. Lesen Sie hier unser FAQ, was sich bei der Einlagensicherung konkret ändert: Finanz-Szene.de

Und noch ein kleiner Aufreger aus der Nacht: Laut “Wall Street Journal” (Paywall) droht der Deutschen Bank neuer Ärger in den USA. Hintergrund: Zu Jahresbeginn hatte das Frankfurter Geldhaus mit US-Behörden einen 130 Mio. Dollar schweren Vergleich geschlossen, um einer Strafverfolgung in Zusammenhang mit zweifelhaften Geschäften im Nahen Osten zu entgehen. Dem “WSJ” zufolge sah die damalige Einigung indes vor, dass die Deutsche Bank der US-Justiz etwaige künftige rechtliche Problemfälle grundsätzlich melden sollte. Genau das sei im Fall der zunächst internen “Greenwashing”-Vorwürfe rund um die Fondstochter DWS allerdings nicht geschehen. Welche Konsequenzen dem Institut nun genau drohen, ist noch unklar. Denkbar erscheint: die nächste Geldstrafe.

News

Noch ein Nachtrag zu unserer OLB-Sause von gestern: Die Oldenburgische Landesbank strebt, wie in Finanzkreisen bestätigt wird, für kommendes Jahr eine Cost-Income-Ratio von <50% und für 2023 von rund 45% an … +++ … Und sozusagen korrespondierend soll der Nachsteuergewinn im kommenden Jahr auf rund 150 Mio. Euro anwachsen (NWZ/Paywall) +++ In der Finanzsparte von Volkswagen läuft nach eigenen Angaben das vierte Quartal dermaßen gut, dass die zuletzt ausgerufene Ergebnisprognose von 4 Mrd. Euro bereits wieder Makulatur ist … +++ … “Das wird eine viel größere Zahl”, sagte VWFS-Finanzchef Fiedler gestern gegenüber “Reuters” (via Börse Online) +++ Es sind gute Woche für Frankreichs Fintechs: Neulich erst die Meldungen über ein angeblich bevorstehendes 400-Mio.-Euro-Funding für den Penta- und Kontist-Wettbewerber Qonto … +++ … und gestern nun: Hat Lydia (eine Banking-, Investment- und Payment-Funktionen vereinende sogenannte “Super-App”) eine Finanzierung in Höhe von 100 Mio. Dollar verkündet und will nun offiziell als Unicorn angeredet werden (TechCrunch)

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Tags