18/03/20: Deutsche Bank, BVR, Revolut, Penta, Raisin, Hauck & Aufhäuser, Transferwise

18. März 2020

Wenn es wirklich so sein sollte, dass die Corona-Krise die Spreu-Fintechs von den Weizen-Fintechs trennt – dann hat das Berliner Startup Penta gestern ein markantes Zeichen gesetzt, in welche der beiden Kategorien es zukünftig einzuordnen ist. Satte 18,5 Mio. Euro erhält der zum Finleap-Imperium gehörende digitale Geschäftskonto-Anbieter von Investoren. Dazu gehören Holtzbrinck Ventures, das neue Wagniskapital-Vehikel der Berliner Volksbank und die ABN Amro (die ja auch an zwei weiteren Finleap-Ventures beteiligt ist, nämlich Crosslend und Solarisbank, wobei die Solarisbank wiederum die Banken-Infrastruktur für Penta stellt; so viel zum Thema „Ökosystem“). Und noch ein Signal: Laut „Finance Forward“ fließt auch dem Berliner Neo-Broker „Trade Republic“ frisches Geld zu (die Rede ist von einem „Millionenbetrag“). Hier eine Übersicht über die dann immerhin doch 14 deutschen Fintechs, die in diesem Jahr schon gefundet haben: Finanz-Szene.de

Nachdem N26 kürzlich verkündete, sich im Zuge des Brexits aus UK zurückzuziehen, hat der britische N26-Widersacher Revolut seinen kontinentaleuropäischen Kunden gestern erklärt, sie zeitnah „auf unsere litauische Einheit transferieren“ zu wollen. Das Interessante ist hieran nun, dass sich das britische Fintech in einem entsprechenden Blog-Beitrag exakt 3470 Zeichen (also umgerechnet eine gute Din-A4-Seite) lang um die Erklärung drückt, was für eine „litauische Einheit“ denn gemeint ist. Dann die Auflösung: Nein, gemeint ist nicht die litauische Revolut-Bank. Sondern die litauische „Revolut Payments UAB“, die lediglich eine E-Geld-Lizenz besitzt. Ein Festmahl für die Regulierungs-Nerds unter unseren Lesern: Revolut-Blog

Hätten die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken ihre 2019er-Zahlen schon vor einem Monat veröffentlicht – wir wären (in all unserer Naivität) vermutlich tief beeindruckt gewesen. Trotz Dauerzinstief haben die Genossen im vergangenen Jahr einen Zinsüberschuss von 16,3 Mrd. Euro erwirtschaftet, was in etwa dem Niveau von 2018 und exakt dem Niveau von 2012 entsprach. Das muss man erst mal schaffen: Sieben Jahre Zinstief sozusagen unbeschadet überstehen! Indes: Könnte es sein, dass exakt jenes Rezept, das gegen die Zinskrise half (Volumen, Volumen, Volumen!), in der Corona-Krise zum großen Problem wird? Unser „Kurz gebloggt“, inklusive Überblick über die kompletten Zahlen: Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen

Die Rendite der  1,25 Mrd. Dollar schweren Nachranganleihe der Deutschen Bank (also das Ding, das im April wider Erwarten nicht vorzeitig getilgt werden soll) ist gestern um weitere 5 %-Punkte auf nur noch 58% des Nennwerts abgerutscht – im Februar waren es noch 100% (Kurs) +++ Dafür hat sich immerhin die Aktie der Deutsche Bank mal ein klein bisschen erholt. Nachbörslich ging es um 10%  auf 5,27 Euro rauf, die Commerzbank verzeichnete ein Plus 8% auf 3,19 Euro +++ Nach Schätzungen von Standard & Poor’s droht Europas Banken als Folge der Corona-Krise in diesem Jahr eine Ausfallrate bei Unternehmenskrediten im oberen einstelligen Prozentbereich. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (3,1%) wäre das eine Verdreifachung (Onvista/Reuters) +++ Die Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser offeriert ihren Kunden künftig Tages- und Festgeldangebote des Berliner Einlagen-Brokers Raisin. (Mitteilung) +++ Das britische Fintech Transferwise ermöglicht über Alipay künftig Überweisungen nach China. (TechCrunch)

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