11/02/20: Ottonova, Commerzbank, Comdirect, Deutsche Bank, Merck Finck, Yunar

11. Februar 2020

Exklusiv: 15 Mio. Euro für die Deutsche Handelsbank: Die Kapitalerhöhung für die (auf Working-Capital-Finanzierungen für Fintechs und andere junge Unternehmen spezialisierte) Münchner Startup-Bank war schon so oft angekündigt, dass man fast zu zweifeln begann, ob sie jemals kommen würde. Nun aber ist sie da, wie Finanz-Szene.de und unser Partner „Startupdetector“ recherchiert haben. Eine Erfolgsmeldung? Weiß man nicht. Denn was neben der Verspätung und der bescheidenen Summe noch auffällt: Das Geld kommt komplett vom bisherigen Eigentümer. Und noch ein News: Nachdem im Herbst schon der CEO gegangen war, hat sich nun (in aller Stille) auch der Finanzchef verabschiedet. Unsere Recherche: Finanz-Szene.de 

Respektlos: EZB-Bully beleidigt unsere wackeren Commerzbanker! … würden wir heute Morgen titeln, wären wir die „Bild“-Zeitung. Nun sind wir aber nicht die „Bild“-Zeitung (bzw. höchstens ein bisschen), und darum belassen wir es bei der streng nachrichtlichen Wiedergabe: Wie das „Handelsblatt“ berichtet, hat ein Vertreter der EZB-Bankenaufsicht auf der jüngsten Coba-Aufsichtsratssitzung die geringe Profitabilität des Institut in offenbar sehr deutlich Worten kritisiert (ehrlich gesagt nicht völlig zu unrecht, siehe unsere Analyse zur Commerzbank-Strategie 5.0). Darüber habe der Aufseher die Renditeziele des Instituts als wenig ambitioniert bezeichnet – und einen Plan B angemahnt, falls der jüngste Strategieschwenk der Commerzbank keine Wirkung zeigen sollte. Handelsblatt (Paywall)

… und den Plan B braucht die Coba womöglich auch ganz ohne Eingriff der Aufseher. Denn nachdem sich, wie berichtet, nur ein Bieter ernsthaft um die polnische Tochter mBank bemüht (nämlich die Pekao-Bank), erwägt die Commerzbank laut „FAZ“ nun sogar, den ganzen Verkaufsprozess erst einmal Verkauf abzublasen. Womit zu fragen wäre: Wie will die Frankfurter Großbank ihre Restrukturierung ohne diesen Erlös finanzieren? FAZ (Print), Focus Online

Wo wir schon mal beim Thema sind: Dass die Commerzbank-Tochter Comdirect, jetzt, da ihr Ende besiegelt ist, urplötzlich mit ganz ordentlichen Zahlen um die Ecke biegt – das hatten wir Ihnen ja kürzlich schon berichtet. Es kommt aber noch doller. Denn die Januar-Zahlen (das werden wir an der Comdirect übrigens ganz besonders vermissen: ihr monatliches Reporting) sind die besten Monatszahlen, die das Quickborner Powerhouse jemals vorgelegt hat. Glauben Sie nicht? Unser „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Die Deutsche Bank plant laut Ad-hoc von gestern Abend die Ausgabe neuer Nachranganleihen im Wert von über 1 Mrd. US-Dollar – was eigentlich keine Meldung wert wäre, zeigte der Plan nicht vier Dinge: 1.) Die Bank will den jüngsten Erdrutsch bei ihren Refi-Kosten rasch ausnutzen, denn die letzten „Nachränger“ begab sie im November 2014. 2.) Dass ein gewisser John Cryan besagte Nachrangpapiere einst für ein „schlechtes Produkt“ und „unglaublich teuer“ hielt, ist Geschwätz von gestern. 3.) Die Maßnahme ist ein Indiz, dass CFO Moltke eine im April erstmals kündbaren alte Nachranganleihe tatsächlich tilgen wird – genau daran bestanden zu Jahresbeginn noch Zweifel, seitdem ist der Kurs der Papiere allerdings von 92% auf 99% des Nennwerts in die Höhe geschossen. 4.) Kurzum: Der Deutschen Bank geht es ungleich, ungleich besser als noch vor fünf Wochen. (Mitteilung)

Kurzmeldungen

Glaubte man manchen Medienberichten, dann eilte Merck-Finck-Chef Matthias Schellenberg die letzten Jahre von Erfolg zu Erfolg (hier nochmal unsere dezidiert andere Sicht der Dinge). Am Freitag nun hat der 55-Jährige seinen Rückzug verkündet. Komplett unerwartet. Und aus freien Stücken (Mitteilung/PDF) +++ Ein Nachfolger Schellenbergs ist noch nicht benannt, doch glaubt man dem „Private Banking Magazin“, dann wird’s Ex-UBS-Deutschlandchef Thomas Rodermann (PBM) +++ Bei der Deutschen Bank ist die Verschmelzung der Privat- und Firmenkundenbank (inklusive Postbank) auf den Gesamtkonzern endgültig beschlossene Sache, da von den Aufsehern abgesegnet (FT/Paywall) +++  Braunschweigs OB Markurth macht Ernst mit der Herauslösung der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK) aus der NordLB. In seiner Funktion als BLSK-Verwaltungsratschef hat Markurth nun die Berater von ZEB mit der Erstellung einer entsprechenden Expertise beauftragt. Handelsblatt (Paywall) +++ Die Deutsche Bank will laut „Spiegel“ ihr Bonusprogramm-Fintech Yunar verkaufen. Darüber hinaus stehe auch die Norisbank (jedenfalls als eigene Marke) zur Disposition (Spiegel, S. 61) +++ Exklusiv: Das Münchner PKV-Fintech Ottonova hat 2018 (also in dem Jahr, als die Kundenzahl zum Jahresende 406 betrug) einen Jahresfehlbetrag von 14 Mio. Euro erlitten. Damit summierten sich die Anlaufverluste schon auf 28 Mio. Euro.

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