14/07/20: Wirecard, Coba, Rapyd, SumUp, Heidelpay, Bankhaus Lenz

14. Juli 2020

Dem Phänomen Flatex hatten wir uns zuletzt ja eher auf die augenzwinkernde Tour genähert – wie sonst soll man kommentieren, wenn ein Onlinebroker mit 25 Mio. Euro Ebit auf die Idee kommt, mal eben kolportierte rund 10 Mio. Euro für das Sponsoring eines Fußballvereins aufzuwenden? Freilich: Das Fußball-Faible der zwischenzeitlich auch mal als „Fintech Group“ agierenden Flatex AG hat bei allem Spaß auch eine ernste Seite. Denn wussten Sie, dass CEO Frank Niehage jüngst kundgetan hat, sein Unternehmen sei „seit Jahren schon in Spieler-Transfers und anderen Geschäften rund um den Fußball involviert“? Und wussten Sie, dass sich die Fußball-Finanzierungen des Frankfurter Aktienbrokers laut 2019er-Abschluss auf erstaunliche 147,7 Mio. Euro summierten? Da kann man froh sein, dass der Ball und mit ihm der sog. „Sky-Rubel“ wieder rollen … Wobei: Flatex ist ja nicht nur in Sachen Fußball wieder mal extrem steil unterwegs dieser Tage. So addieren sich die jüngsten Insider-Transaktionen auf einen niedrigen zweistelligen Millionen-Betrag. Und der Knatsch mit der Frankfurter Börse ist ja auch ein Ding, oder? Lesen Sie also hier: Zwischen Kicken und Kickbacks – unsere Flatex-Updates … Finanz-Szene.de

Dürfen wir mal ein bisschen Quatsch verbreiten? (aber nehmen Sie uns bitte, bitte, bitte ab, dass wir es diesmal wirklich, wirklich, wirklich nur als Scherz meinen): Welche Bank führte die Wirecard-Aktie gefühlte Ewigkeiten auf ihrer „Conviction Buy List“? Riiichtig! Welche Bank machte am 15. Februar 2019 – das war der letzte Handelstag, bevor das Leerverkaufsverbot der Bafin verhängt wurde – dermaßen dicke mit der Wirecard-Aktie rum, dass einem ganz schwindlig davon wurde? Riiichtig! Und welche Bank hielt zu Beginn dieses Jahres Finanzinstrumente auf 9,8% aller Wirecard-Aktien? Riiichtig! Womit denn auch geklärt wäre, warum das Finanzministerium den Inhalt des Gesprächs zwischen Staatssekretär sowie Ex-Goldman-D.-Chef Kukies und Ex-Wirecard-Chef Braun unter allen Umständen geheimhalten muss …

So, und jetzt wieder ernst: Seit Finanz-Szene.de am vergangenen Donnerstag das bis heute letzte Mal erschienen ist, sind zu Wirecard in befreundeten Medien rund ein Dutzend Artikel erschienen, die auf jede „Conviction Read List“ gehören. Da wir aber die „So langsam habe ich Wirecard über“-Leser nicht endgültig verlieren wollen, haben wir die entsprechende Linkliste heute einfach mal ausgelagert. Und zwar aus dem Newsletter auf unsere Website. Voilà: Finanz-Szene.de

News

Das milliardenschwere US-Finanz-Startup Marqeta, an dem auch die Commerzbank nennenswert beteiligt ist (siehe unser Artikel „Wie die Coba den Fintech-Hauptgewinn zog“), bereitet angeblich einen Börsengang vor (Reuters) +++ Das auf Zahlungsdienstleistungen spezialisierte britische Finanz-Startup Rapyd sondiert die Übernahme einer deutschen Bank – oder jedenfalls eines hiesigen Players mit Bank-Lizenz (HB/Paywall) +++ 1,1 Mio. Kunden haben mittlerweile die Bezahl-App der Sparkassen heruntergeladen. Trotzdem kam es im Mai nur zu knapp 800.000 Transaktionen. (HB/Paywall) +++ Das deutsch-britische Payment-Fintech SumUp, das letzten Sommer bereits 330 Mio. Euro Schulden aufgenommen hatte, soll sich weitere rund 50 Mio. Euro Fremdkapital besorgt haben (Finance Forward) +++ Der aufstrebende „Payment Service Provider“ Heidelpay hat das Pay-Later-Geschäft des Fintechs Paysafe übernommen (Onlinehändler News) +++ Das Bankhaus Lenz stellt zum 1. Januar 2021 sein komplettes Privatkundengeschäft ein – betroffen sind 42 hauseigene „Family Banker“ (Private Banking Magazin) +++ Deutsche-Bank-Vize Karl von Rohr hat die Zahl der Privatkunden, die wegen Corona einen Antrag auf Stundung ihrer Kredite beantragt haben, gegenüber der „FAZ“ auf rund 70.000 beziffert (ARD Börse)

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