13/11/20: HSBC, DKB, Aareal, IKB, Creditshelf, Yapily, Getsafe, Apobank

13. November 2020

Exklusiv: HSBC Deutschland erwägt Schließung von Standorten. Als Vorstandschefin Carola Gräfin von Schmettow Ende Oktober via „Börsen-Zeitung“ einen massiven Stellenbau verkündete (bis 2022 fallen 633 Jobs weg …), gelang es ihr, ein Thema elegant zu umschiffen: Was ist denn eigentlich mit den zwölf Standorten? Kommt es hier womöglich ebenfalls zu Einschnitten? Um es kurz zu machen: Entscheidungen sind zwar noch keine gefallen – als sakrosankt gilt das in den letzten Jahren merklich verdichtete Niederlassungs-Netz aber nicht mehr. So prüft das hiesige HSBC-Management nach Informationen von Finanz-Szene.de die etwaige Schließung von bis zu drei Standorten. Lesen Sie hier, was die Gründe sind – und welche Niederlassungen möglicherweise betroffen sein könnten: Finanz-Szene.de

Hatten wir nicht gestern noch geschrieben, dass einige deutsche Banken im Sommerquartal unerwartet wenig Risikovorsorge gebildet haben? Ja, einige. Aber eben nicht alle. Auf die Aareal zum Beispiel (dazu mehr in unserer News-Rubrik weiter unten) trifft die Aussage nicht zu; und erst Recht nicht auf die BayernLB, die gestern mitteilte, zwischen Juli und September zusätzliche 101 Mio. Euro zurückgelegt zu haben – und damit mehr, als in Q1 (72 Mio. Euro) und Q2 (2 Mio. Euro) zusammen. Nun muss man betonen: 1.) Aktuell sind die Ausfälle noch sehr niedrig, es geht also tatsächlich um Vorsorge im wahrsten Sinne des Wortes. Und, 2.) Kann gut sein, dass die BayernLB mit ihrem vorsichtigen (realistischen?) Ansatz am Ende besser fahren wird als andere Institute. Indes – schaut man zum Beispiel nur mal auf das Q3-Ergebnis von „Corporate & Markets“, dann sieht’s da mit minus 62 Mio. Euro halt doch das zweite Quartal in Folge zum Gruseln aus. Und das nicht nur wegen der Risikovorsorge. Mitteilung

Ähh, war’s nicht früher mal so, dass die DKB die Mutter (also die BayernLB) im Zweifel rausgerissen hat? Ja! Und genau genommen war das auch diesmal wieder der Fall. Aber: Trotzdem entwickelt sich die Berliner Direktbank jetzt schon seit etlichen Quartalen tendenziell schlechter als die Konkurrenz, also beispielsweise als die deutsche ING oder gar als die Comdirect. Woran liegt’s? Und ist die Bank tatsächlich auf Kurs, ihre Kundenzahl bis 2024 auf acht Millionen zu verdoppeln? Ein „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

News

Infolge steigender Risikovorsorge (61 Mio. Euro) und eines merklich sinkenden Zinsergebnisses (-4% auf 128 Mio. Euro) hat die Aareal im Q3 einen Nachsteuerverlust von 4 Mio. Euro erlitten … +++ … Fürs Gesamtjahr geht der Wiesbadener Immobilienfinanzierer jetzt nur noch von einem mittleren zweistelligen Millionengewinn vor Steuern aus, verglichen mit 248 Mio. Euro in 2019 (ReutersMitteilung) +++ Die IKB, deren Geschäftsjahr per April beginnt, hat in den ersten sechs Monaten einen Überschuss von 42 Mio. Euro erzielt. Die Cost-Income-Ratio sank auf 56% (Handelsblatt) +++ Die Commerzbank schließt in Hannover und Umgebung jede vierte Filiale (HAZ/Paywall) +++ Die französische Antikorruptions-Behörde AFA untersucht den Verkaufs des Hedgefonds-Geschäfts der Deutschen Bank an BNP Paribas – es geht um die Zahlung an einen Mittelsmann (Marketscreener) +++ Der KMU-Kreditvermittler Creditshelf hat im Zuge der gestern Früh veröffentlichen Q3-Zahlen auch die Begründung für die Umsatzwarnung vom Vorabend geliefert. Die „verschärften Kontaktbeschränkungs-Auflagen“ hätten zu einer „kurzfristig deutlich schwächeren Nachfrage“ geführt. (Q3-Zahlen im Detail) +++ Amazon bietet, wie vom Fachportal „Caschys Blog“ neulich schon vorweggenommen, hierzulande künftig Ratenkauf mit Unterstützung von Barclaycard an (Mitteilung) +++ Das britische API-Fintech Yapily hat gestern offiziell seinen Deutschland-Start verkündet, als „Commercial Lead DACH“ fungiert der frühere Finleap-Connect-Manager Christoph Scheuerman (Mitteilung) +++ Der frühere N26-Manager Gerrit Glass ist mit „seinem“ neuen Startup Nomad in Brasilien livegegangen (Linkedin) +++ Das Heidelberger Insurtech Getsafe hat als Finanzvorstand den bisherigen Roland-Manager Michael Oberste gewonnen (Versicherungsbote) +++ Die Rabobank will in den nächsten Jahren jede zweite ihrer noch 230 Filialen schließen (Cash)

Leserblog

Der Leser K. hat es gestern auf den Punkt gebracht. Der verglich den Bruch zwischen der Apobank und dem Genosektor mit dem Bruch zwischen Großbritannien und der EU und schlug zur Beschreibung des Vorgangs den Begriff „Axit“ vor. Eine schöne Idee! Und ein schönes Bild: Apobank-Chef Ulrich Sommer als Boris Johnson der Genobanken … Hat was! Wobei wir interessant fanden: Die Mehrzahl der Leser (oder zumindest: der Lesermail-Schreiber) schlägt sich im Konflikt Apobank/Sommer vs. Fiducia & GAD tendenziell auf die Seite Sommers. Nicht in dem Sinne, dass der genossenschaftliche IT-Dienstleister die abtrünnige Apobank absichtlich ins Verderben gestürzt hätte. Aber doch in dem Sinne, dass die Fiducia ebendies billigend in Kauf genommen habe. „Ein politisches Manöver“, vermutet ein Leser. Ein anderer schreibt: „Was Fiducia und DZ Bank gemein ist: keinen Dammbruch zuzulassen.“ Leser K., wiederum die Parallele zum Brexit ziehend, meint: „Es will jemand die Familie verlassen – da muss es schon weh tun.“

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