18/02/20: Interchange, Sparkasse Vogtland, Wirecard, Interhyp, Monzo

18. Februar 2020

Unser Blogger-Kollege Hanno Bender hat die mit Spannung erwartete EU-Studie zu den Auswirkungen der „Interchange Fee Regulation“ in die Hände gekriegt: … und kurz gesagt kommt die Studie zu dem erwartbaren Ergebnis, der seit 2015 geltende Gebührendeckel von 0,3% (Kreditkarte) bzw. 0,2% (Debitkarte) habe Segen vielleicht nicht über die gesamte Menschheit, wohl aber über Verbraucher und Handel in Europa gebracht. Konkret: Die Kosten für Kartenzahlungen sollen sich um 2 Mrd. bis 3 Mrd. Euro pro Jahr reduziert haben, wobei z.B. im Lebensmittel-Einzelhandel 73% der Einsparungen an die Konsumenten weitergereicht worden seien (übrigens nicht die einzige Zahl, die bei den Payment-Nerds aus der Twitter-Community Widerspruch hervorrief). Ohne jetzt selber in die Debatte einsteigen zu wollen: Klar ist – der Ton für die anstehende Überprüfung der Gebühren ist mit der Studie gesetzt. Und während die Visas und Mastercards inzwischen andere Wege gefunden haben, sich gebührenseitig schadlos zu halten, blicken die Banken bang auf das, was da in Sachen weiterer Interchange-Reduzierung demnächst kommen könnte. Bargeldlosblog

Eines muss man der Berenberg-Bank lassen – Kommunikation kann sie! Rückblick: Noch vor einer Woche galten a) die beiden Vorderleute als tief zerstritten, gegen einen der beiden ermittelten b) die Staatsanwälte, während c) der andere scheinbar ausweglos der Altersgrenze entgegenschritt. Und als wäre dieser Knoten nicht schon gordisch genug, waren d) zuletzt auch noch die Zahlen seeeeehr bescheiden ausgefallen. Doch dann: Teilte die Bank letzte Woche zu b) mit, die Ermittlungen gegen Hendrik Riehmer seien eingestellt. Zu c) gab es gestern Vormittag die Nachricht, dass Hans-Walters Peters in den Verwaltungsrat wechsele, womit die Altersgrenze hinfällig werde, ohne dass sich am Jobzuschnitt irgendetwas ändere. Was a) angeht, wurde die Verkündigung von c) mit einem „HB“-Interview kombiniert, das ein Foto beinhaltete, auf dem Riehmer und Peters sich anschmachteten wie weiland Kilius/Bäumer. Und ad d) gab es gestern schließlich auch noch 2019er-Zahlen, die (anders als die 2018er-Zahlen) ganz, ganz, ganz hervorragend ausgefallen sind! Wobei: Wirklich? Unser „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Apropos Negativzinsen (also unser Aufmacherthema heute): Haben Sie eigentlich die Geschichte von der Sparkasse Vogtland mitbekommen, die das sogenannte „Verwahrentgeld“ mal eben auf 0,7% (also 20 Basispunkte oberhalb bzw. unterhalb des EZB-Einlagenzinses) festgesetzt hatte – und zwar schon ab einer Guthabenhöhe von 5000 Euro? Nach öffentlichen Protesten ist das Institut zwar läpscherweise zurückgerudert. Was aber nichts daran ändert, dass wir die Idee bestechend finden. Wo steht denn geschrieben, dass der Negativzins auf -0,5% begrenzt werden muss? Warum nicht -0,7%? Oder -1,2%? Oder -3,8%? Man muss es nur wollen, liebe Sparkassen und (Volks-) Banken! MDR

Kurzmeldungen

Seit wir Freitagfrüh das letzte Mal für Sie da waren, ist die Wirecard-Aktie um 6% gefallen – und das, obwohl der Zahlungsdienstleister am Freitag wieder mal hervorragend klingende Zahlen präsentiert hatte. (Mitteilung) +++ Die Zeichen verdichten sich, dass es im April/Mai mit der Apple-Pay-Einführung soweit sein könnte (iPhone-Ticker) +++ Die ING Deutschland hatte letzte Woche offenbar heftige Probleme mit der HBCI-Schnittstelle (Twitter)… +++ … dafür hat die ING-Tochter Interhyp den operativen Gewinn 2019 um 14% auf  84 Mio. Euro* gesteigert (Mitteilung) +++ Die britische Challenger-Bank Monzo will in diesem Jahr bis zu 500 Mitarbeiter einstellen (Reuters)

* in einer ursprünglichen Version hatten wir den Vorsteuergewinn fälschlicherweise mit 74 Mio. Euro angegeben, richtig sind: 84 Mio. Euro

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