News des Tages

17/11/21: Coba schließt Schweizer Büros, HVB-Händler wechseln nach Mailand

16. November 2021

Von Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner

Commerzbank macht fünf ihrer sechs Schweizer Standorte dicht: Als die Coba im Februar die Details ihrer „Strategie 2024“ vorstellte (-> Die Einschnitte im Firmenkunden-Geschäft der Commerzbank) – da ging es auch um den Rückzug aus nicht weniger als 15 Auslandsmärkten. Darunter selbstverständlich nicht: die Schweiz. Nun allerdings zeigt sich, dass die Commerzbank auch in Ländern, in denen sie präsent bleibt, trotzdem versucht, die Kosten runterzufahren. So berichten unsere eidgenössischen Kollegen von Finews, die zweitgrößte deutsche Privatbank schließe gleich fünf ihrer sechs Schweizer Büros. Konkret betroffen sind: Bern, Basel, St. Gallen, Luzern und Lausanne. Einzig erhalten bleibt: Zürich. Begründet wird der Rückzug aus der Fläche damit, dass die Commerzbank in der Schweiz hauptsächlich Firmen im Exportgeschäft unterstütze – dies sei auch ohne feste Bürostandorte weiterhin möglich.

Die Unicredit plant laut „Bloomberg“ größere globale Umbauten mit kleineren Auswirkungen auch auf Deutschland. So ist in dem Artikel einmal die Rede davon, dass „Treasury-Aktivitäten zwischen Mailand und München aufgeteilt werden“  – eine Formulierung, die wir (ehrlich gesagt) nicht so richtig zu deuten wissen. Greifbarer finden wir den Hinweis, dass die HVB-Mutter „erwägt, einige ihrer in München ansässigen Händler in die italienische Zentrale zu verlegen“. Diese Information deckt sich nicht nur mit dem, was wir selber hören – sie ist auch aus zwei Gründen ziemlich plausibel: 1.) Neulich wurde ja bereits vermeldet, dass die Unicredit auch die meisten ihrer Londoner Händler nach Mailand verlegt; und 2.) Wenn man sich das jüngste Vorstands-Revirement der HVB genau anschaut, stellt man fest, dass das Investmentbanking an einen Manager (nämlich Christian Reusch) fällt, der seiner Vita zufolge ein Spezialist für strukturierte Finanzprodukte zu sein scheint. Also eher ein Dienstleister der Corporate Bank als einer, der die Händlertruppe befehligt.

News

Die Deutsche Bank hat die Anfang der Woche angekündigte Platzierung einer weiteren Nachranganleihe erfolgreich abgeschlossen … +++ … Die mehr als zweifach überzeichnete Emission spült dem größten Geldinstitut der Republik 1,25 Mrd. Euro in die Kasse, die mit 4,5% pro Jahr verzinst werden +++ Die Bafin plant unter neuer Führung offenbar eine Social-Media-Offensive. Wie aus Jobanzeigen hervorgeht, sucht die Bonner Behörde für ihre derzeit rund 20-köpfige Kommunikationsabteilung gleich „mehrere Redakteurinnen und Redakteure“ mit entsprechendem Schwerpunkt … +++ … Die Rede ist sogar von einer „neuen Organisationseinheit“, die eine Präsenz der Bafin „auf den gängigen Social-Media-Plattformen (Twitter, Facebook, Youtube, Linkedin und Xing)“ sicherstellen soll. Wow! Fehlt nur noch TikTok +++ Und eine Meldung aus der „Am Puls der Zeit“-Rubrik: Das sehr angesagte, vom einstigen Lending-Club-Gründer Renauld Laplanche aufgesetzte US-Kreditkarten-Fintech Upgrade“ unterstreicht seinen Ruf als eines der am schnellsten wachsenden Finanz-Startup der westlichen Welt – und wird nach einer gestern verkündeten 280-Mio.-Dollar–Finanzierung nun mit 6,3 Mrd. Dollar bewertet (CNBC)

NEWSLETTER

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Share

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing