13/11/18: Lendstar feiert Wiederauferstehung, Bitcoin Group, Was war los gestern bei der Euro Finance Week?

13. November 2018

Auch wenn das große Fintech-Sterben irgendwann kommen wird (oder vielleicht auch schon eingesetzt hat), für manche Startups (oder wenigstens für deren Macher) gibt es ein Leben nach dem Tod: Das galt zum Beispiel für das einst hochgewettete Münchner Payment-Startup Paymill, das nach Insolvenz und Eigenverwaltung einen Käufer fand und seine Geschichte fortschreiben konnte; das galt für den Multibanking-Spezialisten Outbank, dessen Technologie nach der Pleite ein gefundenes Fressen für den Vergleichsriesen Verivox darstellte; das galt dieser Tage für die Cringle-Truppe, die bei der DKB unterkam; und das gilt jetzt auch für Lendstar, den einstigen Cringle-Rivalen im P2P-Payment-Bereich. Denn: Wie gestern bekannt wurde, findet das Münchner Startup eine neue Bleibe unter dem Dach des US-Payment-Spezialisten „epay“. Ließe sich die Liste fortführen? Mit Sicherheit. Zumal, wenn man sie um Fintechs erweitern würde, bei deren vermeintlichen Exits es sich womöglich doch eher um einen Notausgang handelte. (Savedo, Lendico etc.pp …).  Capital (die Lendstar-News)

Zwei frische Zahlen, die das Kernproblem im Kreditgeschäft deutscher Banken illustrieren: Laut Barkow Consulting ist die durchschnittliche Marge für Unternehmenskredite in Q3 um sechs Basispunkte auf ein Rekordtief von 1,40 % gesunken. Und laut dem neuen Quartalsbarometer von Bulwiengesa sind die Bestandsmargen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen 2013 gestürzt. Barkow (PDF), Bulwiengesa (PDF)

Was war los gestern bei der Euro Finance Week? Bafin-Chef Hufeld kündigte an, dass seine Behörde die Banken demnächst detailliert zu deren Immobilienkrediten befragen will (BÖZ/Paywall); und laut Finanz-Staatssekretär Kukies liegen den hiesigen Aufsehern momentan Lizenzanträge von 30 Banken vor, die wegen des Brexits Geschäfte nach Deutschland verlagern wollen. (Dow Jones)

Noch mehr Klein-Klein: Die Bitcoin Group SE hat sich die Tremmel Werthandelsbank einverleibt und verfügt damit zukünftig über eine entsprechende Bafin-Lizenz (DGAP); und der Autobauer BMW will sein Kreditkartengeschäft verkaufen (Bloomberg).

Und wie (fast) immer dienstags ein kurzer Rückblick auf die News vom Wochenende:

  • Im Zuge des Brexits wollen die großen US-Banken angeblich Assets im Wert rund 250 Mrd. Euro von London nach Frankfurt umschichten: … was ungefähr der addierten Bilanzsumme von ING Diba und DKB entspricht. Bloomberg
  • Die „Deutsche Familienversicherung“ hat ihren für diesen Monat geplanten Börsengang abgesagt: … schließt aber einen weiteren Versuch nicht aus. Börsen-Zeitung
  • Die NordLB soll kurz vor dem Verkauf von faulen Schiffskrediten in Höhe von 6,5 Mrd. Euro stehen: … was als Voraussetzung für den parallel angestrebten Verkauf von Anteilen gilt. Ariva/Reuters
  • Unter den (nur) 69 neuen Partnern von Goldman Sachs ist auch einer aus Frankfurt: … nämlich Tobias Köster. efinancialcareers

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