12/10/20: Sparda West, LBBW, Loanboox, Smava, KfW, Deutsche Bank

12. Oktober 2020

Bevor wir uns missverstehen: Wenn wir sagen, dass das Neobroker-Modell dem Onlinebroker-Modell gefährlich werden könnte, dann meinen wir das mittel- und langfristig (kurzfristig haben die Comdirect oder zum Beispiel auch Flatex ja ebenfalls massivst vom Trading-Boom profitiert) … Womit wir den Robo-Advisern wären. Bei denen nämlich hatten wir zuletzt durchaus den Eindruck, sie würden auch jetzt schon unter der neuen Konkurrenz durch die Trade Republics und Gratisbrokers und Justtrades und wie sie alle heißen leiden. Immerhin: Übers Wochenende haben sich ein paar Robos endlich mal wieder aus der Deckung gewagt. So vermeldet Quirion das Knacken der 500-Mio.-Euro-Marke bei den „Assets under Management“ und liegt nach unseren Berechnungen jetzt 20% überm Vor-Corona-Niveau. Die Kollegen vom „Handelsblatt“ (Paywall) haben bei weiteren Anbietern nachgefragt und zumindest von zweien Antwort bekommen: Gemessen am 20. Februar verwaltet Robin (also der Deutsche-Bank-Robo) jetzt 12% mehr Vermögen, bei Solidvest (dem DJE-Robo) sind es 30% – jeweils ohne Angabe von absoluten Zahlen.

Zu den Retailbanken, die seit 1-2 Jahren ausschließlich auf der rechten Spur zu fahren scheinen, gehört die Sparda-West (siehe hierhierhier). Insofern hat zunächst wenig Neuigkeitswert, dass das Düsseldorfer Institut zwei weitere Filialen schließen will, und zwar diesmal in Essen. Vermeldenswert freilich erscheint uns das Kleingedruckte. So verweist die Sparda-West ihre Kunden zwecks Geldabhebung explizit an zwei benachbarte Filialen von „Cashpool-Parterbanken“. Eine kurze Google-Maps-Suche ergibt: Es scheint sich um zwei Niederlassungen der Targobank zu handeln. Sicherlich ein Hinweis im Sinne der Kunden. Aber auch irgendwo ein Zeichen der Hilflosigkeit. (WAZ)

Vom Retailbanking zum Corporate Banking: Karl Manfred Lochner, Firmenkunden-Vorstand der LBBW, hat in einem bankeigenen Podcast ein paar Sätze gesagt, die aufhorchen lassen: „Ich möchte nicht von einer Zombifizierung sprechen, noch nicht. […] Alle Firmenkunden-Banken haben massiv die Risikovorsorge angehoben, auch wir. Allerdings kann man schon beobachten, dass diese Risikovorsorge noch sehr, sehr stark den Charakter des zweiten Wortteils hat, nämlich Vorsorge. [Die LBBW ist überzeugt], dass Ende diesen Jahres und auch noch lange Zeit in 2021 viele Kreditrisiken erst schlagend werden.“ Da weiß man, woran man ist. Bloomberg/HB (Paywall)

News

Der oberste EZB-Bankenaufseher Andrea Enria spricht sich heute Früh im „Handelsblatt“ (Print) explizit für „grenzüberschreitende Fusionen“ aus. Der Italiener sieht darin eine Möglichkeit zur „Diversifikation von Einnahmequellen und Risiken“ +++ Exklusiv: Das deutsch-schweizerische Kredit-Fintech Loanboox und einer seiner Geschäftsführer, nämlich der Ex-HSH-Banker Jan Eibich, gehen u.a. „aufgrund verschiedener strategischer Auffassungen“ getrennte Wege, wie uns von beiden Seiten bestätigt wurde +++ Sparkassen-Fusion, die nächste? Die Verwaltungsräte der Sparkasse Mainz und der Sparkasse Worms-Alzey-Ried haben zumindest eine entsprechende Prüfung angestoßen (Mannheimer Morgen) +++ Auch die Deutsche Bank bietet ihre Ratenkredite jetzt über die Vermittlungsplattform Smava feil (IT-Finanzmagazin) +++ Der frühere Deutsche-Bank-Händler Christian Bittar, der im Euribor-Skandal zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden war, ist nach knapp zwei Jahren wieder auf freiem Fuß (Bloomberg) +++ Korrektur: Wir schrieben am Freitag, bei DZ Bank und BayernLB seien 2/3 der bewilligten KfW-Hilfskredite noch nicht abgerufen worden. Richtig ist: 2/3 wurden abgerufen, 1/3 noch nicht.

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