11/11/20: Targobank, Crowddesk, Raisin, Fulfin, BdB, MM Warburg

11. November 2020

Exklusiv: Vorstandschef Pascal Laugel verlässt die Targobank. Hand aufs Herz, liebe Leserinnen und Leser (ausgenommen: Leserinnen und Leser, die bei der Targobank arbeiten) – hätten Sie, wenn Sie vor 30 Sekunden gefragt worden wären, aus dem Stand heraus sagen können, wie der CEO der Targobank heißt? Tja … So ist das mit unseren französischen Auslandsbanken. Verdienen mutmaßlich oder nachweislich alle miteinander ein Heidengeld, zumal, wenn sie sich auf die Konsumentenfinanzierung kaprizieren (bei der Targobank haben wir vor Jahren mal eine Eigenkapitalrendite von bis zu 40% errechnet) – und treten ansonsten kaum in Erscheinung. Jedenfalls: Umso stolzer macht es uns als kleiner Newsletter, wenn wir dann doch mal so eine Personalie wie die mit Monsieur Laugel spitzkriegen. Voilà: Finanz-Szene.de

Exklusiv: Das (abgesehen von Trade Republic) am schnellsten wachsende deutsche Fintech geht erstmals ins Funding. Peinlich, peinlich – aber in drei Jahren Finanz-Szene.de haben wir nicht einen einzigen Absatz über Crowddesk geschrieben. Warum nicht? Weil wir bis vor kurzem dachten, das Crowddesk von heute sei noch das Crowddesk von vor 5-6 Jahren. Also jenes Crowddesk, das unter dem Label „LeihDeinerStadtGeld.de“ einen zwar sympathischen, aber irgendwie auch ziemlich erfolglosen Eindruck machte. Jedenfalls: Irgendwann muss es einen Pivot gegeben haben. Und irgendwie muss danach die Luzi abgegangen sein. Was wir aber beides offen gesagt verpasst haben – bis wir im Zuge unserer „Fintech-Jobmarkt-Analyse“ neulich feststellten: Crowddesk ist hinter Trade Republic das deutsche Finanz-Startups, das in den zurückliegenden zwölf Monaten relativ gesehen die meisten Jobs aufgebaut hat. Was umso mehr erstaunt, als dass sich das Frankfurter Startup (Huch, ein erfolgreiches Frankfurter Fintech, das gibt’s?) bislang größtenteils aus eigener Kraft finanziert. Wobei: Damit soll es nun ein Ende haben. Crowddesk setzt nämlich zum großen Funding an – Anlass genug für ein kleines Porträt: Finanz-Szene.de

News

Rückschlag für die DZ Bank: Der geplante Verkauf des Flugzeugfinanzierungs-Geschäfts der Krisentochter DVB Bank an die japanische Mitsubishi UFJ Financial ist geplatzt (BÖZ/Paywall), HB/Paywall) +++ Das Berliner Investment-Fintech Raisin benennt das Altersvorsorge-Angebot Fairr in „Raisin Pension“ und den ETF-Robo Weltinvest in „Raisin Invest“ um. Die Marke „Weltsparen“ bleibt dagegen erhalten (per Mail) +++ Der Düsseldorfer Marketplace-Lender Auxmoney wird, wie von uns neulich schon vorausgesagt, in Zukunft auch selbst in Kredite auf der eigenen Plattform investieren. Als Co-Investor tritt dabei interessanterweise die BNP auf. So sind sie, siehe oben, unsere französischen Auslandsbanken (Reuters) +++ Adidas hat seinen – damals, im Frühjahr, hochumstrittenen – Corona-Kredit bei der KfW abgelöst (Reuters) +++ Die DZ-Bank-Managerin Karen Weber wechselt in den Vorstand der Reisebank (Mitteilung) +++ Das Münchner Finanzierungs-Fintech Fulfin hat gestern Mittag via „Pressebox“ eine Funding-Runde verkündet. Später war die Nachricht dann verschwunden. Bitte auf die URL achten. (Pressebox)

Wussten Sie schon?

… dass sich die BdB-Spitze darauf geeinigt haben soll, ein „Wir müssen leider draußen bleiben“-Schildchen anzufertigen, dass in nächster Zeit immer dann aufgehängt werden soll, wenn ein M.M.-Warburg-Banker vor der Tür steht? So jedenfalls berichtet es heute Früh (natürlich ohne die billige Metaphorik) die „Süddeutsche Zeitung“ (Paywall). Wörtlich heißt es dort: „Joachim Olearius, 49, Chef der Hamburger Privatbank Warburg, soll vorerst nicht in den [BdB-]Vorstand einziehen. Nach SZ-Informationen hat sich der Verbandsvorstand in dieser Woche offenbar darauf verständigt, dass Warburg nicht im zwölfköpfigen Gremium vertreten sein soll – auch nicht, wenn dort im April 2021 ein Platz frei wird.“ Puh, denkt man da. Denn: Einerseits ist dieses Vorgehen vor dem Hintergrund der Warburg’schen Cum-Ex-Verstrickungen natürlich verständlich. Was man andererseits allerdings zu gern wissen würde: Wer im BdB-Vorstand hat da denn wohl den ersten Stein geworfen?

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