13/03/20: Sparda West, Wirecard, Nets, Quirin, LBBW

13. März 2020

Das einstmals größte europäische Fintech scheitert am deutschen Bankenmarkt. An den meisten anderen Tagen wäre es die Kracher-Nachricht schlechthin gewesen. Gestern hingegen? War es eine Randnotiz: Der britische Kreditmarktplatz Funding Circle hat mitgeteilt, sein Berliner Büro faktisch dichtzumachen und das Geschäft (bzw. was davon übrig bleiben wird) nach London zu verlagern. Heißt: Das in UK durchaus erfolgreiche Geschäftsmodell (nämlich kleine KMUs über eine Plattform mit Krediten zu versorgen) hat sich offenbar nicht auf Deutschland übertragen lassen. Obwohl Funding Circle Deutschland unter den hiesigen Fintechs im KMU-Segment sogar der größte Anbieter war, deutlich vor Creditshelf. Was sagt es über die Erfolgsaussichten von Kredit-Fintechs aus, wenn sogar der Marktführer resigniert? Eine Analyse: Finanz-Szene.de

Ach herrje, die arme, arme Sparda-West: Da hatte sich Vorstandschef Manfred Stevermann mutmaßlich wie ein kleines Kind darauf gefreut, uns bei der für kommenden Montag terminierten Bilanz-PK live on stage zu erklären, was denn die üppigen „Zins-Swaps“, die in den Büchern des Düsseldorfer Instituts schlummern, mit den 2019er-Zahlen gemacht haben und warum man die Bank massiv restrukturiert (siehe hier) und die Konto-Gebühren erhöht (siehe hier) … Doch dann: Kommt dieses blöde Corona-Virus dazwischen und führt die Absage der ganzen Veranstaltung herbei. Das Ganze stattdessen auf Video-Basis zu machen? Ist offenbar nicht geplant. Weil’s an der Technik fehlt? Weil das Gesundheitsamt auch hiervon abgeraten hat? Wir wissen’s nicht. Und wir wollen auch nicht spekulieren.

Und Corona muss gleich noch mal herhalten – und zwar dafür, dass die Wirecard-Bilanz später kommt, nämlich statt am 8. April nun erst am 30. April, wie des Dax-Konzern gestern Abend zu sehr später Stunde per Ad-hoc mitgeteilt hat. Begründet wird die Verschiebung mit der Sonderprüfung durch KPMG – die auch deshalb länger dauere als geplant, weil es in Asien aufgrund des Corona-Virus momentan Reise-Restriktionen gebe. Übrigens: Die Ad-hoc liefert auch interessante Hinweise zum Stand der Sonderprüfung. Unser „Kurz gebloggt“. Finanz-Szene.de

Die LBBW hat ihre 2019er-Zahlen derweil gestern dem Publikum präsentiert. In aller Kürze: Das Ergebnis stieg um 11% auf 612 Mio. Euro, unterm Strich blieb ein Gewinn von 444 Mio. Euro (+7,5%), wobei sowohl der Zinsüberschuss (+7,5%) als auch der Provisionsüberschuss (+8,6%) ihr Scherflein beitrugen – übrigens genauso wie der Umstand, dass die Risikovorsorge gerade mal um mal 7,1% auf 151 Mio. Euro kletterte. Gab es irgendwelche Sondereffekte, die die erstaunlichen guten Zahlen begünstigt haben? Keine Ahnung, uns fehlte die Zeit, näher reinzuschauen. Und der Ausblick? Der Gewinn wird sinken. Zitat Vorstandschef Neske: „Die Auswirkungen des Coronavirus werden im Jahr 2020 die deutsche Wirtschaft insgesamt stark belasten und damit auch den Bankensektor.“ Reuters/Investing.com

Kurzmeldungen

Die Quirin-Bank hat die Nettomittelzuflüsse im vergangenen Jahr von 220 Mio. Euro auf 350 Mio. Euro gesteigert (BÖZ/Paywall) +++ Die Concardis-Mutter Nets hat einen polnischen Acquiring-Spezialisten erworben (kreditwesen.de) +++ Die Deutsche Bank weist darauf hin, dass sie zwar (siehe unser Newsletter von gestern) die besagte 1,25 Mrd.-Dollar-Nachranganleihe nicht tilgen werde, dafür aber eine andere US-Anleihe über 800 Mio. Dollar vorzeitig zurückzahle. Und ja: Die wirtschaftliche Ratio hinter der Entscheidung ist nachvollziehbar.

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